Sind Sie ein Fledermaus-Fan?

Fledermäuse sind für mich faszinierende Tiere. Manchmal im Sommer, wenn ich spätabends auf dem Balkon sitze, fliegt eine ganz haarscharf an mir vorbei. Leider – denn beobachten kann man sie so natürlich nicht.  Aber wenn man das unbedingt möchte, hat man dazu beispielsweise im Tiergarten Nürnberg im neuen Manatihaus Gelegenheit: Dort leben Blütenfledermäuse; allerdings kommt diese Art in freier Natur nicht bei uns vor, sondern auf dem amerikanischen Kontinent. Was da nachts auf dem Balkon an mir oder Ihnen/Euch vorbeischwirrt, sind Tiere, die einer anderen Fledermausgruppe angehören.

Wer heimische Fledermäuse gerne anlocken möchte, um ihnen vielleicht ein wenig länger als den kurzen Moment des Vorbeiflugs näher zu sein, kann seinen Garten so für die Tiere herrichten, dass sie sich gern dort niederlassen. Das bringt auch ökologisch gesehen eine Menge Vorteile. Fledermäuse verdrücken massenweise Insekten – 1000 bis 3000  pro Nacht, das  macht ungefähr ein Drittel ihres eigenen Körpergewichts aus. Und Fledermaus-Kot eignet sich hervorragend als Gartendünger. Man kann ihn übrigens ganz leicht erkennen: kleine Kügelchen, sie liegen oft auf einem Haufen.

Und so macht man es Fledermäusen im eigenen Garten richtig gemütlich: Man pflanzt Brennesseln oder lässt diejenigen, die dort sowieso schon wachsen, einfach stehen. Aber auch andere Blütenpflanzen eignen sich, zum Beispiel Hasel, Himbeere, Brombeere, Apfel- oder Zwetschgenbaum, Weißdorn oder Schlehe. Wegen der Insekten ist es nur wichtig, dass es heimische Pflanzen sind – mit einer Ausnahme: dem Schmetterlingsstrauch (Buddleja). Der stammt zwar aus Asien, zieht aber so viele Schmetterlinge an, dass sich Fledermäuse wie im Schlaraffenland fühlen. Die Jäger der Nacht lieben auch Gartenteiche, an denen ebenfalls besonders viele Insekten beheimatet sind.

Echte Fledermaus-Fans können noch mehr tun: Ein „Fledermausbeet“ im Garten mit Pflanzen, die nachts ihre Blüten öffnen und stark duften, ist das wahre Paradies für Batman & Co. Zu diesen Pflanzen gehören etwa Goldlack, Abendduft-Leimkraut, Rote Lichtnelke, aber auch Wilder Majoran, Minze, Holunder oder Salbei.

Und dann gibt es natürlich auch noch Nisthilfen für Fledermäuse. Im Gegensatz zu denen für Vögel befindet sich das Einflugsloch unten. So können die Tiere in dem Nistkasten kopfüber an der Decke hängen. Es gibt unterschiedliche Modelle von Nisthilfen, die eher für Bäume oder Hauswände geeignet sind.