Pro oder kontra Katzensteuer?

Dieses dpa-Foto ist schon über fünf Jahre alt. Aufgenommen wurde es 2011 in Brandenburg. Die Kinder, die das selbstgemalte Schild damals an einer Futterstelle für Vögel aufgestellt haben, haben schon damals auf ein Problem aufmerksam gemacht, was nun in der Diskussion hochkocht: Sind Katzen daran schuld, dass es in öffentlichen Grünanlagen und Gärten immer weniger Singvögel gibt? Jagen Katzen, die als Freigänger draußen unterwegs sind, inzwischen so viele Vögel, dass man von staatlicher Seite einschreiten und eine Katzensteuer erheben sollte? Quasi als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden in der natürlichen Umgebung, zu der eben auch Wildvögel in bestimmter Anzahl gehören?

Natürlich war schon der erste Aufschrei von Katzenbesitzern zu vernehmen, die den Befürwortern einer Katzensteuer wiederum unterstellen, so etwas hätten sich nur Hundebesitzer ausdenken können. Weil die für ihre Vierbeiner auch vom Fiskus zur Kasse gebeten werden und schon lange finden, dass – nach dem Gleichheitsgrundsatz – auch Katzenbesitzer zahlen müssten. Eine Art Neid-Debatte, wie gerade wir in Deutschland sie gern führen. Immerhin gibt es hierzulande nach Schätzungen rund 13 Millionen Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass mindestens zwei Millionen davon auf der Straße leben; dazu zählen auch Parks oder Industriebrachen.

Ist also eine Katzensteuer berechtigt? Politiker trauen sich in Wahljahren naturgemäß nicht an ein solch emotionsgeladenes Thema heran. Es könnte sie schließlich eine Menge Wählerstimmen kosten. Andere Interessenvertreter haben solche Ängste nicht. So spricht sich etwa der Deutsche Jagdverband für eine Katzensteuer aus. Mit dem Argument, die zweieinhalb Millionen besitzerlosen und unterernährten Katzen würden die Artenvielfalt gefährden. Katzenbesitzer müssten einfach mehr Verantwortung übernehmen. Wenn eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen – wie sie zum Beispiel die Stadt Paderborn 2008 eingeführt hat und weitere 430 Kommunen in Deutschland so oder ähnlich inzwischen haben – nicht den gewünschten Erfolg bringe, dann müsste eben die Politik mit der Katzensteuer eingreifen.

Der Tierschutzbund fordert wegen der zunehmenden Zahl von Katzen in Tierheimen und auf der Straße längst die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Diese Tiere sind für die explosionsartige Fortpflanzung der Straßenkatzen schließlich mit verantwortlich. Der Tierschutzbund setzt sich deshalb für ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen ein. Der Naturschutzbund Deutschland, Nabu, setzt auf Kastrationspflicht, erteilt aber der Katzensteuer eine Absage. Eine der Hundesteuer ähnliche Katzensteuer hält man dort für politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Dass Katzen besonders junge Vögel jagen, liege in ihrer Natur als Raubtier begründet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat das Thema vor kurzem erneut aufs Tapet gebracht – und Katzenfreunde auf die Palme. Klar: Die Sache polarisiert wie wenige andere. In den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion natürlich auch hohe Wellen. – Und wie ist die Meiung der Leser dieses Blogs? Sind Sie für oder gegen die Katzensteuer?

Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Auch Struppi geht gern schwimmen

Über vier Monate ist es nun schon her, dass ich den letzten Beitrag in diesem Blog geschrieben habe. Da dürfte sich der eine oder andere schon gefragt haben, was denn da los ist. Tja – ich war leider so lange krank. Doch das ist nun überstanden, und ich kann wieder loslegen und meine Leser mit Geschichten und Themen rund um das Thema Tiere im besonderen und Tiergarten Nürnberg im Speziellen beglücken 😉 Hoffentlich freut Ihr/freuen Sie sich auch schon genauso darauf wie ich und lest meine Beiträge wieder fleißig, damit ich möglichst viele Klicks bekomme. Denn die zählen heutzutage leider oft mehr als Qualität! 🙁

