Giraffen brauchen dringend mehr Schutz!

Und wieder möchte ich meine Leser auf eine Veranstaltung im Nürnberger Tiergarten aufmerksam machen, die ich für äußerst interessant halte: Stephanie Fennessy, Ko-Direktorin der Giraffe Conservation Foundation kommt zu einem Vortrag dorthin. Am Donnerstag, 21. September, spricht sie um 19.30 Uhr im Naturkundehaus über Giraffen als Afrikas vergessene Riesen (Eintritt frei).

Giraffen rangieren bekanntlich unter Afrikas Tieren ganz weit oben in der Beliebtheit. Aber in den vergangenen Jahren ist ihr Bestand um schockierende 40 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile leben nur noch rund 100 000 Tiere dieser Art auf dem schwarzen Kontinent. Die Giraffe Conservation Foundation (GCF) ist weltweit die einzige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz der Giraffen in ganz Afrika widmet. Sie arbeitet mit großem Einfluss für den Schutz der Giraffen mit lokalen und internationalen Partnern zusammen. weiter lesen

Giraffendrama im Zoo Dortmund

Giraffen leben gefährlich: Wenn sie umkippen, kann das ihren Tod bedeuten. Genau dieses Schicksal ereilte jetzt den Giraffenbullen Tamu im Dortmunder Zoo.

Das Drama ereignete sich in der vergangenen Nacht. Die Giraffen des Zoos schliefen wie üblich im Giraffenhaus – im Stehen, so wie Giraffen das immer tun. Als der fünf Jahre alte Tamu aufwachte, hatte er offenbar einen Krampf im Bein, verlor deshalb das Gleichgewicht und stürzte. Dabei zog er sich zunächst keine schweren Verletzungen zu.

Das Problem war aber, dass Tamu nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen konnte. Zoomitarbeiter alarmierten daraufhin die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute versuchten stundenlang gemeinsam mit Tierpflegern, das Tier mithilfe von Luftkissen und Bandschlingen wieder aufzurichten – aber ohne Erfolg. Und so blieb Tamu zu lange liegen.

Für Giraffen bedeutet langes Liegen in einer Position meistens das Todesurteil, denn ihr Kreislauf kann dabei zusammenbrechen. Wenn die bis zu einer Tonne schweren Tiere liegen, drückt ihr großes Gewicht nämlich auf die Nervenbahnen. Tamu stand bei der Rettungsaktion außerdem unter riesigem Stress – beides zusammen führte schließlich zu seinem Tod. Ein trauriger Tag für den Zoo Dortmund. Dort leben nun noch sechs Giraffen: fünf weibliche Tiere und ein Bulle.

Mein Tipp: Der Tiergarten im Winter

KamelEs gibt Menschen, die gehen nur im Sommer bei Sonnenschein in den Zoo und nehmen es in Kauf,  dass sie sich vor den Tiergehegen drängeln müssen. Der wahre Kenner aber weiß: Landschaftszoos wie der Nürnberger Tiergarten haben im Winter ihren ganz besonderen Reiz, vor allem, wenn sie so schön verschneit sind wie jetzt. Wer in diesen Tagen Zeit hat, sollte die Gelegenheit nutzen und einen Tiergartenbesuch einplanen.

Viele Tierarten, die im Zoo leben, sind Eis und Schnee von ihrer natürlichen Heimat her gewohnt und fühlen sich bei den derzeitigen Wetterverhältnissen durchaus wohl. Dazu gehören zum Beispiel Eisbären, Braunbären, Bartgeier, Kamele, Wisente oder auch Kulane.

giraffenTiere, die eigentlich aus wärmeren Ursprungsländern stammen – wie Giraffen, Geparde, Paviane oder Zebras –, bieten in der verschneiten Landschaft am Schmausenbuck ein eher ungewöhnliches Bild. Verblüffend ist, wie viele von diesen Tieren Spaß am Schnee haben und ihn sogar fressen, zum Beispiel die Paviane oder Giraffen. Die Tierpfleger lassen ihre kälteempfindlichen Schützlinge allerdings immer nur für kürzere Zeit nach draußen ins Freigehege und achten darauf, dass der Boden nicht vereist ist und keine Rutschgefahr besteht.

