Kuh „Madel“ und ihr Star-Auftritt

Heute mal wieder – nach den letzten beiden Schreckensmeldungen hier im Blog – etwas zum Schmunzeln: Eine Geschichte, die ich beim Stöbern in Agenturmeldungen gefunden habe. Dass Kühe von Hindus als heilig Tiere verehrt werden, dürfte bekannt sein. Das kann unter bestimmten Umständen zu recht absurden Situationen führen. So ließ jetzt in Bremen eine hinduistische Gemeinde eine Baustelle, die für einen neuen Tempel in Frage kommt, erst einmal von einer Kuh begehen: Großer Bahnhof für Milchkuh „Madel“ vor Fernsehkameras und Medienauftrieb (Foto: dpa).

Für Madels Besitzer war es auch ein ungewohnter Auftritt. Sein Schützling hatte eine Blumengirlande um den Hals, und auf Madels Rücken lagen ein Tuch, Blüten und buntes Pulver. Dazu der Duft von Räucherstäbchen, der über die matschige Wiese zog. Der Hindu-Priester aus Indien betete und sang mit nacktem Oberkörper. Als „Madel“ auf die Wiese pinkelte, freute sich der Gemeindesprecher: Das gilt nämlich als gutes Zeichen. Schlecht wäre es der Tradition zufolge gewesen, wenn die Kuh weggelaufen wäre: Dann wäre der Ort als Bausplatz nicht geeignet. Der neue Tempel soll auf einem Grundstück der Bremer Heimstiftung gebaut werden und einen zwölf Meter hohen Turm bekommen. Wenn der Bau fertig ist, wird Madel höchstwahrscheinlich wieder ihren großen Auftritt haben. Denn auch bei der Einweihung eines Tempels muss eine Kuh dabei sein.