Quecksilberbelastung in der Arktis

Über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Tierwelt in der Arktis und Antarktis habe ich schon öfter in diesem Blog geschrieben.

Nun gibt es ein neues, besorgniserregendes Problem, das durch die Klimaerwärmung verursacht wird: Im Nordpolarmeer sind immer mehr Tiere von einer Quecksilber-Vergiftung bedroht. Forscher haben herausgefunden, dass davon Eisbären, Ringelrobben und Narwale betroffen sind. Bei einem Fünftel der untersuchten Tiere stellte man eine erhöhte Quecksilber-Konzentration fest.

Der Grund dafür liegt nach Ansicht der Wissenschaftler in den seit fünf Jahren permanent steigenden Temperaturen in der Arktisregion. Das über lange Zeit in den Dauerfrostböden und im Eis gebundene Quecksilber wird dadurch freigesetzt und gelangt schließlich in die Nahrungskette der Tiere. Das Quecksilber wurde einst von Kohlekraftwerken in die Atmosphäre abgegeben und landete mit Niederschlägen in der Polarregion. Dort war es aber zunächst im „ewigen Eis“ und in den Permafrostböden eingefroren. Durch die Klimaerwärmung taut mit dem Eis und den Böden jetzt auch das Quecksilber auf.

Noch haben die Forscher keine direkten Vergiftungssymptome bei den belasteten Tieren beobachtet. Doch die werden auf Dauer ja wohl kaum ausbleiben. Außerdem sind auch Menschen bedroht: Innuit-Stämme in Kanada und Grönland ernähren sich traditionell auch von Robben- und Walfleisch.

Festmahl für die Buckelwale

Der Einfluss der Klimaerwärmung auf die Natur: Dieses Thema beschäftigt zunehmend die Forschung. Dabei zeichnen sich immer weitere Kreise ziehende Folgen für die Tierwelt ab. Gerade erst habe ich darüber geschrieben, wie sich das wärmere Klima auf die Kuckucke auswirkt. Jetzt folgt ein Beitrag über die Buckelwale.

Wissenschaftler der Universität Durham (USA) haben in der Wilhelmina Bay nahe der Antarktis bei Expeditionen in den beiden zurückliegenden Jahren Riesenansammlungen von Buckelwalen beobachtet. Es waren über 300 Tiere, so viele waren nie zuvor an einem Ort gesichtet worden. Die Forscher bekamen auch heraus, woran das lag: Die Wale fanden in der Bucht außergewöhnlich viel Nahrung. Die Konzentration von Krill – kleinen Krebstieren – im Meerwasser war so hoch wie in den vergangenen 20 Jahren nicht.

Dass es dort ein so gutes Futterangebot für die Wale gibt, mag zunächst positiv klingen. Aber die Ursache dafür ist – wiederum die Klimaerwärmung. Normalerweise ist das Meer auf der Südhalbkugel der Erde im Herbst, als die US-Wissenschaftler ihre Untersuchungen jeweils vorgenommen haben, zum größten Teil zugefroren. Der Krill zieht sich dann unter die Eisdecke zurück, um unter ihrem Schutz zu überwintern. In den letzten beiden Jahren aber waren zu diesem Zeitpunkt nur zehn Prozent der Bucht von Eis bedeckt.

So war es zwar sehr schön für die Buckelwale, dass sie sich so richtig sattfressen konnten. Doch die Forscher gehen davon aus, dass der Rückgang der Eisfläche auch zum Rückgang des Krills führt. Und von dem ernähren sich schließlich nicht nur die Wale, sondern auch andere Tiere. Die kleinen Krebstiere gelten als äußerst wichtiges Glied in der Nahrungskette der Tiere in der Antarktis. Und wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kann das für manche Arten schlimme Folgen haben. Nicht zuletzt auch für den Menschen.

Den Eisbären wird´s zu warm

In der kanadischen Hudson-Bay bringen die Eisbären-Weibchen immer weniger Jungtiere zur Welt. Wissenschaftler der Universität von Alberta warnen bereits, dass die gesamte Population in diesem südlichsten Lebensraum der Eisbären in der Arktis bedroht ist. Ursache für die stark rückläufige Geburtenzahl ist nach Erkenntnissen der Forschung die Erderwärmung, die in der im Osten von Kanada gelegenen Bucht immer kürzere Frostperioden zur Folge hat: Die Eisschmelze beginnt in der Hudson-Bay pro Jahrzehnt um eine Woche früher – damit verkürzt sich die Jagdsaison für die Eisbären.

