Demenz: Auch Tiere kann es treffen

Wer bisher dachte, Demenz sei eine Krankheit, die nur Menschen betrifft, der irrt. Auch bei Haustieren steigt mit zunehmendem Alter  das Demenz-Risiko. Besitzer merken das daran, dass ihre Lieblinge oft ein völlig verändertes Verhalten an den Tag legen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass Hunde vertraute Personen nicht mehr erkennen, in die Wohnung machen oder den Weg durchs Treppenhaus nicht mehr finden.

Tierbesitzer, die so etwas bei ihrem Schützling beobachten, sollten mit ihm zum Tierarzt gehen und untersuchen lassen, ob organische Ursachen auszuschließen sind. Das rät jedenfalls der Verein Aktion Tier. Wenn dann ein Verdacht auf Demenz besteht, diagnostizieren Tierärzte in solchen Fällen meist eine kognitive Dysfunktion. Die gleicht im Krankheitsbild und auch im Verlauf der Alzheimer-Krankheit beim Menschen. Dass Katzen betroffen sein können, haben Forscher anhand von charakteristischen Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn schon vor einiger Zeit nachgewiesen. Solange das betroffene Tier am Leben ist, kann der Tierarzt die Diagnose nur auf Verdacht stellen, bzw. indem er andere Krankheiten ausschließt. Laut einer Studie des Bundesverbands für Tiergesundheit sind mehr als 20 Prozent der Hunde im Alter von mehr als neun Jahren und 68 Prozent der Hunde über 15 Jahren von Demenz betroffen.

Gegen Demenz bei Hunden und Katzen können durchblutungsfördernde Medikamente zumindest eine Verbesserung bewirken. Wichtig ist außerdem, dem Tier möglichst wenig Veränderungen zumuten. Denn die gewohnte Umgebung und routinierte Tagesabläufe unterstützen Hunde und Katzen dabei, sich zurechtzufinden.

Pro und contra „Barfen“

BarfenQuizfrage: Wer weiß, was „Barfen“ ist und wofür die Abkürung steht? – Also: „Barf“ ist die Abkürzung für „Bones and raw foods“ und bezieht sich auf die Verfütterung von Rohkost an Hunde und Katzen. Klar, mag man denken, das ist ja ganz natürlich und viel besser als Fertigfutter. Doch es gibt auch Gegner, die das „Barfen“ für gefährlich halten.

„Barfen“ ist ein Trend, der – wie könnte es anders sein? – aus den USA nach Europa herüberschwappt. Das Konzept: Futter für Hunde und Katzen sollte möglichst naturnah sein, also zum Beispiel rohes Fleisch und Innereien, aber auch Fell und Knochen, dazu Gemüse und Obst. Nur Schweinefleisch ist „verboten“ (wegen der Gefahr des Befalls mit den für die Tiere tödlichen Aujeszky-Viren). „Barfer“ stellen die Nahrung ihrer Vierbeiner meist selbst zusammen. Längst existieren auch „Barf-Shops“, teils mit Internet-Versand, wobei das Fleisch tiefgefroren geliefert wird. In gut sortieren Futterhäusern sind außerdem fix und fertig zusammengestellte Rationen mit Fleisch, Gemüse und Zusätzen erhältlich.

Ob und was das „Barfen“ für Hunde bringt, ist umstritten. Befürworter glauben, dass es gut ist für Zähne, Fell und Organe ihrer Lieblinge. Die Gegner bezweifeln, ob Haushunde genauso ernährt werden sollten wie ein Wolf. Denn der Verdauungstrakt von Hunden hat sich durch das Leben in menschlicher Obhut verändert. Einige tierärztliche Vereinigungen und Ernährungswissenschaftler raten ebenfalls davon ab, weil es viele Risiken gebe. Zum Beispiel die Übertragung von Krankheiten durch rohes Fleisch – auf Hund und Besitzer. Falsche Dosierung kann außerdem Ursache für Nährstoffmangel sein, deshalb müssen die einzelnen Dinge im richtigen Maß verfüttert werden.

