Rückt ein Verbot für Tiere im Zirkus näher?

ZirkustiereIch habe hier im Blog ja schon öfter über das von verschiedenen Seiten geforderte Verbot von Wildtieren im Zirkus geschrieben. Jetzt startet wieder ein neuer Anlauf: Das Bundesland Hessen bringt morgen (Freitag, 26. Februar) eine Initiative in den Bundesrat ein, die sich auch auf Affen, Giraffen, Nashörner und Flusspferde bezieht. Zur Begründung wird argumentiert, eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung sei unter den Bedingungen reisender Zirkusunternehmen unmöglich. Zirkustiere seien bis zu 20 Stunden lang in engen Transportfahrzeugen eingequetscht.

Schon mehrmals gab es ähnliche Vorstöße des Bundesrates. Der jetzige Antrag soll erst mal zur Beratung die Ausschüsse des Bundesrates durchlaufen – mit dem Ziel, dass die Bundesregierung über eine Entschließung zu einem Verbot aufgefordert wird.

Bisher sieht es so aus, dass das für diese Frage zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium da noch nicht recht mitzieht. Dort will man  zunächst die Situation von Wildtieren im Zirkus weiter beobachten und erst dann aktiv werden, wenn man neue Erkenntnissen gewonnen hat. Seit einer Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 kann dieses Ministerium unter bestimmten Voraussetzungen Verbote oder Beschränkungen verordnen – allerdings sind die Hürden wegen möglicher Eingriffe in Grundrechte doch ziemlich hoch gelegt. Im Fall des Verbots von Zirkustieren ist hauptsächlich die Berufsfreiheit der Zirkusbetreiber ein Hindernis bei jeder Änderung.

Ich selbst bin mir nach wie vor nicht sicher, wie ich in dieser Frage entscheiden würde. Es gibt meiner Meinung nach sehr gute Tierhaltung in Zirkusssen – vor allem in den großen Unternehmen. Ob kleinere da (schon aus finanziellen Gründen) mithalten können – ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist: Ich mag Zirkus.

Waschbär fährt auf Kirchenglocken ab

KINA - Wie der Waschbär nach Deutschland kamWir haben zwar erst Januar – aber folgende Meldung aus dem fabelhaften Reich der Tiere landet am Ende dieses Jahres mit Sicherheit unter den „Top Ten“ der witzigsten Nachrichten über Tiere (oder sie schafft es in die „Top Twelve“, wenn man jeden Monat eine auswählt).

Die Geschichte hat sich kürzlich im romantischen Bad Nauheim (Hessen) zugetragen. Haupt“person“ ist ein Waschbär, der offenbar das Geräusch von Kirchenglocken heiß und innig liebt. Weil das Geläut einer Nauheimer Kirche gerade keinen Ton von sich gab, entschloss sich der Waschbär zur Selbsthilfe: Für das Tier war es dank seiner Kletterkünste ein Leichtes, vom Kirchdach aus in das Gebäude hineinzugelangen. Technisch versiert, wie dieses „Procyon“-Exemplar (so der wissenschaftliche Name) offenbar ist, ist es zielsicher zu dem Knopf gelaufen, mit dem sich die Glocken in Bewegung setzen lassen.

Der Kleinbär mag sich gefreut haben – die in der Nähe des Gotteshauses lebenden Menschen fanden die Angelegenheit weniger lustig. Es war nämlich vier Uhr morgens, als sie von dem Läuten unsanft aus dem Schlaf gerissen wurden. Der Herr Pfarrer und der Mesner hingegen scheinen so an das bimmelnde Geräusch gewöhnt zu sein, dass sie selig weiterschlummerten wie die Murmeltiere und erst nach hartnäckigem Klingeln an der Haustür aufwachten. Die Kirchenglocken hatten die Anwohner zu diesem Zeitpunkt schon seit ein paar Stunden genervt.

Der kleine Einbrecher kam übrigens auch nicht ganz unbeschadet davon: Er hatte sich beim Einstieg in die Kirche verletzt. Man konnte ihn einfangen und schaffte ihn ins Tierheim, wo er medizinisch versorgt wurde. Auf dem Krankenlager hat der gewiefte Räuber (ich meine natürlich: das gewiefte Raubtier) bestimmt schon von seinem nächsten Glocken-Konzert geträumt…

Elch "Knutschi" ist tot!

KnutschiVor kurzem hatte ich hier noch über einen Elchbullen geschrieben, der vor einigen Wochen nach Hessen eingewandert war. Er wurde als „Knutschi“ in den Medien bekannt, und die Menschen in Hessen fanden ihn so toll, dass sie bei einer Telefon-Hotline des Umweltministeriums anriefen, wenn sie ihn zu Gesicht bekamen, um seinen jeweiligen Aufenthaltsort zu melden.

Eine nette Geschichte – die aber nicht gut ausging: Der Elch weilt nicht mehr unter den Lebenden! Pilzsammler haben Knutschi tot in einem Wald in der Nähe von Kassel gefunden. Noch weiß man nicht, woran der Elch gestorben ist. Das soll erst noch untersucht werden.

Vor einigen Tagen hatte sich der Elch selbst in Lebensgefahr begeben: Er kam sehr nahe an eine Autobahn heran. Daraufhin fing ihn erst die Polizei ein, dann betäubten ihn Tierärzte mit einem Narkosegewehr, transportierten ihn in ein Wildschutzgebiet und versahen ihn mit einem GPS-Sender, um seinen weiteren Weg leichter verfolgen zu können.

Was in der Zwischenzeit passiert ist, bleibt vorerst ein Rätsel. Letztlich zeigt das Schicksal von Knutschi aber, dass unser Land für diese Tiere zu dicht besiedelt ist und ein zu dichtes Verkehrsnetz besitzt. Kein Wunder, dass Elche sich in einsame Gegenden vor allem in Skandinavien, Osteuropa und Nordamerika zurückgezogen haben. Dort finden die scheuen Hirsche die Lebensbedingungen, die sie brauchen.

Elch macht Hessen unsicher

Wir Franken hatten im Frühjahr den Rosapelikan Quax, der für viel Aufregung sorgte. Nun hat Hessen einen Elch, der für kräftigen Wirbel sorgt.

ElchbulleAnscheinend kommt der Elchbulle aus Polen und hat bereits Thüringen durchwandert, bevor es die Landesgrenze nach Hessen überschritt. Dort hat sich schon die Umweltministerin zu Wort gemeldet. Sie zeigt sich richtig begeistert von dem tierischen Gast. Die Polizei ist dem Elch auch schon auf der Spur. Beamte haben gleich einen Tierarzt dazugeholt, der den Elchbullen in Augenschein nahm. Der Veterinär schätzt sein Alter auf zwei bis drei Jahre, er hält das Tier außerdem für gesund.

Autofahrer werden mittlerweile gewarnt, vorsichtig zu fahren. Ein Unfall mit einem ausgewachsenen Elchbullen kann schließlich ganz schön gefährlich werden. Die Jäger werden darauf aufmerksam gemacht, dass in Deutschland Elche nicht abgeschossen werden dürfen. Und es gibt bereits eine Telefon-Hotline bei der hessischen Landesregierung. Dort kann man sich melden, wenn man den Elch entdeckt hat. Das Umweltministerium will seine Wanderstrecke so genau wie möglich verfolgen.

Hoffentlich ergeht es dem Elch nicht so wie einem Artgenossen, der vor zwei Jahren von Tschechien nach Bayern kam: Er lief in ein Auto und wurde so schwer verletzt, dass man ihn erschießen musste.