Delfinhaltung soll transparenter werden

Im Vorfeld der Eröffnung der Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof heute ein interessantes Urteil gefällt: Der Tiergarten muss Kritikern der Delfinhaltung in Zoos Auskunft über seine Haltung von Großen Tümmlern geben. Bisher waren Unterlagen zu diesem Thema als vertraulich eingestuft worden, nun muss der Zoo Einsicht in entsprechende Dokumente gewähren.

Geklagt hatte das Wal- und Delfinschutzforum WDCS, das auch in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Ansbach schon Recht bekommen hatte. Die WDCS-Vertreter glauben, in den Unterlagen Hinweise auf mögliche Todesursachen von Delfinen und Delfinbabys im Tiergarten zu finden. Der Verband kritisiert seit Jahren die Delfinhaltung im Tiergarten und lehnt auch den Bau der Delfinlagune ab.

Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Unterlagen über die Delfinhaltung eine Umweltinformation seien und bezogen sich damit auf das geltende Umweltinformationsgesetz. Die Dokumente dürften einer interssierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

Übrigens hat jetzt auch der „Spiegel“ das Thema Delfinlagune für sich entdeckt. Das Magazin, das vor einigen Jahren Nürnberg als „langweiligste Großstadt Deutschlands“ abtat, kritisiert in seiner online-Version die Lagune als „kompletten Unfug“ .

 

Zootiere sind keine Kuscheltiere

TotenkopfäffchenSie sehen so niedlich aus, die kleinen Totenkopfäffchen. Dabei können sie äußerst kräftig zubeißen. Wie schmerzhaft das sein kann, hat auch eine Frau in Magdeburg feststellen müssen. Sie war in ein Freilaufgehege mit Totenkopfäffchen gegangen. Dort sprang ihr eines der Tiere plötzlich auf den Kopf. Die Frau riss vor Schreck die Arme hoch, was wiederum das Äffchen zum Erschrecken brachte. Es reagierte, wie Tiere in Angst- oder Schreckenssituationen oft reagieren: Es biss zu, und zwar in den Finger der Frau.

Die Verletzung war immerhin so schwer, dass die medizinische Versorgung letztlich 5400 Euro kostete. Die Krankenversicherung der Frau verlangte diese Summe vom Betreiber des Zoos zurück. Doch ein Gericht entschied anders: Der Zoo muss nicht zahlen. Denn in dem Gehege standen Schilder, wie sich die Zoobesucher zu verhalten haben, und Schilder mit Warnhinweisen, man solle hastige Bewegungen vermeiden. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Frau freiwillig das Gehege betreten habe und durch die Schilder über mögliche Gefahren informiert worden sei.

Ich finde die Entscheidung richtig. Die Besucher von Zoos und Tiergärten sind oft zu leichtsinnig und realisieren gar nicht, dass Zootiere eben keine Kuscheltiere sind. So kommt es immer wieder zu Verletzungen oder gar größeren Unfällen, für die die Zoobetreiber nichts können. Manche Leute beachten auch die Abgrenzungen an Tiergehegen nicht und heben sogar ihre Kinder über die Absperrungen, damit die Kleinen die Tiere möglichst ganz aus der Nähe beobachten können. Wehe, dann  passiert etwas! Dann ist natürlich der Zoo schuld. Tierparks können aber nicht überall Verbotsschilder aufstellen. Das sieht erstens hässlich aus und versperrt womöglich die Sicht auf die Tiere und kann zweitens den Spaßfaktor beim Zoobesuch ganz schön nach unten drücken. Eigentlich müsste man bei den Besuchern ja vom gesunden Menschenverstand ausgehen können – doch mit dem ist es oft nicht sehr weit her.