„Barfen“ bedeutet für den Tierhalten auf jeden Fall mehr Aufwand als Fertigfutter. Man muss sich gut informieren und am besten von einem Fachmann berechnen lassen, wie die Rationen zu berechnen sind. Das hängt von Alter, Geschlecht, Haltungsform und Rasse des Tiers ab. Und noch eins muss man abwägen: die Kosten. Fertigfutter ist teuer, aber beim „Barfen“ kommt auch einiges zusammen. Offenbar haben „gebarfte“ Hunde selten Übergewicht. Studien, die belegen, dass diese Tiere gesünder sind als mit Fertigfutter ernährte, gibt es jedenfalls noch nicht. Nur eines ist sicher: „Barfen“ wird immer beliebter. Fachleute schätzen, dass fünf Prozent der Hundebesitzer diesen Weg gewählt haben.

Der 8. August ist Weltkatzentag

WeltkatzentagAm 8. August ist Weltkatzentag – das darf ich natürlich in meinem Blog nicht ignorieren. Schließlich gehören Katzen seit langer Zeit zu den treuesten Begleitern des Menschen. Auch – oder gerade! – weil sie nicht gehorsam sind wie Hunde, sondern einen eigenen Kopf haben. Andererseits sind viele Katzen verschmust und können vor allem für allein lebende oder alte Menschen so etwas wie ein Partnerersatz sein.

Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland 11,8 Millionen Katzen. (Zum  Vergleich: Im selben Zeitraum waren es 6,9 Millionen Hunde.) Diese Zahl ist auch ein  wirtschaftlicher Faktor, denn die Katzenhalter haben in Deutschland letztes Jahr fast 1,6 Milliarden Euro für Katzenfutter ausgegeben, außerdem 265 Millionen für Katzenstreu und weitere 181 Millionen für Zubehör.

Geht man zurück in die Geschichte, kommen wir zwangsläufig zum Verhältnis der alten Ägypter zu ihren Katzen. Vor rund 4000 Jahren schon hatten reiche Ägypter Katzen als Haustiere. Die machten einen so großen Eindruck auf ihre Halter, dass sie die Göttin Bastet, die als Schützerin gegen das Böse und Göttin der Fruchtbarkeit verehrt wurde, in Katzengestalt darstellten. Aus der ägyptischen Falbkatze entwickelten sich im Lauf der Zeit mehr als 40 Rassen von Hauskatzen.

Immer wieder hört oder liest man Geschichten, dass Katzen „ihrem“ Menschen das Leben gerettet haben, etwa bei Wohnungsbränden, wenn Herrchen oder Frauchen schlafen und den Ausbruch des Feuers nicht bemerken. Sogar streunende Katzen können zu Lebensrettern werden, wie folgendes Beispiel zeigt: Im Januar dieses Jahres wärmte ein Streuner in Obninsk (Russland) stundenlang ein bei Frost ausgesetztes Baby und rettete es vor dem Erfrieren. Neben dem etwa zwei Monate alten Kleinkind, das in einem Pappkarton ins Freie gestellt orden war, miaute die Katze so lange, bis Leute darauf aufmerksam wurden und das Kind in ein Krankenhaus brachten.

Und noch eine nette Geschichte: Erst kürzlich verteidigte in Eagle River in Alaska eine mutige Katze ihr Heim gegen einen neugierigen Schwarzbären, der sich auf der Terrasse herumtrieb. Ein beherzter Sprung des Stubentigers an die Terrassentür genügte, um den Bären in die Flucht zu schlagen.

Schön wäre es, wenn der Weltkatzentag dazu beitragen könnte, dass Menschen sich eine Katze aus dem Tierheim holen. Denn dort warten viele dieser wunderbaren Tiere darauf, dass sich ein neues Herrchen oder Frauchen ihrer annimmt.

Eine besondere Art von Haustier

Wenn wir schon beim Thema Haustiere sind: Wer sagt denn, dass das immer Hunde oder Katzen, Goldhamster oder Meerschweinchen, Wellensittiche oder Kanarienvögel sein müssen? Gerade Kinder und Jugendliche können sich ebenso gut für andere Tiere begeistern, beispielsweise für Käfer. Die haben obendrein den Vorteil, dass sie nicht vielArbeit machen und sich leicht halten lassen. In einem Terrarium kann man ihre Umgebung leicht nachbilden. Und dann lässt sich gut beobachten, wie sich die Tiere entwickeln. Eine spannende Sache für Kinder!