Tierarten, die Kälte überhaupt nicht vertragen – dazu zählen alle Reptilien und Amphibien – sind in klimatisierten Terrarien untergebracht oder verbringen die kalte Jahreszeit in Winterruhe im Gehege.

Carlo: In memoriam Charly

KibaliCarloGiraffenbulle Charly im Tiergarten Nürnberg ist zwar schon seit Januar 2009 tot, trotzdem ist er jetzt posthum noch Vater geworden: Am vergangenen Donnerstag brachte Giraffen-Dame Kibali ein Baby von Charly zur Welt – es ist bereits sein fünftes und leider das zweite, das er selbst nicht mehr erleben durfte. Im vergangenen Jahr wurde schon Lubaya geboren, die Charly mit Lilly gezeugt hatte. Der neueste Nachwuchs am Schmausenbuck mit dem flotten Netzmuster auf dem Fell wurde zu Ehren von Charly auf den Namen Carlo getauft. Carlo ist zwar eher zart gebaut, aber äußerst selbstbewusst. Bald schon soll er aus dem Giraffenhaus in die Freianlage hinausdürfen.
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Gute Nacht, Abendzeitung!

Das ist wieder so ein Tag, an dem ich mich über manche meiner Journalistenkollegen – gelinde gesagt – nur wundern kann. Heute meine ich damit die Kollegen von der „Abendzeitung“.

Über die traurige Nachricht, dass Giraffe Charly im Tiergarten eingeschläfert wurde – wer es noch nicht gehört oder gelesen hat, kann es hier noch mal nachlesen – titelt die AZ: „Wieder Tragödie am Schmausenbuck“ und „Todesspritze für Giraffen-Bulle Charly“  – im zweiten Fall auch noch grammatikalisch falsch, denn es müsste ja korrekt „Giraffen-Bullen“ heißen. Noch schlimmer kommt es in der Unterzeile: „Schwarze Serie des Zoos setzt sich damit fort“.

Was daran so schlimm sein soll, wenn Tierärzte ein Tier von seinen Qualen erlösen, entzieht sich wirklich meiner Vorstellungskraft. Auch wenn Charly, wie die AZ schreibt, „im besten Mannesalter“ war, ist es doch kein Skandal, wenn er mit 13 Jahren eingeschläfert wird, selbst wenn seine Lebenserwartung bei 30 Jahren liegen würde (übrigens nur im Zoo, in freier Wildbahn wäre die Lebenserwartung um einiges niedriger).

„Die Serie der tödlichen Tragödien im Nürnberger Tiergarten reißt einfach nicht ab“, heißt es weiter im Text, Bezug nehmend auf die kürzlich an den Folgen der Kälte eingegangenen Pinguine, die toten Eisbärenbabys von Vera und Vilma, einen toten Schabrackentapir, den Tod der Kleinen Pandas – alle Tiere halt, die im vergangenen Jahr am Schmausenbuck gestorben sind.  Dazu kann ich nur sagen: In jedem Zoo sterben immer wieder Tiere oder müssen eingeschläfert werden – auch wenn das sicher traurig ist. In der Natur sterben Tiere ebenfalls an Krankheiten, Altersschwäche, infolge von Kälte, Hunger, Hitze, Überschwemmung – oder einfach, weil sie von ihren Feinden gefressen werden. Letzteres passiert ihnen im Zoo immerhin nicht.

Besonders ärgerlich finde ich bei einem derartigen Artikel, dass sich der Autor nicht zu erkennen gibt. Weder ein Kürzel noch ein ganzer Name taucht irgendwo auf. –  Da frage ich micht doch: Ist die Auflage der „Abendzeitung“ schon so tief im Keller, dass man auf diese Weise um Leser kämpfen muss? Na, dann gute Nacht, Abendzeitung!

