Der Wolf kann mal durchschnaufen!

Es ist ein Streitthema, das wir wohl nicht so schnell vom Tisch kriegen werden: die Wolfsjagd in Schweden. Im letzten Winter hatte sie ja zu heftigen Diskussionen in Schweden selbst – aber auch international und sogar in meinem Blog – geführt.

Gerade haben wir zwar noch (oder besser gesagt: endlich) Sommer, aber der nächste Winter wirft im wahrsten Sinne des Wortes schon seine Schatten voraus. Was die Wolfsjagd in Schweden angeht, zeichnet sich allerdings ein unerwarteter Lichtblick ab: Im kommenden Winter soll es dort nichts werden mit der Hatz auf diese faszinierenden Tiere, die für mich als Namensvetterin natürlich etwas ganz Besonderes sind. Die schwedische Regierung will diesmal keine Jagdlizenzen für Wölfe ausgeben.

Dazu hat man sich offenbar entschlossen, um eine Klage der Europäischen Kommission in Brüssel zu vereiteln, über die ich hier auch schon berichtet habe: So sollte ein Jagdverbot gerichtlich erzwungen werden. In Schweden möchte man aber anscheinend keinen endlosen Prozess führen, den die Skandinavier letztlich wohl doch verlieren würden. Die EU-Kommission hält die Freigabe der Wolfsjagd für rechtswidrig, denn die Wölfe drohen dort auszusterben.

Wer in Schweden seine Macht gern durch Herumballern und Abknallen hilfloser Tiere beweist, hat im Winter 2011/12 also zumindest in Bezug auf Wölfe schlechte Karten. Allerdings soll es eine Ausnahme geben: Wenn Wölfe dem Vieh von Bauern zu gefährlich werden, dürfen sie abgeschossen werden. Ich bin gespannt, wie man das kontrollieren will. Schließlich kann ja jeder relativ leicht behaupten, dass der Wolf sein Vieh bedroht – das Gegenteil lässt sich dagegen schwer beweisen. Ob und wie eine von der EU geplante Kommission zur Beobachtung des Wolfbestands in Schweden solche Gratwanderungen meistert, bleibt abzuwarten.

Nach zwei Wolfsjagd-Wintern in Schweden dürfen also die Wölfe selbst – aber auch die Tierfreunde dieser Welt – zumindest mal durchatmen. Ich frage mich sowieso, was 200 freilebende Wölfe in einem so riesigen Land für eine Gefahr darstellen sollen und was es den Schweden gebracht hat, in zwei Wintern jeweils ungefähr 20 dieser Tiere abzuschießen. Zu denken gibt mir außerdem, dass sich beim letzten Mal Tausende von Jägern regelrecht um eine Lizenz zum Töten gerissen haben. Sie dürften kaum zur Flinte gegriffen haben, nur um die Gafahr der Inzucht bei dem relativ kleinen schwedischen Wolfsstamm zu bannen. Das wird von den  Befürwortern der Wolfsjagd nämlich gern als Argument für die Jagd vorgeschoben.

Manchen Bauern stinken die Murmeltiere

MurmeltierViele Menschen freuen sich über die lustigen Murmeltiere in den Alpen. Wenn Bergwanderer einen der possierlichen Nager entdecken, sind sie vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen. Sind zu viele Leute unterwegs, verstecken sich die Murmeltiere allerdings lieber und lassen sich nicht blicken.

Des einen Freud´ ist aber auch hier des anderen Leid: Die meisten Bergbauern schätzen die Murmeltiere weniger. Denn sie graben wie die Wilden Löcher in die Bergwiesen, auf denen die Bauern ihre Rinder weiden lassen. Gerät ein Rind in ein solches Loch, kann es sich leicht das Bein brechen.

Das Problem ist: Die Murmeltiere verlieren offenbar ihre Scheu vor den Menschen und trauen sich immer näher an Berghütten heran. Dort sind sie nämlich vor ihrem größten Feind, dem Adler, sicher. Im Winter, wenn die Hütten nicht von Menschen bewohnt sind, suchen die Murmeltiere dort auch oft Zuflucht für ihren Winterschlaf  – und hinterlassen einen scharfen Gestank.

Manche Bergbauern würden Murmeltiere deshalb am liebsten abschießen, zumindest in der Nähe ihrer Berghütten. Aber für die „Murmelis“ gilt ein Jagdverbot. Dass das nicht geändert wird, dafür werden Tierschützer mit Sicherheit auch weiterhin eintreten.