Besonders Rosenkäfer (wie auf obigem Foto), aber auch Hirsch- und Riesenkäfer eignen sich gut dafür. Man kann die Käfer bereits im Larvenstadium kaufen. Die sind in Zoohandlungen erhältlich, in denen es einen Terraristikbereich gibt, oder bei Züchtern. Wie groß der Behälter zur Aufzucht und das Terrarium sein müssen, hängt vom Käfer ab. Manche Engerlinge sollten einzeln gehalten werden, weil sie sich sonst gegenseitig anknabbern. Sie vertragen auch keine zu hohen Temperaturen. Die Käfer benötigen ausreichend Bodensubstrat, außerdem Borken und Äste. In Zoohandlungen kann man sich beraten lassen, was genau die einzelnen Arten brauchen, um sich wohlzufühlen. In Sachen Nahrung sind Rosen-, Hirsch- und Riesenkäfer pflegeleicht, sie mögen es süß und fressen gern Bananen und Ahornsirup. In Tierhandlungen gibt es auch ein spezielles Gelee. Das ist aber für die normale Versorgung nicht notwendig.

Gemeinsam im letzten Hafen

Katze
Viele Menschen lieben ihr Haustier wie einen Menschen. Manche sogar mehr – vor allem, wenn sie alt sind, allein leben und keine Familie mehr haben. Diese Tierliebe geht bei etlichen Tierhaltern über den Tod hinaus. Was liegt da näher, als sich mit seinem Hund oder seiner Katze begraben zu lassen? Diese Möglichkeit besteht nun erstmals in Deutschland: In Urnengräbern auf speziellen Friedhöfen namens „Unser Hafen“. Im Juni sollen die ersten dafür ausgewiesenen Friedhöfe in Braubach bei Koblenz und in Essen eingeweiht werden; zusätzliche Standorte sind schon im Gespräch.

Haustierhalter, die sich eine gemeinsame letzte Ruhe mit ihrem Tier wünschen,  können zu Lebzeiten für eine Urnenbestattung in ein und demselben Grab mit ihrem Liebling vorsorgen. Wenn ihr Haustier eingeschläfert und danach verbrannt wurde, bewahren heutzutage längst viele Herrchen und Frauchen die Asche  in einer Tierurne auf. Nach dem Tod des Besitzers und dessen Einäscherung  werden dann die Menschen- und die Tierurne streng voneinander getrennt zum Friedhof  „Unser Hafen“ überführt, bevor sie im gemeinsamen Grab bestattet werden.

Kündigt sich da ein neuer Trend an? Durchaus möglich. Bevor sich die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier bei uns etabliert, dürfte es jedoch eine typisch deutsche Debatte über ethische Fragen geben, nach dem Motto: Geht denn das, Mensch und Tier in einem Grab? Ich finde: ja. Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen. Warum sollte es bei Tierliebe anders sein?

P.S. Nachdem in einem Kommentar obiges Foto bewundert wurde, möchte ich den Fotografen nicht verschweigen: Es stammt von Patrick Pleul (dpa).

Schäferhunde sind aus der Mode

Der DeutscheEin Trend, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet, setzt sich fort: Die einst am stärksten nachgefragte Hunderasse der Deutschen, der Deutsche Schäferhund, ist auf der Beliebtheitsskala noch weiter nach unten gesunken. Er schaffte er es nicht einmal mehr unter die ersten Zehn in der Liste der favorisierten Hunderassen in Deutschland. Dafür hat hierzulande ein anderer Schäferhund den Siegeszug angetreten: der Australian Shepherd (Foto: obs/AGILA Haustierversicherung AG/cynoclub – Fotolia.com). Das hat die AGILA Haustierversicherung AG aufgrund ihrer Kundendaten für das Jahr 2013 ermittelt. Nach Angaben der Versicherung war der Deutsche Schäferhund schon im Jahr 2012 um vier Plätze nach hinten gerutscht, nämlich auf Platz 9. Ganz ähnlich verhält es sich übrigens mit der Deutschen Dogge, die 2012 noch den 8. Platz belegt hatte und 2013 auch nicht mehr unter den zehn beliebtesten Rassen zu finden ist.

