Neuer Kleiner Panda im Tiergarten

Er heißt Kung Fu und kam aus dem Zoo Helsinki in den Tiergarten Nürnberg. Der neue Kleine Panda-Mann ist elf Monate alt und soll Partner von Panda-Dame Lilli werden. Nach dem Tod von Rex im Februar 2018 hatte das vierjährige Weibchen allein in der Anlage am Schmausenbuck gelebt. Das ist für Kleine Pandas, die auch Katzenbären genannt werden, aber kein Problem, denn diese Tiere sind Einzelgänger. Trotzdem verstanden sich Lilli und Kung Fu nach einem kurzen Anfauchen auf Anhieb gut und haben mittlerweile schon gemeinsam von einem Bambuszweig gefressen. Das darf wohl als gutes Zeichen gewertet werden. Auf Katzenbärenbabys wird man aber noch eine Weile warten müssen, denn Kung Fu ist noch nicht geschlechtsreif. Vor 2021 wird es also sicher keinen Nachwuchs geben.

WG komplett, Frauenquote erhöht

Die neue große Attraktion des Nürnberger Tiergartens ist natürlich die Lagune für Delfine und Seelöwen mit dem dazugehörenden Manatihaus. Seit Eröffnung der Anlage strömen die Besucher an Wochenenden und während der Schulferien in Scharen in den Zoo am Schmausenbuck. Trotzdem erreichen die Besucherzahlen nicht die Werte aus der Vergangenheit, als sich an Spitzentagen 16 000 bis 17 000 Menschen durch den Tiergarten drängten. Die Zooleitung kann aber bisher zufrieden sein mit dem großen Interesse, das der Lagune entgegengebracht wird – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass vor der Eröfnung geunkt wurde, wegen der erhöhten Eintrittspreise würden die Besucherzahlen einbrechen.

Mittlerweile hat sich die größte Aufregung gelegt, und der Besucheransturm hält sich, seit das neue Schuljahr begonnen hat und die Urlaubszeit vorbei ist, in Grenzen. Zeit, anderen Zoobewohnern endlich wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die nicht so sehr im Rampenlicht stehen wie die Großen Tümmler. Da hätten wir zum Beispiel die Kleinen Pandabären, auch Katzenbären genannt. Kenner des Nürnberger Tiergartens werden sich erinnern, dass diese Tiere vor über drei Jahren auf rätselhafte Art zu Tode kamen. Ein Muntjak-Hirsch war ausgeflippt und hatte das Panda-Pärchen gemeuchelt.

Der Vorfall hatte dem Tiergarten wieder mal einige Kritik beschert: Geradezu unverantwortlich sei es, Muntjaks und Katzenbären in derselben Anlage zu halten! Aber auch in anderen Zoologischen Gärten leben beide Tierarten zusammen, und zwar einträchtig. Und deshalb hat man sich in Nürnberg nun doch entschlossen, die Wohngemeinschaft zu reaktivieren. Nach langer Suche innnerhalb des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) wurde  man in Aalborg fündig: Von dort stammt das junge Pandaweibchen, das jetzt im Tiergarten eingezogen ist. Den Winter über muss die Katzenbärin allein in ihrem neuen Zuhause ausharren, bevor sie im nächsten Frühjahr Gesellschaft von einem Panda-Männchen bekommt.

Damit die Kleinen Pandas künftig vor den Muntjaks sicher sind, wurde der Stall umgebaut: Die Pandas haben in allen Abteilen sozusagen eine exklusive zweite Etage zur Verfügung. Im Außengehege können sich die Katzenbären außerdem in zwei Unterschlupfhütten in den Bäumen zurückziehen. Die Besucher müssen allerdings – wie früher auch schon – etwas Geduld und Entdeckergeist mitbringen, wenn sie die Pandadame sehen wollen. Denn sie ist die meiste Zeit in den Bäumen unterwegs und versteckt sich gerne.

