Jawohl: der Wolf hat´s gemacht!

Dass Tiere sich beim Publikum äußerster Beliebtheit erfreuen, ist bekannt. Ob in Zeitungen oder im Fernsehen – Tiere gehören zu den größten Zugpferden bei Lesern oder Zuschauern. Das zeigt sich auch hier in meinem Blog: Meine Geschichten über Tiere im Nürnberger Tiergarten und Tiere im allgemeinen erreichen fast jeden Monat die höchsten Klickzahlen unter den Blogs von NZ und NN. Immer wieder habe ich hier auch über Tiere geschrieben, die zu Maskottchen für sportliche Großereignisse auserkoren werden. Wie etwa das Gürteltier „Fuleco“ bei der Fußball-WM 2014 oder der Bär „Berlino“ bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin.

zabivakaNun schickt sich ein weiteres Tier an, zum Star einer wichtigen Sportveranstaltung zu werden. Diesmal ist es – und das freut mich persönlich natürlich ganz besonders! – ein Wolf. „Zabivaka“ (oder auch „Sabiwaka“) heißt er, und er soll als Sympathieträger für die Fußball-WM 2018 in Russland fungieren. Frei aus dem Russischen übersetzt, bedeutet Zabiwaka so viel wie „kleiner Torschütze“. Die Figur wurde in einer großen Show im russischen Staatsfernsehen zum offiziellen WM-Maskottchen auserwählt und setzte sich mit fast 53 Prozent gegen ihre Mitbewerber durch, nämlich eine Katze und einen Tiger im Raumfahreranzug. Zabiwaka sieht wirklich zum Knuddeln aus, finde ich. Er trägt eine Skibrille, ein weißes Shirt mit blauen Ärmeln und eine rote Hose. Und dass er der deutschen Nationalmannschaft Glück bringen wird – da bin ich mir hundertprozentig sicher!

Seehund im Kölner Zoo köpft wie Poldi

Auch hier im italienischen Bolsena drücken heute Abend einige Fußballfans der deutschen Nationalmannschaft die Daumen. Nachdem die Squadra Azzurra in der vergangenen Woche ja unglücklich gegen Uruguay ausgeschieden ist (ich erinnere an die Rote Karte gegen den Italiener Claudio Marchisio in der 59. Minute und den unsäglichen Biss von Suárez), wollen italienische WM-Zuschauer das Beste aus der Situation machen. Italiener lieben Fußball und sind beim heutigen Achtelfinal-Spiel gegen Algerien mit ihrem Herzen eher für Deutschland.
Ich werde mir das Spiel natürlich auf jeden Fall ansehen. Und habe im Vorfeld noch etwas Witziges gefunden:

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Im Kölner Zoo jonglierte Lukas Podolski vor einigen Wochen mit einem Seehund. Das Tier hatte keine Berührungsängste mit dem Nationalspieler und beförderte den Ball prompt zurück. Kopfball kann er jedenfalls – und „Poldi“ auch. Bei seinem Heimaturlaub hatte es Podolski – der ja für den FC Arsenal in London spielt – in den Kölner Zoo gezogen, um mit einem Seehund mal richtig Fußball zu spielen. Das Jonglieren fällt beiden nicht schwer, der Ball blieb souverän in der Luft – und der Seehund bekam einen Fisch zur Belohnung.

Leider wird Lukas Poldolski heute gegen Algerien nicht dabei sein – er erlitt beim Gruppenfinale gegen die USA (1:0) eine Zerrung im Oberschenkel. Aber hoffen wir, dass den anderen Spielern der eine oder andere akrobatische Kopfball gelingt. Und das Team damit vielleicht sogar das entscheidende Tor für Deutschland macht!

WM-Maskottchen vom Aussterben bedroht?

KINA - Ein gepanzerter Ball -  Das KugelgürteltierEs sieht nett aus und dürfte Brasilien als Austragungsland der Fußball-WM 2014 viel Sympathie einbringen: Das Kugel- oder Dreibindengürteltier wurde zum WM-Maskottchen auserkoren. Sein Name ist „Fuleco“ – ein Kunstbegriff, der sich aus den portugiesischen Begriffen „futebol” (Fußball) und „ecologica” (Umwelt) zusammensetzt.

Mit wissenschaftlichem Namen heißt das Gürteltier Tolypeutes tricinctus – und diese Tierart ist leider eine vom Aussterben bedrohte Art. Sie steht nun schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten, denn der Lebensraum dieser Tiere, die Caatinga-Region im Norden von Brasilien, befindet sich in einem schlechten Zustand.

Nun wollen Biologen der Universität von Pernambuco die weltweite Aufmerksamkeit, die mit der Fußball-WM auf Brasilien gerichtet wird, nutzen: Sie haben eine Petition gestartet und fordern, dass die Schutzgebiete für dieses Tier endlich ausgeweitet werden. Das brasilianische Umweltministerium hat offenbar über 80 Standorte genannt, wo ein Schutz der biologischen Vielfalt in der Caatinga-Region möglich wäre. Und im Rahmen des Programms „WM-Parks“ wurden schon vor drei Jahren 275 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, die man in die Einrichtung von Schutzgebieten stecken wollte. Die Biologen beklagen aber, dass von dieser Summe bisher nur zwei Prozent tatsächlich zur Verfügung gestellt wurden. Und sie befürchten, dass nach der WM sich außer ihnen kein Mensch mehr für die bedrohten Gürteltiere interessiert.