Normalerweise war die Bucht im Winter acht Monate lang zugefroren. In dieser Zeit jagen die Eisbären nach Robben, die ihre wichtigste Nahrungsgrundlage bilden. Ist das Eis geschmolzen, müssen die Bären auf dem Festland von ihren Fettpolstern zehren, denn im Wasser haben sie keine Chance, die für sie viel zu schnell schwimmenden Robben zu erlegen. Die Fettreserven sind besonders für die Weibchen wichtig. Nur kräftige Weibchen können für ausreichend Nachwuchs sorgen, um die Population zu erhalten. Sind sie zu schwach, sind kleinere Würfe oder Fehlgeburten die Folge – oder sie werden gar nicht erst trächtig. Schon im letzten Jahrzehnt ging die Eisbären-Population in der westlichen Hudson-Bay um ein Viertel zurück.

Sollte das Frühjahr in der Region – wie erwartet – künftig noch früher einsetzen, dann sieht es tatsächlich düster aus für die Eisbären.

Klimaforschung – eine Gefahr für Pinguine?

Unter Tierforschern dürfte nun ein alter Streit wieder aufflammen: Machen Markierungsbänder, die an den Flossen von frei lebenden Pinguinen zum Zweck wissenschaftlicher Beobachtung angebracht werden, Sinn oder nicht? Schon seit längerem sind einige Wissenschaftler der Meinung, die Clips könnten die Tiere verletzen oder zumindest beim Schwimmen behindern.

urn:newsml:dpa.com:20090101:110111-99-08739Pinguine werden besonders gern als Studienobjekte herangezogen, wenn es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels auf das ökologische Gleichgewicht der Meere auf der Südhalbkugel der Erde zu untersuchen. Man geht davon aus, dass diese Ozeane von der Erderwärmung besonders stark betroffen sind und dass Pinguine, die sich vom Fischfang ernähren, darunter leiden, wenn sich das Ökosystem verändert. Um einzelne Tiere aus der Ferne unterscheiden und ihr Verhalten und ihren Aufenthaltsort genau registrieren zu können, versehen Biologen die Flossen von Pinguinen mit Metall- oder Kunststoffbändern.

Nun hat ein Team von französischen Forschern über einen Zeitraum von zehn Jahren frei lebende Königspinguine im südlichen Indischen Ozean beobachtet und herausgefunden, dass die Markierungen die Überlebenschancen dieser Tiere gefährden. Die Pinguine, die ein Markierungsband trugen, hatten weniger Nachwuchs und benötigten mehr Zeit, um in der Brutzeit Futter zu finden, als Tiere ohne Markierungsclips. Die Pinguine mit Clip hatten eine 16 Prozent niedrigere Überlebenschance und produzierten fast 40 Prozent weniger Küken. Das lag daran, dass sie später an den Brutplätzen ankamen als Tiere ohne Markierungsband und dass sie länger für die Nahrungssuche brauchten, weil die Markierung sie beim Fischfang behinderte: Die Bänder sorgen nämlich für einen höheren Widerstand im Wasser und führen dazu, dass die Pinguine mehr Energie beim Schwimmen verbrauchen.

Weil die Markierungsbänder derart drastische Auswirkungen auf das Verhalten der Pinguine hatten, ziehen die französischen Wissenschaftler nun die Aussagekraft der Daten in Zweifel, die in den letzten Jahren mit Hilfe der Chips von Klimaforschern gesammelt wurden.

Tja, da stellt sich wieder einmal die Frage für uns Laien: Welchen Forschungsergebnissen kann man überhaupt noch vertrauen?