Los geht´s also heute mit einem interessanten Hinweis für Hundebesitzer im Großraum Nürnberg: Weil auch die besten Freunde des Menschen gern baden gehen, veranstaltet NürnbergBad in Kooperation mit der Initiative „Hundimfreibad“ zum Saisonende am Samstag, 24. September, den zweiten Hundebadetag im Nürnberger Stadionbad (Hans-Kalb-Straße 42). Zwischen 10 und 16 Uhr dürfen Hunde dort zwei Becken zum Schwimmen und Baden nutzen. Die Veranstaltung soll möglichst zwanglos über die Bühne gehen, deshalb müssen Struppi, Waldi & Co. außerhalb der Becken nicht angeleint werden. Der Eintritt kostet pro Hund 4,30 Euro, für die dazugehörigen Frauchen und Herrchen ist der Eintritt frei.

Es gibt übrigens keinen Anlass zur Sorge, dass das Ganze für Zweibeiner in der Freibadsaison 2017 irgendwie unhygienisch sein könnte: Das Wasser wird vorher abgelassen, Boden und Wände der Beckens gereinigt und desinfiziert. Am Hundebadetag ist auch der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) mit von der Partie. Er verteilt bei dieser Gelegenheit Informationsbroschüren „Hunde in der Stadt“ – und hält Hundekotbeutel zur Beseitigung eventueller Hundegeschäfte bereit.

Pro und contra „Barfen“

BarfenQuizfrage: Wer weiß, was „Barfen“ ist und wofür die Abkürung steht? – Also: „Barf“ ist die Abkürzung für „Bones and raw foods“ und bezieht sich auf die Verfütterung von Rohkost an Hunde und Katzen. Klar, mag man denken, das ist ja ganz natürlich und viel besser als Fertigfutter. Doch es gibt auch Gegner, die das „Barfen“ für gefährlich halten.

„Barfen“ ist ein Trend, der – wie könnte es anders sein? – aus den USA nach Europa herüberschwappt. Das Konzept: Futter für Hunde und Katzen sollte möglichst naturnah sein, also zum Beispiel rohes Fleisch und Innereien, aber auch Fell und Knochen, dazu Gemüse und Obst. Nur Schweinefleisch ist „verboten“ (wegen der Gefahr des Befalls mit den für die Tiere tödlichen Aujeszky-Viren). „Barfer“ stellen die Nahrung ihrer Vierbeiner meist selbst zusammen. Längst existieren auch „Barf-Shops“, teils mit Internet-Versand, wobei das Fleisch tiefgefroren geliefert wird. In gut sortieren Futterhäusern sind außerdem fix und fertig zusammengestellte Rationen mit Fleisch, Gemüse und Zusätzen erhältlich.

Ob und was das „Barfen“ für Hunde bringt, ist umstritten. Befürworter glauben, dass es gut ist für Zähne, Fell und Organe ihrer Lieblinge. Die Gegner bezweifeln, ob Haushunde genauso ernährt werden sollten wie ein Wolf. Denn der Verdauungstrakt von Hunden hat sich durch das Leben in menschlicher Obhut verändert. Einige tierärztliche Vereinigungen und Ernährungswissenschaftler raten ebenfalls davon ab, weil es viele Risiken gebe. Zum Beispiel die Übertragung von Krankheiten durch rohes Fleisch – auf Hund und Besitzer. Falsche Dosierung kann außerdem Ursache für Nährstoffmangel sein, deshalb müssen die einzelnen Dinge im richtigen Maß verfüttert werden.

„Barfen“ bedeutet für den Tierhalten auf jeden Fall mehr Aufwand als Fertigfutter. Man muss sich gut informieren und am besten von einem Fachmann berechnen lassen, wie die Rationen zu berechnen sind. Das hängt von Alter, Geschlecht, Haltungsform und Rasse des Tiers ab. Und noch eins muss man abwägen: die Kosten. Fertigfutter ist teuer, aber beim „Barfen“ kommt auch einiges zusammen. Offenbar haben „gebarfte“ Hunde selten Übergewicht. Studien, die belegen, dass diese Tiere gesünder sind als mit Fertigfutter ernährte, gibt es jedenfalls noch nicht. Nur eines ist sicher: „Barfen“ wird immer beliebter. Fachleute schätzen, dass fünf Prozent der Hundebesitzer diesen Weg gewählt haben.

