Happy Birthday, Tierpark Friedrichsfelde!

Friedrichsfelde
Heute feiert der Tierpark Friedrichsfelde im ehemaligen Ostberlin seinen 60. Geburtstag. So etwas wie ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk waren vier Sibirische Tigerbabys, die Tigerin Aurora Ende April zur Welt brachte. Der Zoo wurde zu DDR-Zeiten am 2. Juli 1955 im Beisein von Staatspräsident Wilhelm Pieck eröffnet. Erste Bewohner waren ein Storch und ein Kamel, die aus dem Zoo in Halle stammten.

Die Entwicklung ging dann recht schnell weiter, etwa mit der Eisbärenanlage und dem im Jahr 1963 eröffneten Alfred-Brehm-Haus, in dem Löwen und Tiger präsentiert wurden. Später folgte eine Tropenhalle. Kurz vor der Wende kam noch ein Elefantenhaus mit Freianlage dazu. Danach gab es Überlegungen, den „Ost-Zoo“ ganz zu schließen, was dann aber doch nicht umgesetzt wurde: Der Tierpark war nämlich äußerst beliebt. Neuer Direktor wurde Bernhard Blaszkiewitz, der den Gründungsvater, Tierparkdirektor Heinrich Dathe, 1991 ablöste. Er war gleichzeitig Direktor des Berliner Zoos. In Friedrichsfelde ließ er neue Tieranlagen errichten, war aber umstritten wegen seiner oft  ruppig wirkenden Äußerungen, vor allem den Medien gegenüber. Blaszkiewitz blieb bis Frühjahr 2014 Zoochef.

Im Vergleich zum Zoo im einstigen West-Berlin ist Friedrichsfelde ein riesiger Flächenzoo: Er ist der größte Landschaftstiergarten Europas und umfasst 160 Hektar, die Platz für 7500 Tiere bieten. Der Tiergarten Nürnberg, der ja auch als Landschaftszoo gilt, hat knapp 70 Hektar. In Sachen Besucher ziehen der Nürnberger Tiergarten und der Tierpark Friedrichsfelde in etwa gleich: Rund eine Million Besucher sind es durchschnittlich pro Jahr (in Nürnberg etwas wenig mehr). In Friedrichsfelde mangelt es allerdings an ausländischen Touristen, die offenbar den Berliner Zoo vorziehen.

Zum Tierpark-Jubiläum ist von großer Feststimmung leider nicht die Rede. Denn Friedrichsfelde gilt unter Fachleuten längst als unrentabel. Der Tierpark wird mit rund 5,5 Millionen Euro jährlich vom Land unterstützt, während der Zoo im Westteil Berlins mittlerweile ohne Zuschüsse zurechtkommt. Einige Gehege stammen noch aus DDR-Zeiten und sind zum Teil altmodisch eingezäunt. Kritisiert wird eine Reihe von Dingen, etwa die nicht mehr zeitgemäße Energieversorgung, die zu wenigen und nicht besonders ansprechenden Spielplätze, die Unübersichtlichkeit der Anlage, die unzureichende Gastronomie.

Es gibt jetzt einen neuen gemeinsamen Direktor für den Zoo Berlin und den Tierpark Friedrichsfelde: Andreas Knieriem, von Beruf Tierarzt und vorher Leiter des Münchner Tierparks Hellabrunn. Er hat angekündigt, den früheren DDR-Zoo von Grund auf umzukrempeln. Ihm schwebt zum Beispiel eine Afrika-Lodge vor oder Himalaya-Gipfel für Bergtiere. Das alles unter dem neuen Motto „Ab in die Wildnis – Abenteuer erleben“. Dafür rechnet er mit Kosten in Höhe von 92 Millionen Euro – Geld, das nicht vorhanden ist, aber irgendwoher kommen soll. Vielleicht kann ja der Verein der Freunde der beiden Hauptstadtzoos einen Teil beitragen; jedenfalls steht er den Plänen aufgeschlossen gegenüber. Als erstes steht jetzt die Sanierung des Raubtierhauses an. Auf jeden Fall lehnt Knieriem jeden Schließungsplan für Frierichsfelde ab. Er ist überzeugt davon, dass für die Hauptstadt und die Metropolregion Berlin ein Zoo nicht ausreicht.

Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Vor allem müssen es aber zwei Zoos mit ganz unterschiedlichem Konzept sein. Knieriem sollte darauf achten, dass sich die beiden Einrichtungen nicht zu ähnlich werden. Und er muss aufpassen, dass in Friedrichsfelde nicht eine Art Vergnügungspark mit angeschlossenem Zoo entsteht. Damit kann man zwar mehr Geld machen – aber so etwas würde gerade zu Friedrichsfelde überhaupt nicht passen.

Alles Gute zum Geburtstag, Tiergarten!