Warmer Sommer: Katastrophe für Walrosse

urn:newsml:dpa.com:20090101:100914-10-11311Die ersten Folgen des Klimawandels bzw. der Erderwärmung werden derzeit in Alaska deutlich: Weil ihnen sozusagen das Eis unterm Hintern wegschmilzt, suchen jetzt Tausende von Walrossen Zuflucht an Land. Nach Expertenschätzungen sind es bis zu 20000 von diesen im Meer lebenden, riesigen Säugetieren, die sich nun in Scharen an den Stränden des Nordpolarmeeres und der Beringstraße drängen.

Das Problem ist, dass die Walrosse jetzt riesige Strecken zwischen ihren Futterquellen und den Ruheplätzen zurücklegen müssen. Denn die Tiere suchen ihre Nahrung, z.B. Krebse, Muscheln und Schnecken, in einer Wassertiefe bis zu 250 Metern. Normalerweise ruhen sie nach der Futtersuche auf Eisschollen draußen auf dem Meer aus. Doch diese Schollen sind wegen der zu hohen Temperaturen im Sommer geschmolzen. Also müssen die Tiere bis an Land schwimmen, um einen Schlafplatz zu finden.
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Sie pfeifen auf den Klimawandel

Was haben manche Zeitgenossen in den vergangenen Wochen unter der Hitze gestöhnt! Plötzlich waren Erderwärmung und Klimawandel, die im langen Winter und außergewöhnlich nasskalten Mai von vielen schon für Ammenmärchen gehalten wurden, wieder wichtige Themen. Aber so sind wir halt, wir Menschen.

MurmeltierGanz anders die Murmeltiere. Die freuen sich, dass es auf einmal so schön warm ist auf unserer Erde. Denn dadurch werden sie größer und dicker und brauchen nicht mehr so lange Winterschlaf halten wie früher. Was hatten sie es da stressig: In den vier bis fünf Monaten, die sie im Jahr wach waren, mussten sie sich abrackern wie die Verrückten. Fressen, fressen, fressen, damit der nächste Winterspeck auch wirklich dick genug wird, sich in kürzester Zeit vermehren, den Nachwuchs aufziehen. Stress pur.

Nun haben Forscher beobachtet, dass Murmeltiere im US-Staat Colorado aufgrund der längeren Sommer immer früher aus ihren Winterschlafstätten herauskommen und sich erst später im Jahr wieder dahin zurückziehen. Dazwischen haben sie mehr Zeit, um alles zu erledigen, und die Chance, Nachwuchs zu bekommen und den auch durchzubringen, erhöht sich. Sie können es also relaxter angehen lassen.

Tja: Murmeltier müsste man sein!

Aus der Tierwelt nichts Gutes

Auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende – ich bin wieder zurück und richtig erleichtert: Diesmal ist während meiner Abwesenheit mal keine Katastrophenmeldung aus dem Nürnberger Tiergarten gekommen, wie sonst leider schon öfter. Dafür geht es dem jüngsten Seelöwen-Nachwuchs bestens – was will man mehr?

Was die übrige Tierwelt angeht, haben die letzten drei Wochen allerdings wenig Gutes an Neuigkeiten mit sich gebracht, wie ich beim Nachlesen der NZ-Ausgaben der letzten drei Wochen feststellen musste. Da werden Schafe wegen des Klimawandels immer kleiner, beim Walschutz kommt man einfach nicht von der Stelle und muss sogar die Kröte neuer Walfang-Programme schlucken, und in China darf pro Haushalt nur noch ein Hund gehalten werden.

Im Tiergarten Nürnberg gibt es zwar keine Todesfälle. Trotzdem erreichte uns von dort eine schlechte Nachricht: Die Besucher müssen länger als gedacht darauf warten, bis sie am Schmausenbuck wieder Elefanten sehen können. Das Geld für den Umbau der alten Anlage, der nötig ist, um dort Jungbullen halten zu können, ist im Augenblick einfach nicht da.

Tja, und die Heuschrecken werden auch nicht erfreut darüber sein, dass man dem seit der seit der Bibel bestehenden großen Rätsel der Heuschreckenplagen auf die Spur gekommen ist: Die Hormone (in diesem Fall Serotonin) lassen diese Tiere verrückt spielen! Da kann man nur hoffen, dass Menschen durch Verabreichung der entsprecheneden Dosis nicht irgendwann künstlich Heuschreckenplagen auslösen – als neue Art der Kriegführung, wäre doch mal was anderes!