Kostenlos ins Delfinarium

DelfinariumEin Geheimtipp für den Tiergarten Nürnberg: Dort kann man sich in den nächsten Wochen – bis zum 28. Januar – das Eintrittsgeld für das Delfinarium sparen. Von Montag bis Freitag findet nämlich jeden Tag jeweils um 11 und 15 Uhr im Delfinarium ein öffentliches Training mit den Großen Tümmlern statt, das man sich gratis anschauen kann. Wer also die Möglichkeit hat, auch während der Woche den Zoo am Schmausenbuck zu besuchen, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. An den Wochenenden kosten die Vorstellungen im Delfinarium nach wie vor den normalen Eintrittspreis (4,50 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Kinder).

Das Delfintraining ist ähnlich aufgebaut wie die üblichen Vorführungen mit den Großen Tümmlern. Die Tierpfleger erklären für die Besucher die einzelnen Übungen und erläutern auch den Aufbau von verschiedenen Trainingseinheiten.

Wieder ein totes Delfinbaby

Kürzlich hatte der Nürnberger Tiergarten wieder einmal einen Erfolg in der Delfin-Nachzucht verbuchen können: Im holländischen Delfinarium Harderwijk, wo der fränkische Zoo einige seiner Delfine untergebracht hat, bis in Nürnberg die Delfin-Lagune fertig ist, hatte Delfinweibchen Nynke im August ein gesundes Baby zur Welt gebracht, das sie vorbildlich aufzieht. Darüber hatte ich hier auch geschrieben.

Doch nun gibt es schon wieder einen Rückschlag zu vermelden: Die Nürnberger Delfindame Naomi, ebenfalls zu Gast in Harderwijk, ist dort vor ein paar Tagen auch Mutter geworden. Doch das Kleine starb noch am Tag seiner Geburt. Naomi ist Erstgebärende und hat ihr Junges offenbar selbst angegriffen. Dieses Verhalten ist manchmal auch bei Großen Tümmlern zu beobachten, die in freier Natur zum ersten Mal ein Baby bekommen. Denn die Delfinweibchen müssen die Aufzucht ihres Nachwuchses erst von erfahrenen Müttern lernen.

Eine Erklärung, die schlüssig sein mag – doch für den Tiergarten Nürnberg ist sie nur ein schwacher Trost. Man hatte gehofft, nach mehreren Todesfällen von Delfinbabys endlich wieder stabile Erfolge bei der Nachzucht von Großen Tümmlern zu erzielen. Diese Hoffnung wurde nun erst einmal wieder zunichte genacht.

Delfin Ankes Baby ist tot

Bei den Nürnberger Delfinen ist seit einiger Zeit – im übertragenen Sinne – wirklich der Wurm drin: Schon wieder ist ein Delfinbaby des Tiergartens gestorben. Diesmal nicht in Nürnberg, sondern in Harderwijk (Niederlande). Dort leben drei der fränkischen Delfinweibchen vorübergehend, solange in Nürnberg die Delfinlagune gebaut wird.

Man hatte wohl gehofft, dass Anke, Nynke und Naomi, drei Delfindamen im besten Gebär-Alter, in Harderwijk ruhiger leben als am Schmausenbuck, wo der Baulärm die Delfine beeinträchtigen könnte. Außerdem haben die drei in den Niederlanden die Möglichkeit, sich schon einmal vorab an ein anderes Leben als ihr bisheriges im gekachelten Delfinarium zu gewöhnen: In Harderwijk existiert nämlich schon eine Art Lagune für Große Tümmler und Seelöwen.

AnkeAber mit Anke (hier im Bild bei der Delfintherapie für autistische Kinder) und dem Nachwuchs ist es so eine Sache: Auch ihr erstes Baby ist gestorben. Allerdings soll es keinen Zusammenhang geben mit dem aktuellen Todesfall. Der ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wurde, in der vergangenen Woche; das Kleine starb nur 15 Minuten nach seiner Geburt. Laut Obduktionsbericht lag es daran, dass das Jungtier mit einer Missbildung der Luftröhre zur Welt kam und deshalb seine Lungenflügel nicht mit genügend Atemluft füllen konnte.
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Kein Zusammenhang zwischen Evas und Mikes Tod

Zwei tote Tiere innerhalb von zwei Tagen im Nürnberger Delfinarium, erst Seelöwe Mike und gestern das Delfinweibchen Eva: Das ließ einen Zusammenhang befürchten  – etwa, dass Viren oder Bakterien eine Krankheit verbreitet hätten. Doch diese Sorge scheint nun vom Tisch: Nach Untersuchungen der beiden Kadaver im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen gibt es keinen Zusammenhang. Mike starb demnach am Montag an einem Herz-Kreislaufversagen, Eva am Mittwoch an einer Gehirnentzündung, die letztlich auf Altersschwäche zurückzuführen ist. In ihrer Lunge, den Nieren und der Bauchspeicheldrüse wurden altersbedingte Befunde festgestellt.

Immerhin hatte Eva 40 Jahre auf dem Buckel – ein biblisches Alter für einen Großen Tümmler, das diese Tiere in der Natur nicht erreichen. Dort liegt die mittlere Lebenserwartung von Delfinen bei 25 Jahren. Und: Eva hat immerhin vier Jungtiere zur Welt gebracht und großgezogen: Naomi (die hier auf dem Foto mit ihrer Mutter abgebildet ist) und Nemo, die derzeit in Harderwijk (Niederlande) leben, Nando, der nach Münster abgegeben wurde und Noah, der nach wie vor im Nürnberger Tiergarten lebt.

Vor ein paar Monaten haben sich immer mal wieder altersbedingte Schwächen bei Eva gezeigt, aber sie erholte sich wieder. Auf ihre Trainer und Pfleger machte sie den Eindruck, fit zu sein wie früher. Bereits vor zwei Wochen erlitt sie jedoch etwas, das man bei Menschen wohl als „körperlichen Zusammenbruch“ bezeichnen würde. Gestern wollte sie nichts mehr fressen, zog aber weiter ruhig und gleichmäßig ihre Runden durch das Becken im Delfinarium. Bis sie plötzlich auf den Beckenboden hinunterschwamm und Probleme hatte, wieder aufzutauchen. Als eine Pflegerin ins Wasser sprang und an die Oberfläche holte, war Eva schon tot.

Einen Zusammenhang zwischen dem Tod beider Tiere schließen die Verantwortlichen schon deshalb aus, weil Mike sich die ganze Zeit im Hauptdelfinarium aufhielt,  Eva dagegen im 300 Meter entfernten, für die Besucher nicht zugänglichen Nebendelfinarium.