Eine Schlittenfahrt ist lustig…

Eine Schlittenfahrt mit einem Gespann von Schlittenhunden, das Gefährt selbst lenken und bremsen, wenn es in die Kurven geht: Das habe ich vor einigen Jahren in Norwegen, in der Nähe von Lillehammer, einmal gemacht. Ein unvergessliches Erlebnis in der weiten skandinavischen Landschaft! In unserem jetzigen Winterurlaub in Ramsau am Dachstein, über den Greuther-Weib Kiki auch schon einen Beitrag im „Greuther-Weiber“-Blog geschrieben hat, gibt es ebenfalls eine „Husky-Schlittenfahrt“ im Angebot für Touristen: Auf einer rund zwei Kilometer langen Strecke wird man von einem Gespann aus zwei oder vier Hunden gezogen. Danach versorgen die Teilnehmer die Tiere und erfahren Wissenswertes über ihre Herkunft und Eigenschaften.

SamojedeAuch Schlittenhunde der nordischen Rasse der Samojeden werden in Ramsau eingespannt. Das Exemplar auf dem Foto rechts hat wegen der für diese Jahreszeit recht hohen Temperaturen von ein paar Grad über Null in der Pause erst mal ein Schläfchen eingelegt. Ich kannte diese Hunderasse vorher zugegebenermaßen nicht und dachte erst, ein Chow-Chow wäre da eingekreuzt worden. Christa Spiessberger vom Team Huskytraum erläuterte mir ein paar Fakten über die Samojeden. Diese Haushunde wurden ursprünglich  im Westen Sibiriens vom Volk der Nenzen bzw. Samojeden gezüchtet und wurden danach benannt. Es handelt sich um sehr lebendige Hunde, auch wenn dieses Foto einen ganz anderen Eindruck vermittelt. Samojeden gelten außerdem als verspielt, freundlich und umgänglich – aber auch als stur. Sie können sich gut auf eine Aufgabe wie etwa das Schlittenziehen und auf Kommandos konzentrieren. Einst wurden sie aus diesem Grund zum Hüten von Rentierherden eingesetzt, ebenso als Jagdhelfer. Sie eignen sich als Schlitten- und Begleithunde, als Sanitäts-, Agility-, Lawinen- oder Therapiehunde. Lange Spaziergänge lieben sie genauso wie Wanderungen und Bergtouren; sie tragen dabei sogar geduldig die Packtaschen ihrer Besitzer.

Schäferhunde sind aus der Mode

Der DeutscheEin Trend, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet, setzt sich fort: Die einst am stärksten nachgefragte Hunderasse der Deutschen, der Deutsche Schäferhund, ist auf der Beliebtheitsskala noch weiter nach unten gesunken. Er schaffte er es nicht einmal mehr unter die ersten Zehn in der Liste der favorisierten Hunderassen in Deutschland. Dafür hat hierzulande ein anderer Schäferhund den Siegeszug angetreten: der Australian Shepherd (Foto: obs/AGILA Haustierversicherung AG/cynoclub – Fotolia.com). Das hat die AGILA Haustierversicherung AG aufgrund ihrer Kundendaten für das Jahr 2013 ermittelt. Nach Angaben der Versicherung war der Deutsche Schäferhund schon im Jahr 2012 um vier Plätze nach hinten gerutscht, nämlich auf Platz 9. Ganz ähnlich verhält es sich übrigens mit der Deutschen Dogge, die 2012 noch den 8. Platz belegt hatte und 2013 auch nicht mehr unter den zehn beliebtesten Rassen zu finden ist.

