Vögel winterhärter als gedacht

Mir gehen so manche Floskeln in den Medien, den derzeit kalten Winter betreffend, ziemlich auf die Nerven: Begriffe wie „Sibirische Kälte“ treffen auf unsere Breiten einfach nicht zu. Und den allzu häufig verwendeten Satz „Der Winter hat Deutschland fest im Griff“ kann ich einfach nicht mehr hören. Zugegeben, es ist kalt draußen, auch etwas kälter als sonst bei uns üblich. Aber Kälte-Katastrophen spielen sich – Gott sei Dank! – anderswo ab, nicht hierzulande.

Hart ist der Winter ohne Frage für einige Tierarten. Um den Vögeln zu helfen, die sich bei über längere Zeit hinweg tiefgefrorenem Boden schwer tun bei der Futtersuche, stellen viele Menschen Futterhäuschen auf oder bringen in Gärten und auf Balkonen Meisenknödel an. Das ist im Augenblick durchaus sinnvoll.

Ornithologen beobachten, dass die Vögel dem Winter in Deutschland durchaus die Stirn bieten. Sie weichen der Kälte nicht aus, bleiben vielmehr in ihren Brutgebieten. Und das selbst im äußersten Nordosten Deutschlands, wo die Bedingungen besonders schwierig sind. In Mecklenburg-Vorpommern etwa lassen sich bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius immer noch Kraniche blicken. Ähnlich verhält es sich mit den Vögeln an der Nordsee (das dpa-Foto zeigt Austernfischer an einer Deichkante an der Ostküste der Insel Borkum). Aber die Vögel im Wattenmeer haben es wirklich schwer: Die Nordeeküste ist mittlerweile fast völlig vereist. Experten gehen davon aus, dass viele Wasservögel dort verenden.

Die Vögel sind wegen des anfangs milden Winters und dann wegen des bereits hohen Sonnenstandes in Deutschland geblieben – und das, obwohl sie normalerweise sehr schnell auf Kälteeinbrüche reagieren. Die Tiere haben auch einen Grund dafür, nicht in südlichere Gefilde auszuweichen: Für sie gilt es, die ersten im Brutgebiet zu sein. Außerdem wollen sie Energie sparen und diese nicht durch überflüssige weite Flüge verschwenden.

 

Das Leben im Zoo kann gefährlich sein

Unglaublich, was in einigen Zoos dieser Tage so passiert! Ich will nur zwei Beispiele herausgreifen – zwei besonders spektakuläre.

Da hätten wir zunächst mal den Zoo von Sofia. Was dort passierte, ist wohl vor allem auf den strengen Winter dieses Jahres zurückzuführen. Streunende Hunde, die wegen der bitteren Kälte in Bulgarien zurzeit keine Nahrung finden, haben sich an Zootiere herangemacht, um ihren quälenden Hunger zu stillen. Dem Angriff der Hundemeute fielen acht Wildschafe und fünf Rehe zum Opfer. Eine Reihe anderer Zoobewohner wurde zwar angefallen, überlebte die Bisse aber.

Am selben Tag in Indien: Im Zoo von Guwahati sind zwei Tiger aus ihrem Gehege ausgebrochen – und das zu einem Zeitpunkt, als ungefähr 10 000 Besucher auf dem Gelände waren. Die beiden Raubkatzen lösten natürlich eine Massenpanik in dem Zoo aus, der im Bundesstaat Assam liegt. Die Tiger hatten die Gelegenheit zum Ausbruch genutzt, als ihr Käfig gereinigt wurde. Während die Menschen panisch in alle Richtungen auf und davon liefen, spazierten die zwei Ausgebüxten gemächlich dazwischen umher.

Glücklicherweise kamen bei dem Zwischenfall alle Beteiligten glimpflich davon: Die Besucher wurden unverletzt aus dem Zoo gebracht, die beiden „Flüchtlinge“ wurden betäubt und lagen nach drei Stunden wieder in ihrem Käfig – selig schlummernd, als hätten sie das alles nur geträumt.