Die Waldrappe im Tiergarten verstecken sich zwar nicht, sie werden aber vom Publikum – leider! – meist links liegengelassen. Und das im wörtlichen Sinn: Diese in freier Natur fast ausgerottete Ibisart wird im Tiergarten nämlich in der großen Vogelvoliere links vor der Raubtier-Anlage gehalten. Da geht man schnell dran vorbei, zumal, wenn man mit Vögeln nicht so viel am Hut hat.

1971 begann man am Schmausenbuck mit der Zucht dieser Tiere. Jahrelang hat das gut geklappt – bis 2005. Seitdem ist kein einziger Waldrapp mehr geschlüpft. Woran das lag? Ganz einfach: In der Voliere gab es zu wenig Frauen. Das herauszufinden, war gar nicht so einfach: Das Geschlecht der einzelnen Vögel musste molekulargenetisch durch eine Untersuchung der Waldrapp-Federn bestimmt werden. Durch Vermittlung des EEP wurde die Nürnberger Waldrapp-Truppe jetzt altersmäßig aufgefrischt und die Frauenquote erhöht. Nun sollte es also wieder flutschen beim Waldrapp-Nachwuchs.

Kleine Pandas aus China nach Nürnberg?

Kleine Pandas haben in Zoos offenbar öfter Pech. Im Nürnberger Tiergarten kann man ein Lied davon singen – dort wurden die auch „Katzenbären“ genannten possierlichen Tiere bekanntlich von den Muntjas gemeuchelt.

Nun geht die Pechsträhne dieser Tierart weiter: Im Zoo von Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi freute man sich vor ein paar Wochen über die Geburt von zwei Kleinen Pandabären. Und was geschah? Ihre Mutter hat sie nicht angenommen!

Doch dann kam das berühmte Glück im Unglück ins Spiel: Man fand eine Ersatzmutter für die zwei Babys in Gestalt einer Hündin, die gerade selbst Junge hat. Und seit die Kleinen von der Hundemutter auf einem Bauernhof aufgepäppelt werden, wachsen und gedeihen sie prächtig – ihre Körpergröße haben sie sogar schon verdoppelt!

Stellt sich nur noch die Frage, ob die Kleinen, wenn sie erst mal groß geworden sind, nicht vielleicht nach Nürnberg kommen könnten. Da wartet man seit der Muntjak-Tragödie ja immer noch vergeblich auf einen Ersatz für die getöteten Pandas. Aus der Ankündigung, im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms wieder Kleine Pandas nach Nürnberg zu bringen, ist bislang nichts geworden. Sehr zum Ärger für die Tiergarten-Besucher, die die schönen Tiere zu Recht vermissen.

Muntjaks müssen Kleinen Pandas Platz machen


Diejenigen, die meine Blog-Beiträge regelmäßig und schon länger lesen, werden sich erinnern: Vergangenes Jahr, im Februar, meuchelten die Muntjaks im Nürnberger Tiergarten die beiden Kleinen Pandas, die auch Katzenbären genannt werden (siehe Bild rechts). Wer sich nicht erinnert oder damals noch nicht zu meinen Lesern gehörte: Hier könnt Ihr/können Sie das Ganze noch mal verinnerlichen.
Seitdem gibt es im Tiergarten keine Kleinen Pandas mehr. Das soll in diesem Jahr anders werden: Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms EEP ist dem Tiergarten ein Kleine-Panda-Pärchen zugesagt worden. Im Frühjahr soll es nach Nürnberg kommen. Und es soll das Gehege bekommen, das die Katzenbären auch bisher bewohnt haben.
Allerdings: Die Muntjaks müssen dann weichen bzw. in eine andere Anlage am Schmausenbuck umziehen. Denn obwohl in allen möglichen europäischen Zoos beide Tierarten erfolgreich vergesellschaftet wurden und in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben, will die Tiergartenleitung in Nürnberg „entgegen unserer biologischen Überzeugung“ beide Arten künftig getrennt halten.
Warum? – Weil man Angst vor bestimmten Medien hat. Im vergangenen Jahr gab es nach dem Katzenbär-Drama nämlich Pressestimmen – und auch einige so genannte Tierschützer meldeten sich zu Wort -, die der Zooleitung Unfähigkeit vorwarfen, weil sie die beiden Arten gemeinsam in einer Anlage hielt.