Ausgebüxtes Gepardenbaby wieder eingefangen

Was ist nur in die Geparden im Nürnberger Tiergarten gefahren? Erst vor knapp einem halben Jahr machte Kater Turbo seinem Namen alle Ehre und sprang über die Mauer seines Geheges auf ein Pony los. Die Sache ging glimpflich aus, Turbo wurde nach zwei Stunden wieder eingefangen. Die Sicherheitsmaßnahmen am Gepardengehege wurden erhöht.

Und jetzt? Man mag es kaum glauben, aber nun ist einer der fünf kleinen Geparden, die erst im März geboren wurden, über Mauer und Zaun entkommen. Dazu muss man wissen, dass junge Geparden besser klettern können als erwachsene und diese große Geschicklichkeit mit dem Heranwachsen langsam verlieren. Der kleine Gepard ist offenbar senkrecht an der Mauer und am Zaun hochgeklettert und hat die Stromsicherung überwunden.

Im Gegensatz zu Turbo wollte er aber kein Pony jagen. Der Ausreißer war vielmehr auf der Flucht, nachdem sich im Gepardengehege eine turbulente Rettungsaktion abgespielt hatte. Ein anderes der fünf Gepardenjungen hatte sich zwischen den Ästen eines Holunderbuschs innerhalb des Geheges eingeklemmt und kam nicht mehr aus eigener Kraft frei. Da eilten ihm Tierpfleger zu Hilfe. Doch aus der Befreiungsaktion wurde nichts: Gepardenmutter Kelly interpretierte das Hilfsangebot offenbar als Angriff auf ihr Baby und begann, es zu verteidigen. Da gerieten die anderen vier Jungen in Panik und rannten nach allen Seiten davon. Drei versteckten sich an geschützten Stellen im Gehege, aber eines suchte sein Heil in der Flucht.

Die Pfleger konnten zwar das Jungtier aus dem Holunderbusch befreien – die kleine Gepardin hatte sich bei dem Unfall ein Vorderbein gebrochen. Die Tierärzte legten einen Gipsverband an. Aber als sie den anderen kleinen Geparden außerhalb des Geheges entdeckten und einfangen wollten, verschwand der im dichten Buschwerk und ward nicht mehr gesehen.

Tierpfleger und andere Zoomitarbeiter suchten das Tiergartengelände eineinhalb Tage lang nach dem kleinen Ausreißer ab – dann gelang es, ihn wieder einzufangen. Für Zoobesucher bestand kein Anlass zur Sorge – der Gepard ist gerade mal sechs Kilo schwer und nicht gefährlicher als eine Katze.

Übrigens: Auch in den Zoos von Salzburg und Köln sind in den letzten Wochen insgesamt drei Geparden aus ihrem Gehege entkommen. Tierschutzaktivisten wie zum Beispiel die Organisation PETA fordern jetzt erneut, keine Geparden in Zoos zu halten.

 

Wer im Glashaus sitzt…

Eine wahrhaft dramatische Woche geht in Nürnberg zu Ende: Gepard Turbo hat mit dem Ausbruch aus seinem Gehege Angst und Schrecken verbreitet, die Medien haben daraufhin den Tiergarten gestürmt, und nun auch das noch: Tierschutzaktivisten von PETA Deutschland geißeln den lebensgefährlichen Vorfall.

Ein echter Skandal sei das Ganze, schließlich sei der Tiergarten ja „einschlägig vorbelastet“: PETA erinnert an den Ausbruch der Eisbären im Jahr 2000, bei dem sogar ein Eisbär erschossen worden sei. Liebe PETA-Leute, der Skandal ist noch viel schlimmer: Damals wurden nämlich alle vier Eisbären getötet!

Zugleich zweifelt PETA an der „fachlichen Zuverlässigkeit“ der Tiergarten-Verantwortlichen. Dazu kann ich nur eines sagen: Wer im Glashaus sitzt…

Wölfe auf Tauchstation

Die spanischen Wölfe, die ich gerne mal sehen würde und die sich bei meinen Besuchen im Tiergarten regelmäßig verstecken, werden sich wohl auch am Samstag, 19. Juli, nicht blicken lassen. Denn am Familientag der Arbeiterwohlfahrt geht es vermutlich hoch her am Schmausenbuck, und da werden sie wohl ihre Rückzugsmöglichkeiten nutzen.

Dafür posiert Flocke, die zwischen 9 und 11, 13 und 14.30 sowie zwischen 15.30 und 17 UhrAusgang hat, wohl vor Publikum. Und nicht nur die Tiere sorgen für gute Laune bei den Besuchern. An der Hauptbühne beim Tiergartenhotel spielt „Redl auf der Bühne“, und in einem „Kinderland“ gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedenste Bewegungsangebote. Das gesamte Programmangebot gibt es zwischen 10.30 und 18 Uhr zu den üblichen Tiergarten-Eintrittspreisen.

Die Tiergarten-Wölfe werden also abtauchen, doch daran nimmt sich ein anderer Wolf kein Beispiel: Ute Wolf kommt am Montag nämlich aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurück und berichtet dann an dieser Stelle wieder regelmäßig über die Welt der Tiere. Wie ich sie kenne, wird sie in ihrem Urlaub wohl den einen oder anderen Zoo durchforstet haben und darüber auch im Blog erzählen – man darf also auf die nächsten Beiträge sehr gespannt sein. Pech hatte Ute, dass sie das jährliche Journalisten-Sommerfest der Stadt verpasst hat, denn das fand diesmal im Tiergarten statt. Es gab sogar eine kleine Nachtführung, in der Tiergarten-Chef Dag Encke für uns in einige Gehege geleuchtet hat. Turbo, der letzte Gepard Nürnbergs, für den der Tiergarten derzeit weibliche Gesellschaft sucht, war dabei ebenso zu sehen wie die flotten Buntmarder. Nur die Wölfe haben sich mal wieder rar gemacht…