Seekuh-Baby wohlauf, Giraffe Charly tot

Während das ZDF mit seinen Beiträgen über den Tiergarten in den „Nürnberger Schnauzen“ der Gegenwart wie gesagt  rund ein halbes Jahr hinterherhinkt, kommen aus dem Zoo am Schmausenbuck ständig aktuelle Nachrichten. So erreichte uns Journalisten heute eine traurige und eine schöne Mitteilung aus dem Tiergarten.

Die traurige: Der 13-jährige Giraffenbulle Charly wurde eingeschläfert. Die Zooleitung hat ihn von den unerträglichen Schmerzen erlöst, die ihm seine schon lange entzündeten Gelenke bereitet haben. Zuletzt konnte Charly vor Schmerzen kaum noch aufstehen. Ich werde den mächtigen Giraffenbullen, der im Tiergarten dreimal für Nachwuchs gesorgt hat, nicht so schnell vergessen: Ich durfte ihn nämlich einmal mit Knäckebrot – eine seiner Leibspeisen – füttern. Besonders beeindruckt hat mich die lange und kräftige Zunge von Charly.

Und nun zur schönen Nachricht: Seekuh Mara hat im Tropenhaus ihr zweites Baby zur Welt gebracht. Das Kleine (bei der Geburt war es 1,20 Meter lang und wog rund 25 Kilo) ist gesund und munter. Einziger Wermutstropfen: Es trinkt nicht bei seiner Mutter, sondern bekommt regelmäßig ein Fläschchen mit Spezialmilch von seinen Pflegern. Man hofft aber, dass sich dieses Verhalten noch ändern wird. Denn die Beziehung zwischen Mutter und Kind wird sichtlich immer enger. Obwohl sie schon Erfahrung als Mutter hat, kümmerte sich Mara anfangs nicht um ihr Baby – inzwischen schwimmen die beiden aber Seite an Seite. Die Pfleger hatten auch schon den Eindruck, als würde das Kleine gleich bei Mara „andocken“.

Nachdem schon einmal eine kleine Seekuh im Tropenhaus erst nach über zwei Wochen bei seiner Mutter zu saugen begonnen hat, ist man optimistisch, dass es diesmal auch noch klappt. Um die Stabiliserung der Mutter-Kind-Beziehung nicht von außen zu stören, bleibt das Tropenhaus im Tiergarten vorläufig geschlossen.

Ach ja: Ob das Manati-Baby weiblich oder männlich ist, weiß man noch nicht. Beim Nuckeln am Fläschchen weigert es sich bisher, seine Unterseite zu präsentieren.

Giraffen lieben die Puhdys

Hier wieder einmal eine Meldung über Zootiere, die im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen lässt: Zwei Giraffenbullen, die vor einigen Tagen neu in den Dresdner Zoo gekommen sind, sollen sich dort mit Musik eingewöhnen.

Giraffen hatte es seit 1984 nicht mehr in dem Zoo gegeben. Die Zeiten ohne Langhälse haben nun aber ein Ende. Ab kommendem Samstag können die Besucher wieder zwei Tiere dieser Art in Dresden bewundern: die Netzgiraffe Ulembo aus Karlsruhe und die Rothschild-Giraffe Abidemi aus Gelsenkirchen.

Die beiden sind bereits ins Giraffenhaus eingezogen, um sich dort einzuleben – erst mal ohne Publikum. Doch wenn das Haus am Wochenende für die Besucher geöffnet wird, erwartet man offenbar eine Geräuschkulisse, durch die die Riesen der afrikanischen Savanne erschreckt werden könnten.

Die Tierpfleger versuchen deshalb, ihre Schützlinge mit Musik an den Lärm zu gewöhnen. Und was haben sie dabei herausgefunden? Ulembo und Abidemi hören am liebsten Rockmusik, da wiederum Ost-Rock,  und  am allerliebsten die Puhdys. Bei den Klängen der Band, die schon zu DDR-Zeiten zur Legende wurde, entspannen sich die beiden Giraffen-Bullen am besten, erzählen die Pfleger.