Der Australian Shepherd dagegen hatte es 2012 als Newcomer gleich auf den zehnten Platz geschafft und konnte 2013 noch einmal zwei Plätze gutmachen. Weil diese Rasse einen ausgeprägten Wach- und Schutzinstinkt besitzt und außerdem sehr verspielt ist, erfreut sie sich größter Beliebtheit als Familienhund. Übrigens haben es auch der Beagle und der Rhodesian Ridgeback auf die Hitliste der „Top Ten“ der Haustierversicherung zurückgeschafft, nachdem sie dort zwei Jahre lang nicht mehr zu finden waren. Und der Jack Russell Terrier – übrigens meine persönliche Lieblingsrasse – hat zwei Plätze gutmachen können: von sieben auf fünf.

Die AGILA Haustierversicherung zählt mit 170 000 versicherten Hunden und Katzen zu den größten deutschen Haustierversicherern und ermittelt seit 2013 die hierzulande beliebtesten Hunderassen. Hier ihre aktuellste „Hitliste“:

1. Mischling
2. Labrador Retriever
3. Golden Retriever
4. Französische Bulldogge
5. Jack Russell Terrier
6. Mops
7. Rhodesian Ridgeback
8. Australian Shepherd
9. Beagle
10. Chihuahua (-4)

Die Reise kann beginnen!

Der große Regen ist vorüber, die Sonne hat ihren Platz am Himmel zurückerobert, es ist Wochenende, und im Land macht sich langsam aber sicher Ferienstimmung breit. Endlich, endlich beginnt ein Sommer, der seinen Namen auch verdient hat. Mit ihm kommt aber auch das Fernweh.

Einige Tierhalter dürften die Reiselust allerdings eher gedämpft verspüren. Denn wenn sie ihre Schützlinge in den Urlaub mitnehmen wollen, müssen sie womöglich schon Wochen vorher mit den Vorbereitungen beginnen: Bei Reisen ins Ausland werden vor allem für Hunde und Katzen Impfnachweise verlangt. Man verplempert dafür viel wertvolle Zeit (und Geld!) in Veterinärpraxen.

Die Impfvorschriften wurden jetzt durch eine Neuregelung gelockert, und zwar für Hunde und Katzen, die ihren Urlaub mit Herrchen und Frauchen innerhalb der EU-Grenzen verbringen. In diesem Bereich wurde das Reisen mit Haustieren erleichtert; das Europaparlament hat eine entsprechende Verordnung erlassen. Jetzt gilt folgendes: Sind Rex und Mikesch gechippt und besitzen sie den europaweit einheitlichen Tierausweis, so brauchen sie keine Tollwutimpfung mehr, wenn die Reise innerhalb von Gebieten stattfindet, die als tollwutfrei gelten.

Und worauf ist diese Erleichterung zurückzuführen? – Man glaubt es kaum: Auf die Einsicht von Beamten, die den Amtsschimmel endlich mal ein wenig leiser wiehern lassen wollen. Außerdem begründet man die Verordnung mit spürbaren Erfolgen bei der Tollwutbekämpfung in Europa. In einigen EU-Staaten schafft man sogar lange Quarantäne-Aufenthalte für Haustiere ab, zum Beispiel in Großbritannien. Menschen dürfen ihre Tiere außerdem für Sportveranstaltungen, Wettbewerbe oder Ausstellungen ins Ausland bringen, ohne gleich verdächtigt zu werden, Tierhändler zu sein. Das gilt jedoch nicht für Welpen unter sechs Monaten. Sonst würde man wohl den – leider expandierenden – illegalen Handel mit Hundewelpen oder anderen Tierbabys noch fördern.

Um die Neuregelung tierisch zu würdigen, rufe ich in Richtung Straßburg: Gut gebrüllt, Löwe!!

Ist das wirklich Tierliebe?