Der Australian Shepherd dagegen hatte es 2012 als Newcomer gleich auf den zehnten Platz geschafft und konnte 2013 noch einmal zwei Plätze gutmachen. Weil diese Rasse einen ausgeprägten Wach- und Schutzinstinkt besitzt und außerdem sehr verspielt ist, erfreut sie sich größter Beliebtheit als Familienhund. Übrigens haben es auch der Beagle und der Rhodesian Ridgeback auf die Hitliste der „Top Ten“ der Haustierversicherung zurückgeschafft, nachdem sie dort zwei Jahre lang nicht mehr zu finden waren. Und der Jack Russell Terrier – übrigens meine persönliche Lieblingsrasse – hat zwei Plätze gutmachen können: von sieben auf fünf.

Die AGILA Haustierversicherung zählt mit 170 000 versicherten Hunden und Katzen zu den größten deutschen Haustierversicherern und ermittelt seit 2013 die hierzulande beliebtesten Hunderassen. Hier ihre aktuellste „Hitliste“:

1. Mischling
2. Labrador Retriever
3. Golden Retriever
4. Französische Bulldogge
5. Jack Russell Terrier
6. Mops
7. Rhodesian Ridgeback
8. Australian Shepherd
9. Beagle
10. Chihuahua (-4)

Zum Abreagieren für Hundehasser

Beim Thema Hunde scheiden sich ja bekanntlich die Geister: in Hundehalter, die alles für ihre Schützlinge tun würden, und Hundehasser, die sich entweder über die üblen Hinterlassenschaften der „blöden Köter“ aufregen oder über die bösen Tiere, die Jogger oder – noch schlimmer: Kinder – anfallen. In Nürnberg ist das Thema in den letzten Wochen wieder einmal hochgekocht – soweit dieser Ausdruck in dem Zusammenhang überhaupt möglich ist. 13 000 Hunde produzieren dort pro Jahr 18 000 Tonnen Kot, das hat der städtische Servicebetrieb öffentlicher Raum (Sör) errechnet – macht eine Tagesration von vier bis fünf Tonnen. Und die Hundebesitzer? Die meisten scheren sich offenbar einen Dreck drum und sind kaum bereit, die Häufchen – oder, je nachdem, auch Haufen – aufzusammeln. „Wofür zahle ich schließlich Hundesteuer?“, ist ein Satz, den man oft zu hören bekommt, wenn man einen Hundebesitzer auf das Thema anspricht.

Wer sich darüber so richtig ärgert, der kann bald Luft ablassen. Denn in Deutschland erscheint nach den vielen Zeitschriften für Hundeliebhaber nun die erste für Hundehasser. „Kot & Köter“ heißt das Blatt, das der freie Journalist Wulf Beleites aus Hamburg herausgibt. Der Hundefeind war in den 90er Jahren immer wieder Gast in verschiedenen Talkshows und hat schon vor über 20 Jahren sein Zeitschriften-Projekt angekündigt, das er jetzt realisiert hat. Das Geld für die erste Ausgabe, die in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheint, hat Beleites im Internet bei Unterstützern gesammelt. Möglich wurde das mit Hilfe der Plattform Krautreporter.de. Das Heft kostet 7,80 Euro, und Beleites will jedes Jahr vier Ausgaben in einer Auflage von jeweils 5000 Stück herausbringen. Das neue Printerzeugnis soll am Freitag in Hamburg vorgestellt werden.

Die Autoren haben „eindeutig etwas gegen die Vierbeiner und ihre Halter“, lässt Beleites auf der Internetseite von „Kot und Köter“ wissen. In der ersten Nummer behandelt ein Artikel zum Beispiel die „Kleine Phänomenologie des Nuttenpudels“; er beschreibt die „bedingungslose und schamfreie Allianz zwischen Pudel und Rotlicht“. Das Heft enthält u. a. auch eine Hassschrift über Möpse, was ich persönlich besonders geschmacklos finde. Denn wie sagte  schon Loriot: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos!“

Auch das noch: Fitness-Center für Vierbeiner!

Schön, dass so vielen Lesern mein Tiergarten-Rückblick auf 2013 gefallen hat – da schreibt man doch gleich viel lieber den nächsten Beitrag! – Also, auf geht´s, in ein neues Jahr, das sicher in Sachen Tiere viel Interessantes bringen wird. Auch 2014 werde ich das eine oder andere Thema für dieses Blog aufgreifen – und damit auch wieder die eine oder andere Diskussion anstoßen.

