Diesmal orakelt ein Elefant

Kein großes Fußball-Ereignis ohne Tier-Orakel. Nachdem Krake Paul während der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 die Ergebnisse so treffsicher wie sonst niemand vorhergesagt hatte, muss nun natürlich zur Fußball-Europameisterschaft 2012 auch ein Tier her, das sich ähnlich gut mit dem runden Leder auskennt. Lange hat man gesucht, nun hat man es gefunden: Es ist eine Elefantenkuh namens Citta aus dem Krakauer Zoo, ein früherer Zirkuselefant.

Cittas Tipp soll folgendermaßen vonstatten gehen: Vor jedem Spiel darf die Dickhäuterdame zwischen zwei Äpfeln wählen, die für die jeweils antretenden Mannschaften stehen. Der Apfel, zu dem Citta greift, verkörpert also die spätere Siegermannschaft. Dass Citta etwas von Fußball versteht, hat sie bereits am vergangenen Wochenende bewiesen: Sie hat den FC Chelsea als Sieger im Champions-Leage-Finale gegen FC Bayern München prophezeit. Und da lag sie auf jeden Fall besser mit ihrer Einschätzung als die meisten Fachleute.

Gut, warten wir ab, wie Citta sich im Laufe des Turniers als Orakel macht. An Pauls Traumquote heranzukommen, dürfte allerdings gar nicht so einfach sein!

Proteste gegen die Hundetötungen

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft hat die Ukraine ein immer größeres Imageproblem: Sie bekommt das Abschlachten von Straßenhunden weiterhin nicht in den Griff. Tierschützer laufen Sturm gegen die Massentötung, und es werden immer öfter Forderungen laut, dass das Fußballturnier in der Ukraine nicht stattfinden dürfe. Für den 31. März sind in ganz Europa Proteste gegen die Hundetötungen in der Ukraine geplant.

Nun will man von offizieller Seite offenbar zeigen, dass man gegen die privaten Doghunter, die Hunde töten, um ihre Vieretel „von Parasiten zu säubern“, durchaus vorgeht. In Kiew steht ein solcher Mann jetzt erstmals vor Gericht. Er soll für das Abschlachten von 30 Straßenhunden verantwortlich sein. Der Mann hat einen Komplizen, der – man kann es nicht fassen – Videoclips von den Tötungen ins Internet gestellt hat. Das führte schließlich dazu, dass die beiden gefasst wurden. Den beiden jungen Männern drohen nun Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Der Angeklagte hat bisher zugegeben, neun Tiere abgeschlachtet zu haben. Dabei hat er sie anscheinend mit Schraubenziehern und brennenden Zigaretten gequält. Er gibt an, bei seinem grausamen Vorgehen jeweils betrunken gewesen zu sein.

Die Doghunter haben untereinander Kontakt über das Internet. Dort verbreiten sie Tipps, wo sich Hunderudel gerade aufhalten und wie man sie am besten umbringen kann. Sie stellen  zum Teil auch Regeln auf, nach denen die ausgehungerten Tiere getötet werden sollen: Etwa, indem man ihnen vergiftete Köder direkt ins Maul reicht. Nach solchen Aktionen kursieren dann abstoßende Bilder beispielsweise von verbrannten Hunden.

Ob Gerichtsverfahren tatsächlich den erhofften Imagegewinn für das Land bringen können, bleibt zu bezweifeln. Dass die Fußball-EM aber in jedem Fall in der Ukraine durchgeführt wird, daran werden wohl leider auch die Proteste von Tierschützern nichts ändern.

 

 

 

Guten Morgen, Uefa!