Vor zwei Jahren hat der Nürnberger Tiergarten sein 100-jähriges Bestehen gefeiert – ich habe hier darüber geschrieben. Und nun steht schon das nächste Zoo-Jubiläum an: Vor 75 Jahren musste der Tiergarten vom Luitpoldhain in den Lorenzer Reichswald am Schmausenbuck umziehen, weil die Nationalsozialisten die Fläche am Dutzendteich zum Ausbau ihres gigantischen Reichsparteitagsgeländes brauchten. In einer Rekordzeit von nur zwei Jahren war am Schmausenbuck auf einer mehr als doppelt so großen Fläche – etwa 67 Hektar – ein Landschaftszoo entstanden, der am 5. Mai 1939 feierlich eingeweiht wurde (siehe Foto).

Die Anlage war so geplant worden, dass sich Tierhäuser, Gehege und Wege möglichst harmonisch in den Wald und die Sandsteinbrüche am Schmausenbuck einfügten; die Nürnberger kannten dieses Gelände schon seit alters her als Naherholungegebiet. Der Baustil der Tierhäuser und Ställe lehnte sich an den von ländlichen Bauten in  Franken an, es wurde viel mit Holz gearbeitet, und die tief heruntergezogenen Dächer der Gebäude waren damals alle noch strohgedeckt. Der artenreiche, exotische Tierbestand des Alten Tiergartens im Luitpoldhain wurde übernommen. Denn obwohl die Nazis den Umzug des Zoos erforderlich gemacht hatten, ging ihr Einfluss doch nicht so weit, dass etwa nur heimische Tiere gezeigt wurden, wie es dem nationalsozialistischen Gedankengut entsprochen hätte. – Über die Frage, ob und wie die Anlage des Tiergartens am Schmausenbuck vom Nationalsozialismus beinflusst wurde, hält der Diplombiologe Mathias Orgeldinger am Donnerstag, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Naturkundeshaus des Tiergartens einen Vortrag; ein Termin, den ich allen ans Herz legen möchte, die sich für Zoogeschichte interessieren!

Während des Zweiten Weltkriegs wurde nicht nur die Nürnberger Innenstadt Ziel zahlreicher Luftangriffe  – auch die meisten Gebäude und Gehege des Tiergartens wurden zerstört, viele Tiere kamen dabei um. Der Wiederaufbau der Tierhäuser war Ende der 1950er Jahre abgeschlossen.

Heute zählt der Tiergarten Nürnberg mit rund 2500 Tieren aus 270 verschiedenen Arten zu den größten Zoologischen Gärten Europas. Er ist an einer ganzen Reihe von  Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen beteiligt  – beispielsweise vnon Gorillas, Seekühe, Schabrackentapiren, Netzgiraffen oder Sibirischen Tigern, um nur einige zu nennen -, ebenso an einigen Wiederansiedlungsprojekten von Tieren in ihren ursprünglichen Lebensräumen, wie den Przewalski-Pferden oder den Uralkäuzen. Der Tiergarten arbeitet außerdem mit Organisationen zusammen, die für den Schutz bedrohter Tierarten eintreten. So engagiert sich etwa die 1992 im Tiergarten gegründete Gesellschaft Yaqu Pacha für den Schutz wasserlebender Säugetiere Südamerikas und die Erhaltung ihres Lebensraums.

Das Jubiläum feiert der Zoo nicht jetzt, genau 75 Jahre nach dem Tag der Eröffnung am 5. Mai 1939, sondern mit einem großen Sommerfest am 6. Juli. An diesem Tag wird der „Schmausen-Biergarten“ eröffnet, benannt nach Georg Schmausen, der im 17. Jahrhundert ein reicher Rotbierbrauer in Nürnberg war. Von ihm hat auch der Schmausenbuck seinen Namen: Georg Schmausen hatte im Jahr 1670 die Vogelherde im „Sandbühl“ – dem heutigen Schmausenbuck – erworben.

Happy Birthday, WWF!

Heute feiert die internationale Umweltorganisation WWF – World Wide Fund for Nature – ihren 50. Geburtstag. Gegründet wurde sie am 29. April 1961 in der Schweiz. – Herzlichen Glückwunsch! Ich schreibe in meinem Blog immer wieder gern über unterstützenswerte Aktionen des WWF,  hier zum Beispiel über eine Rettungsaktion für Schimpansen im Kongo.

Das Logo des WWF, den berühmten schwarzweißen Großen Panda, kennt längst jedes Kind. Nicht ganz so bekannt dürfte sein, wie es zu diesem Logo kam. Hier also die Geschichte: Das Emblem geht auf eine berühmte Pandabärin namens Chi Chi zurück. Sie wurde 1957 in freier Natur in China geboren, später eingefangen und kam dann 1958 in den Zoo von London, wo man sie Chi Chi taufte. Mit ihrem dicken schwarzweißen Fell und ihren großen Kulleraugen war sie jahrelang – bis zu ihrem Tod im Jahr 1972 – der größte Publikumsliebling des Zoos. Auch ein Tierschützer ließ sich von Chi Chi faszinieren: Gerald Watterson, der eine Zeichnung von ihr zu Papier brachte. Aus dieser Skizze entwickelte schließlich Peter Scott das berühmte WWF-Logo. Das hier abgebildete Foto zeigt das Emblem mit dem inzwischen verstorbenen Prinz Bernhard der Niederlande, dem Vater der niederländischen Königin Beatrix. Er war der erste Präsident des WWF.