Fukushima und die Folgen

Was viele längst befürchtet haben, ist nun von Wissenschaftlern nachgewiesen worden: Radioaktiviät aus dem japanischen Unglücksreaktor Fukushima ist von Tieren bis an die Kalifornische Küste transportiert worden. Um das zu beweisen, haben die Forscher Blauflossenthunfische vor San Diego untersucht. Diese Wanderfische überwinden die fast 10 000 Kilometer weite Strecke von Japan nach Kalifornien.

Die Wissenschaftler sind bei ihren Messungen erschrocken, als sie erhöhte Werte von radioaktiven Stoffen in den Thunfischen fanden, und zwar sowohl von Cäsium 134 als auch von Cäsium 137. Blauflossenthunfische werden bis zu drei Meter lang und können um die 450 Kilo auf die Waage bringen. So große Fische sind eigentlich in der Lage, radioaktive Substanzen abzubauen. Dass die Belastung trotzdem nachweisbar war, beunruhigt die Forscher nun. Sie beabsichtigen deshalb, weitere Untersuchtungsreihen mit Thunfischen durchzuführen.

Die Wissenschaftler geben allerdings Entwarnung für den Menschen: Die Belastungswerte der untersuchten Fische liegen unter den Grenzwerten, die von der US-Regierung und der japanischen Regierung festgelegt wurden. – Ob das wirklich eine Beruhigung sein kann? Da habe ich persönlich meine Zweifel.

Hamsterkäufe von Koi-Karpfen

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat Auswirkungen, auf die man zunächst nicht einmal im Traum käme: Sie hat mittlerweile zu Hamsterkäufen von japanischen Koi-Karpfen bei uns in Deutschland geführt.

Gartenteichbesitzer, die Koi-Karpfen halten, sorgen sich nämlich, dass die besonders schönen, kräftig gefärbten Fische aus Japan künftig verstrahlt sein könnten. Viele dieser Tiere stammen aus speziellen Farmen in der Nähe von Niigata. Das liegt ungefähr 200 Kilometer entfernt von Fukushima. Aber derzeit kann niemand einschätzen, wie schnell sich verstrahltes Wasser über diese Distanz verbreitet und die gr0ßen Koi-Züchter in Japan erreicht.

Aus Angst, dass die Koi aus Japan im nächsten Jahr verstrahlt sind, haben auch verschiedene deutsche Koi-Händler, die ihre Karpfenbestellung für dieses Jahr eigentlich schon abgeschlossen hatten, noch einmal nachbestellt. Die Kunden wiederum ordern jetzt auch schon Koi-Futter auf Vorrat, weil sie verunsichert sind und nicht wissen, wie sich die Verstrahlung in Zukunft entwickelt.

Übrigens: Von amtlicher Seite gibt es in Deutschland bisher noch keinen Grund zur Beunruhigung. An den Flughäfen in Frankfurt und München, wo Maschinen mit Koi-Lieferungen aus Japan landen, haben die Veterinärämter noch keine verstrahlten Karpfen festgestellt.