Deshalb wollen sie mit ihrer Kampagne nun die Gelegenheit beim Schopf ergreifen, etwas für das Gürteltier zu tun. Sie hoffen, dass Tierschützer aus aller Welt sie bei ihrem Kampf unterstützen. Wer das tun möchte: Zur Petition gelangt man hier.

Paul II. ist inthronisiert

Krake Paul, der so treffsichere Tipps bei der Fußball-Weltmeisterschaft abgegeben hat und damit zum tierischen Star avancierte, ist in der vergangenen Woche gestorben. Darüber hat ja auch Greuther-Weib Kiki einen Beitrag aus fußballerischer Sicht geschrieben.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101103-10-11033Nun konnte es gar nicht schnell genug gehen, einen Nachfolger für Paul zu finden. Und tatsächlich: In Oberhausen wurde heute, begleitet von großem Medienrummel, im Sealife Aquarium Paul II. vorgestellt. Paul II. ist erst fünf Monate alt und stammt von einem südfranzösischen Züchter. Ob er mit dieser Herkunft ein Gespür für die deutsche Fußballnationalmannschaft entwickeln kann? Seine Pfleger jedenfalls sind begeistert von dem jungen Kraken. Vorwitzig und aufgeweckt finden sie ihn, und ein Klischee wird auch gleich bedient: Paul II. soll sehr charmant sein – ein typischer Franzose eben.

Der junge Oktopus präsentierte sich jedenfalls äußerst selbstbewusst den Fotografen und Kameraleuten. Ganz ohne Scheu schwamm er sofort aus dem Tonkrug heraus, in dem er in sein Becken gesetzt worden war, und schaute sich sein neues Zuhause ganz genau an. Französischer Charme hin oder her – das Sealife Aquarium wird es sicherlich verstehen, auch mit Pauls Nachfolger in die Schlagzeilen zu kommen. Egal, ob er nun mit seinen Tipps richtig liegt oder nicht.

Südafrikas Tiere leiden unter der WM

Es ist gekommen, wie es kommen musste: Die wunderbaren Nationalparks in Südafrika werden durch die Fußball-WM von Touristen geradezu überrannt. Das wäre vielleicht noch nicht sooo schlimm, aber leider führen die sich dort in ihrem WM-Taumel auf wie die bekannte Axt im Walde – und die Leidtragenden sind – wer sonst? – die Tiere.

NationalparksDummheit und Unverfrorenheit mancher WM-Touristen scheinen kaum noch steigerungsfähig zu sein, nach dem zu urteilen, was die Parkranger so berichten. Im Krüger-Nationalpark zum Beispiel sind Besucher aus ihrem Auto gestiegen und haben sich direkt vor einem Rudel Löwen fürs Fotoalbum ablichten lassen. Andere wahren, um tolle Tierfotos aus nächster Nähe  zu bekommen, keinerlei Abstand zu den Wildtieren. Die Ranger haben alle Hände voll zu tun, um die Touristen zur Räson zu bringen und in ihre Wagen zurück zu bugsieren. Weil offenbar alle glauben, die Tiere seien zahm wie in einem Streichelzoo, nehmen sie nicht einmal Angriffe der Tiere ernst. So haben sich Fans aus Lateinamerika bei geöffneten Autotüren fotografieren lassen, als ein Elefantenbulle auf das Fahrzeug zustürmte und einen Scheinangriff startete. Die Touristen lachten nur darüber, obwohl sie dem Tod näher waren, als sie es sich jemals hätten träumen lassen.
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Hoffentlich hat Paul recht, nicht Anton!

Wir erinnern uns: Schon bei der Fußball-EM 2008 habe ich über das „Tier-Orakel“ des Tierparks Chemnitz geschrieben. Der Zoo ließ verschiedene seiner tierischen Bewohner vorhersagen, ob die deutsche Nationalmannschaft gegen den jeweiligen Gegner gewinnen oder verlieren wird.

Auch jetzt, bei der WM 2010, ist der Zoo orakelmäßig wieder aktiv. Für das Spiel Ghana-Deutschland orakeln die Zoobewohner allerdings nichts Gutes. Diesmal war Krallenäffchen Anton der Prophet – und: Anton sieht eine Niederlage der Deutschen gegen Ghana vorher! Der dreijährige Springtamarin war allerdings erst etwas unentschieden: Er brauchte eine Viertelstunde, bevor er zu den Rosinen griff, die sich in der „ghanaischen Hand“ seines Tierpflegers verbargen. Anton weigerte sich, die fünf Rosinen aus der „deutschen“ Hand anzunehmen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100622-10-10423Nun braucht das deutsche Team aber noch nicht zu verzweifeln. Denn bei dieser WM hat sich noch keine einzige Chemnitzer Prophezeiung erfüllt. Das ist wiederum ein Trost für mich. Ich habe nämlich noch nie bei einer Fußball-WM-Wette in der Redaktion der „Nürnberger Zeitung“ so oft danebengetippt wie diesmal! Und noch eine Hoffnung gibt es: Im Oberhausener Aquarium hat Oktopus Paul einen deutschen Sieg angekündigt. Dort arbeiten die Tierpfleger bei ihren Fußball-Orakeln ebenfalls mit dem Fress-Trick. Und Paul hat das „deutsche“ Muschelfleisch eindeutig bevorzugt.
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