Jeder Vogel zählt!

kraeheKaum haben wir die Wintervögel gezählt, sind wir schon wieder mittendrin im heftigsten Frühling. „Heftig“ deshalb, weil der Mai für Vögel der lebhafteste Monat des Jahres ist. Der beste Zeitpunkt also, die Vögel in Gärten und Parks wieder zu zählen, meint der Landesbund für Vogelschutz, LBV. Die Aktion läuft vom 8. bis 10. Mai, und jeder kann mitmachen, nicht nur Ornithologen! Denn für alle, die nicht alle Vogelarten auseinanderhalten können, gibt der LBV eine Hilfestellung und listet sichere Kennzeichen auf, damit es nicht zur Verwechslung kommt. Das Argument, „Ich kenn´ mich da nicht gut aus“, gilt also nicht! Vögel-Zählen kann außerdem wunderbar entspannend sein. Und kommunikativ: Man kann nämlich auch als Familie oder Gruppe mitmachen. Wichtig ist nur, überhaupt mitzumachen. Aber für Naturfreunde dürfte das ja sowieso Ehrensache sein.

Der LBV hat die Aktion in diesem Jahr wieder um Zusatzfragen erweitert: Diesmal möchten die LBV-Mitarbeiter wissen, ob die Teilnehmer auch Admiral, Blindschleiche und Fledermaus in ihrem Garten beobachtet haben und ob eine Eberesche – auch als Vogelbeerbaum bekannt – im Garten wächst. Damit soll die Bedeutung von naturnahen Gärten untersucht werden, die als Indikator für die Artenvielfalt gelten. Und weil es immer weniger Schwalben gibt, interessiert den LBV, ob die Teilnehmer Schwalbennester am Haus haben und ob Schwalben darin nisten.

Wer teilnimmt, kann sogar etwas gewinnen: Der LBV verlost wertvolle Preise, zum Beispiel ein Fernglas im Wert von 1300 Euro, außerdem ein Überwinterungsquartier für Igel und jede Menge Vogelnistkästen. – Also: Los geht´s, jeder Vogel zählt!

Und was zwitschert bei Ihnen?

Wahrscheinlich liegt es am Derbyfieber, an der schleichenden Nervosität, die sich bei mir als leidgeprüftem Greuther-Fürth-Fan seit Tagen breit macht, dass ich diese Aktion des Landesbundes für Vogelschutz halb verpasst habe: Die „Stunde der Gartenvögel“.

Aber es ist noch nicht zu spät: Noch heute den ganzen Tag besteht die Gelegenheit, mitzumachen und dem lbv zu melden, welche Vögel man in seinem Garten sichtet bzw. zwitschern hört. Wer die Aktion noch nicht kennt, mag sie für Humbug halten: Was soll es schon bringen, wenn jeder eine Stunde lang in seinem Garten Augen und Ohren offen hält und anschließend dem lbv mitteilt, was da so herumfleucht? – Mehr, als man im ersten Moment vielleicht glauben würde!

Der lbv betont ausdrücklich, dass nur mithilfe Tausender freiwilliger Vogelzähler eine realistische Einschätzung der Situation unserer Gartenvögel möglich ist.  So hat die Aktion in den vergangenen Jahren schon manche wichtige Erkenntnis über den Vogelbestand gebracht. Es ist sogar ein Schutzprojekt für Sperlinge daraus entstanden. Denn in manchen Gegenden, wie etwa in München, ist ein besorgniserregender Rückgang dieser Vögel zu beobachten, gegen den der lbv etwas tut, z.B. mit Nisthilfen und Futterstellen.

Also: Nehmen Sie sich heute eine Stunde Zeit, lauschen und schauen Sie genau hin in Ihrem Garten. Ich verspreche Ihnen eine spannende, zugleich lehrreiche Unterhaltung. Ganz nebenbei können Sie mithelfen, dass die Spatzen auch in Zukunft noch das eine oder andere von den Dächern pfeifen!