Tierisch gute Idee der Frankfurter Polizei

PolizeigiraffeBei all dem derzeitigen Gerede über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen und den Überlegungen, wie sie realisierbar wären, lässt diese Pressemitteilung der Frankfurter Polizei aufhorchen – einfach weil sie zeigt, dass man sich auch bei der aktuellen miesepetrigen Stimmung den Humor bewahren kann. Hier die Nachricht: Die Polizei in Frankfurt testet ab heute Giraffen für die Videoübertragung bei Großveranstaltungen. Das bietet sich in einer Stadt mit einem Traditions-Zoo wie dem Frankfurter eigentlich geradezu an – aber man muss doch erst mal drauf kommen!

Die erste Polizei-Giraffe – sie heißt Horst – ist ab heute  im Dienst. Künftig soll sie bei allen Großveranstaltungen – das sind in Frankfurt immerhin um die 1500 pro Jahr – zum Einsatz kommen, um ihre wesentlich kürzer geratenen menschlichen Polizeikollegen bei der Arbeit zu unterstützen. Durch ihren langen Hals ist die Giraffe geradezu prädestiniert für diese Aufgabe – sie hat ja von Natur aus den Überblick. Die Tiere bekommen bei ihrer Arbeit ein eigens für sie konstruiertes Kopf-Kamera-Geschirr. Über diese Vorrichtung werden die Bilder dann direkt in die Einsatzzentrale der Polizei übertragen.

„Es war ein langer Weg, bis wir die Giraffe in Dienst stellen konnten“, erzählt Giraffen-Führer POK Meerheim. Als erfahrener Hundeführer war es aus seiner Sicht nur logisch, dass die Polizei weiter in der Tierwelt nach geeigneter Unterstützung sucht, teilt die Frankfurter Polizei mit.

Ich finde die Idee gut – aber ich sehe es schon kommen, dass sich da wieder die altbekannten „Tierschützer“ dranhängen werden, weil Tierarbeit nicht mit den Tierschutzgesetzen vereinbar sei.

Augsburg hat kein Glück mit Giraffen

Der Augsburger Zoo kommt nach dem tragischen Tod einer Giraffe in diesen Tagen wieder ins Gerede. Diesmal handelt es sich um ein vierjähriges Weibchen mit dem Namen Luna. Das Tier stürzte und kam danach aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine. Als auch der Tierarzt nichts mehr für Luna  tun konnte, wurde sie eingeschläfert. Ungeklärt ist sowohl die Ursache für den Sturz als auch die Frage, ob und wie sich Luna dabei verletzte. Antworten werden vielleicht die Pathologen bei einer Obduktion des Kadavers in München finden. Wenn Giraffen in Zoologischen Gärten stürzen, endet das leider meist mit ihrem Tod. Sie sind nämlich zu schwer, als dass sie mit technischer Hilfe – etwa einem Kran – wieder aufgerichtet werden könnten.

Im Mai vergangenen Jahres war bereits die Giraffe Kiano in Augsburg durch einen Sturz umgekommen: Ein Zebra, das ins Giraffengehege gesprungen war, brachte Kiano völlig aus der Fassung, so dass er gegen eine Metallabsperrung rannte und einen Schädelbruch erlitt. Besonders traurig war ein Unfall im Augsburger Tierpark, der sich im Januar 2013 ereignete: Dabei verlor die trächtige Giraffe Lada ihr Leben. Drei Jahre zuvor wurde Giraffe Jamie wegen eines Knicks in der Halswirbelsäule eingeschläfert. 2007 starb ein Giraffenbaby zehn Tage nach der Geburt wegen einer Immunschwäche.

Nach dem Tod von Luna ist im Zoo von Augsburg jetzt nur noch das sechsjährige Weibchen Tanischa übrig geblieben. Die Zooleitung erwägt deshalb, die Giraffenhaltung einzustellen. Denn diese Tiere brauchen eigentlich den sozialen Verband einer Herde. Außerdem wurde das Augsburger Giraffenhaus 1985 erbaut und seitdem nie modernisiert. Tierschützer und Tierrechtler fordern ebenfalls, dieser Zoo  solle künftig keine Giraffen mehr halten. Ein Streit um diese Frage war schon bei früheren Giraffenstürzen entbrannt.

Schließt diesen Zoo für immer!

Viele Tierfreunde lehnen Zoos ab und sind grundsätzlich gegen Tierhaltung „in Gefangenschaft“ des Menschen. Ich gehöre nicht dazu – das werden alle, die meine Blog-Beiträge schon länger verfolgen, wissen. Ein Zoo, der die Richtlinien von Tier- und Artenschutz berücksichtigt, ist in meinen Augen eine wichtige Einrichtung, um nicht nur Wissen über Tiere zu vermitteln, sondern auch sinnliche Eindrücke, die kein Buch, keine Zeitschrift, kein Fernsehen und kein Internet vermitteln kann.

Doch es gibt Zoos auf der Welt, die man lieber heute als morgen schließen sollte. Dazu gehört der Tierpark von Surabaya, der größte in Indonesien. Dort ist jetzt eine Giraffe jämmerlich zugrundegegangen. Bei der Obduktion fanden die Tierärzte im Magen einen 20 Kilo schweren Plastikklumpen. Anscheinend stammte das Kunststoffmaterial von Lebensmittelverpackungen, die Zoobesucher mitsamt den Lebensmitteln in den vergangenen Jahren in das Tiergehege geworfen hatten, um die Giraffe zu füttern.

Nun mag man einwenden, dass das nicht die Schuld des Zoos ist, wenn sich Besucher dermaßen unvernünftig verhalten. Meiner Meinung müssen Zoomitarbeiter diese Unvernunft aber zumindest immer wieder mal mitbekommen haben – und dann hätte man eben einschreiten müssen. Aber es kommt noch schlimmer: Bei der Untersuchung des Kadavers stellte sich heraus, dass die Giraffe an Tuberkulose erkrankt war – und höchstwahrscheinlich hat sich das Tier bei Zoomitarbeitern angesteckt; derzeit sind mehrere von ihnen an Tuberkulose erkrankt. Und dann wurde das Tier auch noch 13 Jahre lang als Einzeltier gehalten!

Nun soll beabsichtigt sein, zwei oder drei neue Giraffen zu kaufen. Hoffentlich kann irgendjemand diesen Kauf verhindern! Der Tierpark ist nämlich als schwarzes Schaf unter den Zoos bereits bekannt: In den letzten zwei Jahren sind dort zirka 500 Tiere eingegangen. Manche hätte man eigentlich retten können, denn sie litten unter Krankheiten, die bei tierärztlicher Behandlung durchaus heilbar sind, wie etwa Lungenentzündung oder Durchfall. Der früheren Zooleitung wurde 2011 auch schon die Lizenz entzogen, aber nun  ist eine neue Direktion am Ruder, die es offenbar auch nicht viel besser macht. Deshalb kann ich nur eines sagen: Schließt endlich diesen Zoo, bevor noch mehr Tiere leiden oder womöglich sterben müssen!