Wie niedlich, diese Riesenspinne!

Ute Tiergartentag 2008 077Die meisten Zeitgenossen finden ja schon Spinnen in Normalgröße – damit meine ich, sagen wir mal, die deutsche Durchschnittsspinne – ziemlich eklig. Ich selbst zähle auch nicht gerade zu den Spinnenfreunden, das muss ich gestehen. Obwohl – eine Ausnahme gibt es: Die Vogelspinne im Nürnberger Tiergarten (eine ungiftige Art). Die durfte ich bei einem Pressetermin mal über meine Hand laufen lassen – ich habe sogar noch das Foto von damals und will es meinen Lesern nicht vorenthalten. Ich war damals verblüfft, wie samtig sich die Fußballen an den Beinen der Vogelspinne angefühlt haben. Und wie zutraulich sie sich an mir festgeklammert hat, als ich die Hand umdrehte! Richtig nett!

urn:newsml:dpa.com:20090101:100112-11-10491 Nun aber haben israelische Forscher in einer Wüste eine Spinne entdeckt, die alles bisher dagewesene Spinnenartige in den Schatten stellt: Eine fast handgroße Riesenspinne mit einer Beinspanne von ungefähr 14 Zentimetern! Dieses possierliche Tierchen lebt in den Sanddünen der Arava-Gegend im Süden Israels. Die Forscher haben ihm den schönen Namen „Cerbalus aravensis“ gegeben – erinnert mich irgendwie an Cerberus, den Höllenhund.

Doch nun mal im Ernst. Es handle sich um die größte Spinne der Gattung Cerbalus im Nahen Osten, heißt es in einer Agentur-Meldung.
Vor allem nachts und in den heißen Monaten des Jahres ist die Riesenspinne aktiv. Sie baut unterirdische Höhlen in den Sand und verschließt diese dann zur Tarnung mit einer Art Falltür aus zusammenklebenden Sandpartikeln.

Kaum haben die Forscher die neue Riesenspinne entdeckt, erheben sie auch schon warnend den Zeigefinger: Der Lebensraum von „Cerbalus aravensis“, also die Sanddünen in der Wüste, sei durch die Ausweitung von landwirtschaftlichen Anbauflächen und den Sandabbau gefährdet. Deshalb müssten die Sanddünen geschützt werden – vielleicht beherbergen sie ja noch weitere, bisher unbekannte Tiere.