Die internationalen Proteste von Tierschützern und verschiedene Medienberichte haben zwar dazu geführt, dass die Ukraine unter Druck geriet mit ihrer unmenschlichen Massentötung von Straßenhunden im Vorfeld der Fußball-EM 2012. Sie hat ein Tötungsverbot verhängt. Die Verantwortlichen sollen außerdem versprochen haben, Tierheime für die Streuner zu bauen oder sie sterilisieren zu lassen. – Doch wer kontrolliert eigentlich, ob sich irgendjemand an das Verbot bzw. die Versprechen hält? Dass das wohl nicht der Fall ist,  haben auch schon viele Kommentatoren in Blogs und Internetforen geschrieben.

Nun hat sich endlich auch der europäische Fußballverband Uefa zu Wort gemeldet. Guten Morgen! Dort „begrüßt“ man das Tötungsverbot, heißt es in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur. Da kann man ja nun wirklich nur noch drüber lachen! Ich befürchte, diese Herren haben sich nach dem „Begrüßen“ auch ganz schnell wieder von dem für sie unliebsamen Thema verabschiedet. Jedenfalls habe ich keine Meldung bei dpa gefunden, dass man bei der Uefa tatsächlich aktiv etwas gegen die grausame Tötungsmaschinerie – ich erspare meinen Lesern ein Foto von in Blutlachen liegenden toten Hunden – unternimmt.

Da fällt mir ein: Beim Grüßen nickt man ja mit dem Kopf – vielleicht haben die hohen Fußball-Herren das Ganze ja einfach nur abgenickt?!

 

 

 

Was für den Fußball alles geopfert wird

Der Spitzenfußball fordert seine Opfer – das hat man erst wieder am vergangenen Wochenende beim Selbstmordversuch von Schiedsrichter Babak Rafati gesehen. Sogar Tiere müssen mit dem Leben für diesen Sport bezahlen. Das kann man seit einiger Zeit in der Ukraine beobachten, wo im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 Städte offenbar systematisch streunende Hunde töten, um als Gastgeber bei den Spielen als „Saubermänner“ dazustehen. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll angeblich eine Viertelmillion der Streuner in Kiew „entsorgt“ werden. Eine regelrechte Tötungsmaschinerie wurde in Gang gesetzt; auch auf streunende Katzen wird Jagd gemacht.

Es heißt, dass während der letzten zwei Jahre schon Tausende von Hunden umgebracht wurden – und zwar auf unmenschlichste Art und Weise. Tierschutzorganisationen und die Presse in England und den USA berichten von Hunden, die totgeschlagen, vergast oder erstickt wurden. Vom „Slaughterhouse Ukraine“ ist da die Rede. Manche Vierbeiner hat man offenbar einfach zusammen mit Müll in Container geworfen, wo sie dann von Walzen platt gemacht wurden. Aus der Sicht zivilisierter Länder einfach unglaublich! Ebenso wie die Tatsache, dass sich die großen Fußball-Verbände nicht darum scheren und die Verantwortung für die Massaker einfach dem austragenden Land überlassen.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika nicht nur Tiere dran glauben mussten, sondern auch Menschen, deren armselige Wellblech-Unterkünfte in Slums die schöne heile Fußball-Welt gestört hätten. Und in Brasilien, wo die Fußball-WM 2014 stattfindet, läuft es genauso.

P.S.: Wie ich beim Stöbern in der „Blogroll“ gesehen habe, hat kurz vor mir auch mein Kollege Peter Viebig in seinem Blog „Vip-Raum“ das Thema aufgegriffen – allerdings aufgehängt am Sportartikel-Hersteller Adidas. Finde ich gut, das Leiden der Tiere kann gar nicht oft genug angeprangert werden!

 

 

Chemnitzer Tiere tippen weiter

Polarfuchs.JPGTja, diesmal hat das Fußball-Tierorakel  im Tierpark Chemnitz zwar versagt. Deutschland hat doch den Einzug ins Viertelfinale bei der EM geschafft. In Sachsen orakelt man aber munter weiter. Am Mittwoch ist wieder der Polarfuchs an der Reihe, der schon einmal richtig gelegen hatte: beim Spiel gegen Kroatien. Er hatte die Niederlage der Löw-Elf „vorhergesehen“, indem er sich zuerst das Küken schnappte, das neben der kroatischen Flagge lag und das neben der deutschen verschmäht. Der Fuchs soll nun ermitteln, wer aus der Partie Portugal-Deutschland am Donnerstag siegreich hervorgeht.

