Internationaler Eisbärentag

Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 27. Februar, ist ja Welt-Eisbärentag! Der darf natürlich nicht ohne Blog-Beitrag zu Ende gehen. Weil Eisbären in freier Wildbahn durch die Klimaerwärmung stark bedroht sind, sollte man an einem Datum wie dem heutigen daran erinnern, dass Zoos mit ihrer Eisbärenhaltung eine wichtige Rolle spielen. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) weist denn auch darauf hin, dass in der Obhut von 15 der 69 wissenschaftlich geleiteten VdZ-Mitgliederzoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 31 Eisbären leben. Im vergangenen Jahr sind auch wieder zwei Jungtiere zur Welt gekommen: im Tierpark Berlin und im Münchner Tierpark Hellabrunn (dort enstand auch das Foto).

Und: Zoos tun einiges, um so über die Situation und die Gefährdung der Eisbären im Nordpolargebiet zu informieren und dieses natürliche Verbreitungsgebiet wenn irgend möglich zu schützen. So unterstützen der Münchner Tierpark und die beiden Zoos von Berlin die Organisation „Polar Bears International“ bei der Besenderung von weiblichen Eisbären in der Hudson Bay (Kanada). Die Untersuchungsergebnisse liefern Langzeitdaten über den Lebensraum der Tiere dort, der sich ja ständig verändert, und über den Einfluss dieser Veränderung auf die Eisbärenpopulation. Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass es weltweit noch zwischen 22.000 und 31.000 Eisbären in freier Wildbahn gibt. Eisbären werden als gefährdete Tierart eingestuft. Und die Aussichten für sie sind katastrophal schlecht: Der jetzige Bestand soll in den nächsten 45 Jahren noch einmal um mindestens 30 Prozent zurückgehen.

Den Zoos ist es ein wichtiges Anliegen, die Haltung von Eisbären immer weiter zu verbessern. So wurde im Tierpark Hellabrunn 2010 eine moderne Eisbärenanlage fertiggestellt, die viermal so groß ist wie die frühere. Im Tiergarten Nürnberg wurde schon 2001 im neuen Aquapark ein größerer Bereich mit einem abwechslungsreichen Land-Teil für die Polarbären geschaffen. Im Tierpark Berlin gingen die jüngste Eisbärengeburt und die Aufzucht noch in der alten Eisbärenanlage über die Bühne. Es gibt aber bereits einen Plan zur Umgestaltung. Mit der wurde nur deshalb noch nicht begonnen, um der Eisbärenmutter, die zum ersten Mal trächtig war, lieber ihre vertraute Umgebung zu bieten, damit alles glatt geht. In vielen Zoos gibt es für die Eisbären schon seit Jahren viele Ideen, mit denen die Tierpfleger ihre Tiere beschäftigen, damit sie sich nicht langweilen. Die Zucht klappt bei dieser Tierart recht gut, und Eisbären sind bei Zoobesuchern besonders beliebt. Trotzdem werden Tierrechtler und Tierschutzaktivisten wie PETA nicht müde, gegen die Haltung von Eisbären in Zoologischen Gärten zu protestieren und deren Verbot zu fordern. Die meisten Zoos haben sich aber auch schon gut auf solche Protestaktionen eingestellt.

Auf jeden Fall haben diese wunderbaren Tiere einen Tag im Jahr verdient, an dem man an sie und ihre Gefährdung erinnert. Und die Zoos leisten ihren Beitrag dazu.

Doch nicht das letzte Einhorn!

Eine meiner treuesten Leserinnen und Kommentatorinnen, Mandy Wagenknecht, hat sich hier kürzlich beschwert, dass ich Ihr Wunschthema Werwolf Oryx_2 bisher nicht behandelt habe. Da ich dafür im Augenblick keinen aktuellen Anlass sehe, möchte ich Mandy vorläufig wenigstens ein anderes Fabeltier als Ersatz bieten: das Einhorn.

Dieses Foto zeigt es deutlich: Vom Profil her könnte man die zwei spitzen Hörner der Oryx-Antilope leicht für ein einziges Horn halten, und auch das ganze Tier sieht dem „Unicorn“ zum Verwechseln ähnlich. Angeblich soll diese in Arabien lebende Antilope das Vorbild für das Fabeltier Einhorn sein.

Die Oryx-Antilope darf derzeit im Naturschutzpark Umm al-Sammul im Emirat Abu Dhabi wieder heimisch werden; aus diesem Paradies hatten sie einst Wilderer vertrieben. Vor etwa 100 Jahren konnte man das „Einhorn“ noch fast überall auf der Arabaischen Halbinsel antreffen. Doch bei den Beduinen war es wegen seines Fleisches und seiner Hörner äußerst begehrt. Als sie die moderne Jagd mit Geländewagen und Automatikgewehren einführten, schlug das letzte Stündchen der Oryx-Antilope; im Jahr 1972 wurde das einzig noch übrige Exemplar im Oman getötet – im wahrsten Sinn des Wortes „das letzte Einhorn“.
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Unfrohe Ostern für Meißner Widder

So, jetzt ist wieder Schluss mit lustig oder – für alle, die meine Nashorn-Potenzmittel-Idee doch nicht so gut fanden – zumindest Schluss mit Aprilscherzen und deren Auflösung.

Jetzt haben wir Ostern (auch wenn mein Chefredakteur gleich aufheulen würde, wenn er das lesen würde, weil er uns eingetrichtert hat: Heute ist Karsamstag, nicht etwa Ostersamstag!). Zu Ostern gehören in einem Tier-Blog natürlich Hasen, bzw. ihre Verwandten, die Kaninchen. Achtung, jetzt wird es weniger österlich, eher traurig. Denn: Nicht einmal zu Ostern lassen uns diese lästigen Tierschützer wie der WWF  in Frieden. Nein, sie müssen uns die Festlaune verderben und warnen: Jede dritte Kaninchenrasse in Deutschland gilt als gefährdet.

WidderkaninchenBeispiele gefällig? Da haben wir etwa das Angora-Kaninchen, dem es wohl bald an den Kragen geht – früher wegen seiner Wolle beliebt, die sich heute krisenbedingt keiner mehr leisten kann. Oder den Meißner Widder, der seinerseits kein stierähnliches Tier ist, sondern wie ein depressiver Hase aussieht: Er lässt die Ohren hängen (wie, sieht man auf diesem Widder-Foto von pixelio). Wir haben allerdings wenigstens einen kleinen Trost für diesen Ritter von der traurigen Gestalt: Der Meißner Widder wurde von der Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur gefährdeten Haustierrasse des Jahres 2010 ernannt. Na bitte!
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