Abspecken ist ja in diesen Nachfeiertagen bei so manchem Zeitgenossen angesagt – die Pfunde, die man in den letzten Wochen zugelegt hat, sollen möglichst schnell wieder runter. Doch nicht nur bei Menschen machen sich die Leckereien von Weihnachten und Silvester auf der Waage bemerkbar – auch unsere Haustiere sind zum Teil sehr verwöhnt worden und tragen nun ebenfalls Fettpölsterchen mit sich herum. Das sollte normalerweise kein Problem sein, schließlich haben wir ja noch ein paar freie Tage, um mit dem Hund längere Touren als sonst zu gehen und vielleicht eine Extra-Spielrunde einzulegen.

So schlimm wie bei den Haustieren in den USA ist es bei uns wohl noch nicht. Dort legten 80 Millionen Hunde und Katzen in den letzten Jahren extrem zu: 55 Prozent von ihnen haben Übergewicht oder sind sogar fettleibig. Der Verband zur Verhinderung von Fettleibigkeit unter Tieren (Association for Pet Obesity Prevention/APOP) ist alarmiert. Die Folgen: Vor allem Hunde leiden verstärkt unter Arthritis, Diabetes, Gelenk- und Herzproblemen.

Und nun? – Typisch Amerika: Immer mehr Hundebesitzer schicken ihre Lieblinge ins Fitness-Center oder (siehe Foto) in den Fitness-Pool. Kein Witz: In Kalifornien sind solche Einrichtungen aus dem Boden geschossen. Auf Laufbändern und mit Trainingsgewichten um den Bauch sollen die Hunde abspecken. Das lassen sich Herrchen und Frauchen bis zu 100 Dollar im Monat kosten. Eine andere gern genutze Möglichkeit: Hundesitter, die mit den Vierbeinern nicht einfach spazierengehen, sondern sie beim Joggen oder gar beim Rollerskaten auf Trab bringen. Für eine Stunde legen die Besitzer schon mal 60 Dollar hin.

Und im US-Bundesstaat Oregon hat ein spezielles Trainingscamp für fette Hunde seit ein paar Jahren schon großen Erfolg. Wer seinen Hund dort für vier Wochen unterbringt und ihn ein Diät- und Sportprogramm absolvieren lässt, blättert dafür 800 Dollar hin. Wie wir das von der Werbung für Schlankheits-Mittel für Menschen gewohnt sind, macht das Camp mit «Vorher/Nachher»-Fotos der Hunde auf seiner Webseite Reklame. Es gibt Hunde, die gleich für mehrere Monate dort zur Kur sind. – Sicher ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei uns ähnliche Angebote kommen.

Ich habe da meine eigene Meinung: Man könnte ja selbst mit dem Hund zusammen laufen oder ihn mit Spielzeug locken, in einen Fluss oder einen Weiher zu springen, wo er überflüssige Pfunde beim Schwimmen abtrainieren könnte. Doch da müsste man sich halt intensiv mit seinem Tier beschäftigen. Lieber schmeißt man mit Geldscheinen um sich und lädt das Problem bei anderen ab. – Traurig, oder?

Kampfhundsteuer – vor der Wahl doch nicht!

Was anstehende Wahlen so alles bewirken können: In Nürnberg sollte morgen im Ältestenrat die Steuer für Kampfhunde der Kategorie II mit dem sogenannten Negativzeugnis (ein Tier, von dem laut Gutachter keine gesteigerte Aggressivität oder Gefahr ausgeht) erhöht werden, von 132 Euro (das ist der Betrag für „normale“ Hunde) auf künftig 396 Euro im Jahr; für „echte“ Kampfhunde müssen die Besitzer 1056 Euro jährlich berappen. Nun macht die Verwaltung einen Rückzieher, weil sie keine Chance sieht, bei den Stadträten eine Mehrheit für die Erhöhung zu bekommen. Weil im März nächsten Jahres Kommunalwahlen stattfinden, lässt man lieber die Finger von einem solchen „heißen Eisen“. Dabei hätte das – bei 215 Kampfhunden besagter Kategorie in der Stadt – rund 50 000 Euro mehr in die klamme Stadtkasse gespült… Ist ja nicht unbedingt nur ein Klacks, oder?

