Klimaforschung – eine Gefahr für Pinguine?

Unter Tierforschern dürfte nun ein alter Streit wieder aufflammen: Machen Markierungsbänder, die an den Flossen von frei lebenden Pinguinen zum Zweck wissenschaftlicher Beobachtung angebracht werden, Sinn oder nicht? Schon seit längerem sind einige Wissenschaftler der Meinung, die Clips könnten die Tiere verletzen oder zumindest beim Schwimmen behindern.

urn:newsml:dpa.com:20090101:110111-99-08739Pinguine werden besonders gern als Studienobjekte herangezogen, wenn es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels auf das ökologische Gleichgewicht der Meere auf der Südhalbkugel der Erde zu untersuchen. Man geht davon aus, dass diese Ozeane von der Erderwärmung besonders stark betroffen sind und dass Pinguine, die sich vom Fischfang ernähren, darunter leiden, wenn sich das Ökosystem verändert. Um einzelne Tiere aus der Ferne unterscheiden und ihr Verhalten und ihren Aufenthaltsort genau registrieren zu können, versehen Biologen die Flossen von Pinguinen mit Metall- oder Kunststoffbändern.

Nun hat ein Team von französischen Forschern über einen Zeitraum von zehn Jahren frei lebende Königspinguine im südlichen Indischen Ozean beobachtet und herausgefunden, dass die Markierungen die Überlebenschancen dieser Tiere gefährden. Die Pinguine, die ein Markierungsband trugen, hatten weniger Nachwuchs und benötigten mehr Zeit, um in der Brutzeit Futter zu finden, als Tiere ohne Markierungsclips. Die Pinguine mit Clip hatten eine 16 Prozent niedrigere Überlebenschance und produzierten fast 40 Prozent weniger Küken. Das lag daran, dass sie später an den Brutplätzen ankamen als Tiere ohne Markierungsband und dass sie länger für die Nahrungssuche brauchten, weil die Markierung sie beim Fischfang behinderte: Die Bänder sorgen nämlich für einen höheren Widerstand im Wasser und führen dazu, dass die Pinguine mehr Energie beim Schwimmen verbrauchen.

Weil die Markierungsbänder derart drastische Auswirkungen auf das Verhalten der Pinguine hatten, ziehen die französischen Wissenschaftler nun die Aussagekraft der Daten in Zweifel, die in den letzten Jahren mit Hilfe der Chips von Klimaforschern gesammelt wurden.

Tja, da stellt sich wieder einmal die Frage für uns Laien: Welchen Forschungsergebnissen kann man überhaupt noch vertrauen?