Woher die Tiere im Chemnitzer Zoo wohl ihren Fußball-Sachverstand haben? Vielleicht kommt es daher, dass auf dem Tierparkgelände auch Public Viewing angeboten wird? Die Idee zum tierischen Fußball-Tipp haben sich jedenfalls Pfleger des Tierparks schon vor ein paar Jahren ausgedacht. Sie schlug bereits während der WM 2006 so gut ein, dass man die Aktion jetzt fortsetzt.

Die Verbindung Fußball und Tierpark scheint eine Chemnitzer Spezialität zu sein. Bisher hat sich kein anderer deutscher Zoo angeschlossen. Vielleicht wäre es ja eine Anregung für den Nürnberger Tiergarten? Man könnte zum Beispiel Flocke auf eine Torwand schießen lassen und vorher sagen, ob die das Tor der Deutschen oder des jeweiligen Gegners symbolisieren soll. Flocke hat ja zumindest äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Polarfuchs, wie obiges Foto zeigt.  

Tierische Fußball-EM

Wer meint, die Fußball-Europameisterschaft werde bei den Spielen auf dem jeweiligen Platz in Österreich oder der Schweiz entschieden, der irrt. In Wahrheit wird sie nämlich im Chemnitzer Tierpark vorherbestimmt, zumindest, was die Spiele der deutschen Nationalelf angeht.

Dort gibt es das so genannte Fußball-Orakel: Verschiedene Tiere sagen voraus, wie die Spiele der Deutschen enden, mit Sieg oder Niederlage. Die Zoobewohner stürzen sich dabei auf ein Leckerli, das neben den betreffenden Nationalflaggen platziert wurde. Wählen sie zuerst den Leckerbissen neben Schwarz-Rot-Gold, gewinnt Deutschland. Schon gegen Polen hat ein Stachelschwein den Sieger richtig ermittelt, ebenso gegen Kroatien, als ein Eisfuchs mit seiner Weissagung richtig lag.

Tamarin.JPGNun also, vor dem Spiel gegen Österreich, hat ein Springtamarin das deutsche Schicksal besiegelt: Das kleine Äffchen griff sich ganz schnell die Rosine neben Rot-Weiß-Rot, und nach dem Gesetz der Serie, so heißt es, werde diese Weissagung in Erfüllung gehen.

Stellt sich die Frage, warum gerade ein Springtamarin für diese staatstragende Frage ausgewählt wurde. Ich glaube, es liegt daran, dass diese Krallenaffen selbst kleine Fußballer sein könnten. Ihre Lebensweise weist jedenfalls unübersehbare Parallelen zur deutschen Mannschaft während der EM auf: Sie leben in Gruppen, die einzelnen Tiere bleiben sehr dicht zusammen, tagsüber legen sie gerne Ruhepausen ein, während derer sie gerne sonnenbaden oder sich der Fellpflege widmen. Bei der Mähne der Springtamarine ist das ebenso nötig wie bei manchen Spielerfrisuren.

Und die Ähnlichkeiten gehen weiter: Ihr Territorium markieren sie mit Drüsensekreten – daher also das ständige Spucken der Spieler! -, und sie verständigen sich untereinander vor allem durch Schreie. Auch für Schiedsrichter ist diese Spezies ein passendes Vorbild: Neben einem Pfeifen zur Kontaktaufnahme über größere Distanzen haben sie auch einen schrillen Alarmton.

Hut ab vor dem Tierpark Chemnitz, bessere Kenner der Fußball-Manieren konnte man für das Orakel wirklich nicht aussuchen!