Was leuchtet da im Tiergehege?

hyazinthara_mit_kuerbisKinder lieben es, manche Erwachsenen nervt es einfach nur – wie dem auch sei: Auch bei uns in Deutschland kommt längst niemand mehr an Halloween vorbei. Der Tiergarten Nürnberg will von dem Riesengeschäft, das mit dem Grusel-Event gemacht wird, ebenfalls profitieren. Deshalb heißt es am 31. Oktober von 10 bis 16 Uhr: „Wer findet Hokkaido und Co. im Landschaftszoo?“ Jeder Zoobesucher kann unter diesem Motto auf Kürbissuche im Tiergarten gehen. Bei der „Kürbis-Safari“ gilt es, die orangefarbenen Früchte in verschiedenen Tiergehegen – wie zum Beispiel bei den Hyazinth-Aras auf diesem Foto – zu entdecken. Die Fundorte sind auf einer Teilnahmekarte zu verzeichnen, die man sich am Eingang abholt. Bei richtigem Eintrag ergibt sich ein Lösungswort. Am Ende des Tiergartenrundgangs wirft man die Karte in eine Box am Ausgang. Zu gewinnen gibt es Jahres-, Familien- und Tageskarten für den Zoo am Schmausenbuck.

„Horror-Clowns“, die ihr Unwesen treiben, haben in diesem Jahr im Vorfeld des Halloween-Festes für Grauen gesorgt. In Nürnberg haben einige Geschäfte darauf reagiert und Clowns-Masken aus dem Sortiment genommen. Eine harmlosere Grusel-Variante, die große wie kleine Kinder begeistert, ist der Brauch, an Halloween Kürbisse auszuhöhlen und Fratzen in die Schale zu schnitzen. Davon hat man sich im Tiergarten anregen lassen. Die leuchtenden Früchte sind gleichzeitig eine willkommene Abwechslung und ein interessantes Spielzeug für die Zootiere. So macht auch ihnen Halloween Spaß.

Süßes, oder es setzt was!

Halloween droht uns wieder. Mir persönlich geht es ziemlich auf die Nerven, wie dieses Fest auch hierzulande ausgeschlachtet wird – es hat ja nichts mit unserer Kultur zu tun. Aber heutzutage regiert schließlich die Wirtschaft die Welt, und in den Läden lässt Halloween natürlich die Kassen klingeln.

Zu allem Überfluss kommt es auch noch immer mehr in Mode, in irgendeiner Form Tiere in die Halloween-Feiern mit einzubeziehen. In den USA verpassen mittlerweile viele Tierbesitzer ihren vierbeinigen Lieblingen ein Halloween-Kostüm – egal, ob die sich darin wohlfühlen oder nicht. Am aberwitzigsten finde ich die Halloween-Hunde-Parade in Kalifornien, bei der Hunderte „beste Freunde des Menschen“ mitmachen. Auch das eine oder andere Schwein oder Katzen mischen sich darunter.

Tierschützer sehen das mehr als kritisch. Denn Kostüme schränken zum Beispiel die Bewegungsfreiheit der Tiere ein. Und vor allem laute Musik und der sonstige Krach bei den Umzügen stressen die Viecher furchtbar. Deswegen lehnt auch der Deutsche Tierschutzbund die Modeerscheinung ab, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Tiere zu verkleiden.

Sogar manche Zoos machen bei dem Irrsinn schon mit, leider auch in Deutschland. So der Zoo in Hannover, der ja zu den geschäftstüchtigsten hierzulande gehört. Dort liegen beispielsweise ausgehöhlte Kürbisse in den Gehegen, und die Zootiere können schauen, was sie damit anstellen. Die Erdmännchen klettern, vorwitzig wie sie nun mal sind, durch die orangefarbenen geschnitzten Fratzen hindurch. Löwen würden Kürbisse normalerweise wohl eher ignorieren. Aber damit es aussieht, als hätten sie daran Interesse, verstecken Pfleger Fleischstücke darin – und schon schnüffeln die Raubkatzen brav daran.

Ich warte schon darauf, dass die Nachbarskatze am Montagabend bei mir an der Tür klingelt und „Süßes, oder es setzt was“ maunzt. Für alle Fälle besorge ich mir schon mal ein bisschen Trockenfutter, denn sie hat ganz schön scharfe Krallen.