Die mit den Raubkatzen liebäugelt

raubkatzenTierfreunden, die für Weihnachten noch ein Geschenk suchen – vielleicht auch für sich selbst -, kann ich einen bärenstarken Tipp geben: Das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ von Katerina Mirus. Die Autorin hat schon im Kindesalter mit dem Fotografieren begonnen. Am liebsten beschäftigt sie sich dabei mit Tieren, und da wiederum mit Raubkatzen. Seit 2013 besuchte sie deshalb gezielt Zoos, Zirkusse und private Raubtierhalter und sprach dort mit Pflegern, Trainern, Haltern und Zoologen. Ursprünglich wollte Katerina Mirus „nur“ einen Fotoband daraus machen. Doch nach den vielen Besuchen und Gesprächen hatte sie so viel interessantes Material, dass sie es auf jeden Fall verwerten wollte. Viele Informationen bekam sie auch im Tiergarten Nürnberg, der das Buch mit unterstützt hat.

Da Katerina Mirus gebürtige Tschechin ist, hat sie Zoos in Tschechien und der Slowakei besucht und von dort Bilder und Texte mitgebracht, zum Beispiel aus dem Prager Zoo, dem Zoo Dvur Kralove oder der Tigeroase Kostolna bei Bratislava. Außerdem hat sie faszinierende Momentaufnahmen aus dem Circus Krone und dem Tiergarten Schönbrunn/Wien eingefangen.

Sehr interessant finde ich das Kapitel über Raubtierparks, von denen manche auch in Not geratene Tiere aufnehmen und ihnen Asyl gewähren. Die Autorin hat sich in den bekanntesten Raubtierparks – in der Schweiz und Tschechien – umgesehen. In dem Buch werden nicht nur Fotos und Texte dazu präsentiert. Es gelingt Katerina Mirus immer wieder, nur mit einer Fotofolge – ohne Text – Geschichten zu erzählen. Mir persönlich gefällt es besonders gut, dass in dem Buch viele Schwarzweißfotos zu finden sind.

Und nun noch eine kleine Quizfrage: Wer weiß, um welche Raubkatze es sich auf dem Titelbild des Buches handelt? Zu gewinnen gibt es nichts, aber vielleicht mag ja doch jemand eine Antwort schicken.

Das Buch ist als Paperback erschienen bei Tredition, hat 200 Seiten und kostet 29,99 Euro.

Hier geht es zur Homepage zum Buch: http://raubkatzen-in-menschlicher-obhut.jimdo.com/

Im nächsten Frühjahr gibt es eine Austellung mit Fotos aus dem Buch, und zwar im Foyer des Naturkundehauses im Tiergarten Nürnberg: Vom 27. März bis 8. Mai.

Achtung, Wolf!

Ab und zu – wenn man gar nichts anderes zu tun hat 😉 – googelt man sich so durch Netz. Gebe ich den Titel meines Blogs, „Achtung, Wolf“ ein, dann freue ich mich, dass ich gleich als erstes erscheine. Danach folgt ein Eintrag, den ich mir nun mal genauer angeschaut habe. Und das hat sich gelohnt, denn „Achtung, Wolf“ ist auch der Titel eines Kinderbuchs von Emily Gravett, das mir sehr (vor-)lesenswert zu sein scheint: Die Geschichte von einem kleinen Kaninchen, das wissen will, wie sich das mit Rotkäppchen und dem Wolf wirklich verhalten hat. Die Hauptfigur namens Rabbit begibt sich durch seine Neugierde in Lebensgefahr. Weil es die Warnung „Achtung, Wolf“ nicht auf Anhieb versteht, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Die englische Autorin und Illustratorin erzählt da eine äußerst hintersinnige Geschichte, ein wenig makaber auch, und mit einer Prise des unverwechselbaren englischen Humors. Nichts für Kinder, die nur glücklich sind, wenn ein Buch gut ausgeht – die sollten lieber die Finger davon weglassen, sonst gibt es womöglich Tränen!

Als Erwachsener – und Wolf obendrein! – amüsiere mich natürlich königlich über das schräge moderne Märchen. Vor allem auch, weil es mit ganz wenigen Worten auskommt – und das ist in unserer so geschwätzig gewordenen Welt meiner Meinung nach die reinste Wohltat. Wer jetzt auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, dem kann ich „Achtung, Wolf!“ nur empfehlen!