Der hohe Lebensstandard in Singapur treibt seltsame Blüten: In dem asiatischen Stadtstaat werden Haustiere – allen voran Hunde – immer mehr vermenschlicht. Wellness- und Freizeitangebote für Vierbeiner boomen.

Sehr gut läuft zum Beispiel ein Unternehmen, das sich „Pet Cruise“ nennt. Der Besitzer ist ein ehemaliger Börsenhändler (!), der auf seinem acht Meter langen Katamaran Bootsausflüge für Haustiere anbietet. Meist kommen Hundebesitzer, die ihren Lieblingen etwas Gutes tun wollen, aber auch eine Schildkröte gehörte schon zu den Fahrgästen. Die Tiere werden für etwa 25 Euro (Herrchen und Frauchen zahlen noch einmal den selben Preis) zwei Stunden lang auf dem Meer herumgeschippert. Sogar Schwimmwesten für Hunde liegen bereit, falls das Boot einmal kentern sollte. Für die Hunde stellt die Weite des Wassers wahrscheinlich wirklich eine Abwechslung dar. Denn Gassigehen zwischen den riesigen Wohnblocks in Singapur, wo es kaum Auslauf gibt, macht wahrscheinlich weder den Hunden noch ihren Besitzern so richtig Spaß.

Die Menschen in Singapur sind auf jeden Fall regelrecht verrückt nach Haustieren: Bei 5,3 Millionen Einwohnern gibt es über 250 Zoogeschäfte. Die großen unter ihnen verkaufen nicht nur Haustiere und passendes Zubehör, sondern sie bieten einen Rundum-Service für Hunde mit Unterkunft und Verpflegung. Regelrechte Wellness-Tempel für Hunde machen mittlerweile ein gutes Geschäft, beispielsweise mit Sprudelbädern, in denen die Vierbeiner mal so richtig entspannen können. Bis zu 70 Euro kostet der Spaß – die Besitzer lassen sich nicht lumpen, wenn es um das Wohl ihrer Lieblinge geht.

Manche belegen sogar gemeinsam mit dem Hund Yogakurse. Die waren zuerst in Hongkong und Taiwan Mode, jetzt sind sie der letzte Schrei in Singapur. Mancher Hundebesitzer beruhigt so sein schlechtes Gewissen und will seinen Hund dafür entschädigen, dass er ihn sonst viel zu lang zu Hause allein lässt. Die Tierliebe in Singapur gipfelt darin, dass immer mehr Haustierhalter in der Sonntagsausgabe einer großen Zeitung Nachrufe für ihre verstorbenen Lieblinge veröffentlichen. Es gibt sogar ein eigenes Haustier-Krematorium in einem Vorort von Singapur, wo man Nischen in einer Urnenhalle kaufen kann, um den toten Tieren eine würdige Gedenkstätte zu schaffen.

Ob das alles wirklich etwas mit Tierliebe zu tun hat, sei dahingestellt. Ich fürchte jedenfalls, dass der Trend über kurz oder lang auch bei uns ankommen wird.

Zeit ist das schönste Geschenk für Tiere

Die Vorweihnachtszeit bedeutet für viele Leute jede Menge Stress: Was soll man nur wieder schenken? Manche Menschen meinen ja sogar, ihre Tiere beschenken zu müssen. Aber Vorsicht: Nicht jedes Spielzeug für Tiere eignet sich wirklich, es werden sogar ausgesprochen gefährliche Dinge angeboten. Die Tierschutzvereine weisen jedes Jahr wieder darauf hin – leider mit wenig Erfolg.

Gefährlich sind zum Beispiel zu kleine Spielsachen, die von den Tieren im Eifer des Gefechts leicht verschluckt werden, oder die Innenteile von Quietschtieren: Wenn Hunde darauf kauen, zersplittern sie leicht und können dann zu Verletzungen führen. Jeder wirkliche Tierfreund verzichtet auch auf Laserpointer, die als Katzenspielzeug angepriesen werden. Die Katzen sollen den Lichtstrahl „jagen“. Wenn der Lichtstrahl auf das Auge trifft, kann es zu schweren Verbrennungen kommen – und zwar sowohl bei den Katzen als auch den Katzenhaltern!

