Eins, zwei – was ist im Ei?

Die Frage, wer zuerst da war, die Henne oder das Ei, hat schon so manchen Philosophen beschäftigt. Nun sind Forscher der Frage nachgegangen, was im Ei drin ist. Da wird der eine oder andere meiner Leser sagen: Was soll schon drin sein – ein Küken natürlich. Tja – mit so einer Antwort gibt sich ein echter Wissenschaftler nicht zufrieden; zumindest nicht an der Uni Leipzig. Dort haben sie jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem man bestimmen kann, welches Geschlecht das Küken hat – und zwar schon bevor es geschlüpft ist.

Sollte jemand glauben, in Leipzig wüssten ein paar ehrgeizige Biologen gar nicht mehr, was sie noch alles erforschen sollen und hätten sich sich deshalb diese neue Aufgabe vorgenommen – dann kann ich das zwar nachvollziehen. Doch es sieht so aus, als würde in dem betreffenden Institut Forschung durchaus anwendungsbezogen betrieben. Die Antwort auf die Frage, welches Geschlecht das Küken im Ei hat, bevor es die Schale geknackt hat, soll dem kleinen Vogel tatsächlich nützen und ihm Leid ersparen.

Wie das?, höre ich schon wieder den einen oder anderen ungeduldigen Leser. Ganz einfach: Wenn man vorher weiß, ob das Küken männlich oder weiblich ist, kann man die männlichen Exemplare früher aussortieren und töten als bisher – bereits vor dem Schlüpfen, zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch kein Schmerzempfinden entwickelt haben. Männliche Tiere umzubringen – ja, bei Küken ist das gang und gäbe! Sie eignen sich nämlich weder zur Zucht noch zur Hähnchenmast. Deshalb werden jedes Jahr 40 bis 50 Millionen Küken in Deutschland getötet, sobald sie aus dem Ei gekrochen sind. In der Regel verwendet man dabei Kohlendioxid – die männlichen Küken werden also vergast.

An der Universität Leipzig hat eine Tierärztin im Zuge ihrer Doktorarbeit das neue Verfahren der frühzeitigen Geschlechtsbestimmung entwickelt: Durch ein winzig kleines Loch in der Eierschale entnimmt man dem Embryo einen Tropfen Urin und untersucht die darin enthaltenen Geschlechtshormone. Bei dieser Methode landen die Forscher in 98 Prozent aller Fälle einen Treffer. Das heißt, die Geschlechtsbestimmung ist fast immer korrekt.

Die Professorin, bei der die Tierärztin promoviert, betont: Noch wisse man nicht, ob die Embryonen irgendwie weitervermarktet werden könnten. – Na dann!! Schöne neue Welt, mehr möchte ich dazu gar nicht mehr sagen.

Die Rückkehr der Wildkatze

Leider kommt man in einem Tier-Blog nicht umhin, immer wieder über bedrohte Tierarten zu schreiben. Umso mehr bin ich froh, bei diesem Thema einmal auf eine positive Nachricht zu stoßen: Die Wildkatze breitet sich in Deutschland wieder aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein genetisches Monitoring-Projekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Bundesamts für Naturschutz, das auf mehrere Jahre angelegt ist. Genetischen Analysen zufolge gibt es im Odenwald und im Kottenforst bei Bonn wieder mehrere Individuen dieser Katzenart – also in Wäldern, in denen sie vor kurzer Zeit gar nicht mehr vorkam.

Wildkatzen haben hierzulande vor allem ein Problem: Die Zerstückelung der Landschaft durch Straßen- und Siedlungsbau sowie durch intensive Landwirtschaft führte dazu, dass sich die Tiere in isolierte Waldgebiete zurückziehen mussten. Dadurch ist der Genaustausch zwischen den einzelnen Wildkatzen-Populationen äußerst schwierig. Somit besteht die Gefahr der Inzucht, was wiederum den Fortbestand der Art gefährdet.

Der BUND bemüht sich seit Jahren, die Waldgebiete durch sogenannte grüne Korridore miteinander zu verbinden. Nun zeichnen sich die ersten Erfolge ab, die durch das Monitoring-Projekt erfasst werden. Die genetischen Untersuchungen durch Auswertung von Haarproben sollen noch drei bis vier Jahre weitergehen, auch um neue Erkenntnisse über das Wanderverhalten und die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere zu gewinnen.

Genmais-Studie in der Kritik

Kürzlich habe ich hier im Blog über eine Genmais-Ratten-Studie geschrieben. Die hat mittlerweile für viel Wirbel unter Forschern gesorgt und die Diskussion um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa angeheizt. Nun üben Experten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Kritik an der Untersuchung französischer Wissenschaftler: Sie sei schlichtweg nicht aussagekräftig, weil sie handwerkliche Mängel aufweise. Deshalb – und weil heute auch „Max“ meinen Blogbeitrag kommentiert hat – will ich noch einmal kurz auf das Thema eingehen.

Die Forscher der Efsa monieren unter anderem die viel zu geringe Zahl von Versuchstieren bei der Studie. Außerdem würde die Rattenart, mit der die Tests durchgeführt wurden, sowieso vergleichsweise oft an Krebs erkranken. Die Efsa bemängelt auch fehlende Daten zum Futter und zu den Schäden, die während der zweijährigen Untersuchung bei den Tieren auftraten. Jetzt haben die Autoren der Studie die Möglichkeit, Daten nachzuliefern. Die Efsa will Ende Oktober eine neue, ausführlichere Stellungnahme zu der Untersuchung abgeben.

Vor der Efsa hatten auch schon das deutsche Bundesamt für Risikobewertung und verschiedene Wissenschaftler die Studie kritisiert.

 

Tödliche Folgen von Genmais

Viele Menschen haben Angst davor, was gentechnisch veränderte Lebensmittel anrichten könnten. Unbegründet ist das nicht, wenn man sich das Ergebnis einer neuen Studie anschaut: Französische Forscher haben herausgefunden, dass Ratten, die mit gentechnisch verändertem Mais gefüttert wurden, früher sterben und häufiger Krebs bekommen.

Die Wissenschaftler haben 200 Ratten über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Eine Gruppe bekam Genmais zu fressen, eine andere Genmais, der mit einem Pestizid behandelt worden war, eine dritte Gruppe herkömmlichen, ebenfalls mit dem Pestizid behandelten Mais. Der Mais machte dabei 11 Prozent des Gesamtfutters aus – dieser Anteil entspricht den Ernährungsgewohnheiten von Menschen in den USA. So wurde die langfristige Auswirkung von Genmais und Pestiziden auf die Gesundheit gleichzeitig getestet.

Nach knapp eineinhalb Jahren waren bei dem Versuch von den mit Genmais gefütterten Ratten fünfmal mehr Tiere tot als bei der Vergleichsgruppe. Die weiblichen Ratten bekamen meistens Brustkrebs, die männlichen Haut- oder Nierentumore.

Die Studie hat bereits zu neuen Diskussionen über die Zulassung von Genpflanzen in der EU geführt. Grünen-Abgeordnete aus Frankreich verlangen zum Beispiel, dass die Zulassungen für eine gentechnisch veränderte Mais- und eine Kartoffelsorte in Europa wieder aufgehoben werden. Der für die Studie verwendete Genmais ist in Europa für den Anbau nicht zugelassen, für die Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln aber schon.