Doch schon seit die geplante Erhöhung in der vergangenen Woche bekannt wurde, hagelte es Proteste. Vor allem Tierschützer übten Kritik. Mitarbeiter im Tierheim befürchteten, dass sie solche Hunde dann noch schwerer oder gar nicht mehr vermitteln könnten. Gerade  Hunde wie Bullterrier (siehe Foto), Rottweiler, Mastiff oder Alano werden aber in letzter Zeit aus finanziellen Notlagen heraus immer öfter ans Tierheim abgegeben. Die steuerliche Hochstufung hätte wohl auch dazu beigetragen, dass die genannten Rassen wieder einmal ins Gerede kommen und in die Schublade „Kampfmaschinen“ gesteckt werden – obwohl sie das zumindest von Natur aus nicht sind. Wenn, dann macht sie der Mensch – sprich: ein verantwortungsloser, bösartiger Halter – zu gefährlichen Angreifern. Ansonsten gilt auch für diese Rassen: Der will doch nur spielen!

Rechts- oder linkswedelnd?

Vom Joghurt her kennen wir das ja: rechts- und linksdrehende Milchsäure. Auch Wasser kann rechts- und linksdrehend sein, ebenso wie Fettsäuren und was weiß ich sonst noch alles – ist nicht direkt mein Ding. Aber diese Frage hat mich sofort interessiert: Es geht darum, ob schwanzwedelnde Hunde das nach rechts oder nach links tun, um rechts- und linksdrehende Hundeschwänze also.

Italienische Forscher haben ihre Erkenntnisse im Fachmagazin „Current Biology“ veröffentlicht. Demnach ist ein schwanzwedelnder Hund nicht unbedingt ein Freude empfindender Hund, wie es gemeinhin heißt. Nein, die Richtung macht offenbar einen deutlichen Unterschied. Also: Zeigt der Schwanz nach links, bedeutet das nichts Gutes, nach rechts ist es hingegen ein positives Zeichen (so wie auf dem Foto: die Hündin freut sich über ihren Fund). Erklärt wird das Phänomen damit, dass auch bei Hunden die rechte und linke Gehirnhälfte für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind.

Und das geht so: Geht der Schwanz nach rechts, so wird das von der linken Hirnhälfte aus gesteuert, die für angenehme Gefühle zuständig ist. Löst die rechte Hirnhälfte das Wedeln aus – der Schwanz geht folglich nach links -, heißt das: negative Emotionen. Hunde untereinander unterscheiden das auf Anhieb und können sich so gegenseitig besser einschätzen, wenn sie auch nicht direkt auf diesem Weg miteinander kommunizieren, so die Wissenschaftler.

Herausgefunden haben das Biologen der Universität von Trient. Sie ließen Hunde verschiedener Rassen Videos anschauen. Darin waren Hunde oder Hundesilhouetten mit Wackelschwänzen zu sehen. Das Wedeln nach links hat dabei immer Unruhe bei den tierischen Zuschauern ausgelöst und ihren Puls zum Teil deutlich ansteigen lassen. Bewegte sich der Schwanz nach rechts, ließ das die Hunde kalt. Dabei machte es keinen Unterschied, ob sie einen echten oder unechten Hund vorgesetzt bekamen. Hundesilhouetten mit Schwänzen ohne Bewegung verurschten bei den Videobetrachtern übrigens auch einen gewissen Stress – ein ruhiger Schwanz darf also auch von uns Menschen nicht unbedingt als positives Signal verstanden werden; er zeigt eher Anspannung oder sogar Angst an.

Hundebesitzer sind vielleicht schon allein auf das alles gekommen, wenn sie ihren Schützling gut kennen. Für alle anderen aber heißt es: Nicht nur beim Joghurt auf die richtige Richtung achten!