Die Hände lassen sollte man auch von Kunststoff-Röhrensystemen für Hamster. Es besteht die Gefahr, dass die kleinen Nager darin stecken bleiben und im schlimmsten Fall sogar ersticken. Offene Laufräder mit Sprossen eignen sich ebenfalls nicht wirklich als Käfiginventar für kleine Haustiere. Oft haben sie einen zu kleinen Durchmesser, wodurch die Wirbelsäule der Tiere zu stark gekrümmt wird. Es kann auch leicht zu Verletzungen kommen, wenn Gliedmaßen oder der Schwanz in den Sprossen hängen bleiben. Tierschützer raten außerdem von Spiegeln oder Plastikvögeln für Wellensittiche ab: Beides ist kein Ersatz für einen Artgenossen, den ein Wellensittich unbedingt braucht.

Und bitte: Stark gewürzte Speisen oder Schokolade, die sich Menschen an Weihnachten gerne schmecken lassen, dürfen auf keinen Fall als „Leckerli“ an Tiere verfüttert werden. Das mag gut gemeint und eine vermeintliche Freude für die Tiere sein – führt aber meist nur zu Verdauungsstörungen und Magenverstimmungen.

Ich glaube, das schönste Weihnachtsgeschenk, das Tierhalter ihren Lieblingen machen können, ist, ihnen mehr Zeit zu schenken. Ausgiebig selbst mit der Katze spielen, statt ihr nur Spielzeug hinzuwerfen, oder sich beim Gassigehen wirklich mit dem Hund beschäftigen, statt diese Zeit nur zu langen Gesprächen am Mobiltelefon zu nutzen: Darüber freuen sich die Tiere wirklich!

Süßes, oder es setzt was!

Halloween droht uns wieder. Mir persönlich geht es ziemlich auf die Nerven, wie dieses Fest auch hierzulande ausgeschlachtet wird – es hat ja nichts mit unserer Kultur zu tun. Aber heutzutage regiert schließlich die Wirtschaft die Welt, und in den Läden lässt Halloween natürlich die Kassen klingeln.

Zu allem Überfluss kommt es auch noch immer mehr in Mode, in irgendeiner Form Tiere in die Halloween-Feiern mit einzubeziehen. In den USA verpassen mittlerweile viele Tierbesitzer ihren vierbeinigen Lieblingen ein Halloween-Kostüm – egal, ob die sich darin wohlfühlen oder nicht. Am aberwitzigsten finde ich die Halloween-Hunde-Parade in Kalifornien, bei der Hunderte „beste Freunde des Menschen“ mitmachen. Auch das eine oder andere Schwein oder Katzen mischen sich darunter.

Tierschützer sehen das mehr als kritisch. Denn Kostüme schränken zum Beispiel die Bewegungsfreiheit der Tiere ein. Und vor allem laute Musik und der sonstige Krach bei den Umzügen stressen die Viecher furchtbar. Deswegen lehnt auch der Deutsche Tierschutzbund die Modeerscheinung ab, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Tiere zu verkleiden.

Sogar manche Zoos machen bei dem Irrsinn schon mit, leider auch in Deutschland. So der Zoo in Hannover, der ja zu den geschäftstüchtigsten hierzulande gehört. Dort liegen beispielsweise ausgehöhlte Kürbisse in den Gehegen, und die Zootiere können schauen, was sie damit anstellen. Die Erdmännchen klettern, vorwitzig wie sie nun mal sind, durch die orangefarbenen geschnitzten Fratzen hindurch. Löwen würden Kürbisse normalerweise wohl eher ignorieren. Aber damit es aussieht, als hätten sie daran Interesse, verstecken Pfleger Fleischstücke darin – und schon schnüffeln die Raubkatzen brav daran.

Ich warte schon darauf, dass die Nachbarskatze am Montagabend bei mir an der Tür klingelt und „Süßes, oder es setzt was“ maunzt. Für alle Fälle besorge ich mir schon mal ein bisschen Trockenfutter, denn sie hat ganz schön scharfe Krallen.