Wenn man nicht schwitzen kann…

Kinder - Schläfriges Kuscheltier im Baum - KoalaSie leben in heißen Regionen, können aber trotzdem nicht schwitzen: Koalabären besitzen keine Schweißdrüsen. Da geht es ihnen im Prinzip so wie vielen anderen Säugetieren. Das Problem ist nur: Wenn sie versuchen,  ihre Körpertemperatur durch Hecheln herunterzufahren, droht ihr Körper zu viel Wasser zu verlieren. Und weil sie auf Bäumen leben, haben sie auch keine Möglichkeit, in Erdhöhlen Zuflucht zu suchen.

Auch in diesem Fall hat die Natur eine geniale Lösung gefunden, wie Forscher der Universität von Melbourne nun entdeckt haben. Die Koalas wenden eine raffinierte Methode an, indem sie dicke Äste der Eukalyptusbäume umklammern – die Wirkung ist mit der einer Klimaanlage vergleichbar. Die Wissenschaftler haben genaue Messwerte der Lufttemperaturen sowie die der Baumstämme und Äste ermittelt und die Körpertemperatur der Tiere mit Hilfe von Wärmebildkameras gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Baumstämme bei extremen Durchschnittstemperaturen von 36 Grad zwischen fünf und acht Grad kühler sind als ihre Umgebung. Wenn es besonders heiß ist, pressen die Koalas ihren Körper ganz an die tiefliegenden, dicksten Äste und kühlen sich dadurch ab. So benötigen sie nach den Berechnungen der Wissenschaftler nur rund die Hälfte der Energie, die sie gebraucht hätten, wenn sie dieselbe Wirkung durch Hecheln hätten schaffen wollen. Und sie verschwenden dabei auch keine Flüssigkeit.

Schutz für bedrohte Koalas

Koalabären gehören zu den größten Touristenattraktionen in Australien. Alle lieben die knuddeligen Beuteltiere mit dem wuscheligen grauen Fell. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gab es noch mehrere Millionen von diesen Tieren in Australien. Mittlerweile sind es nach Expertenschätzung der Koala-Stiftung nur noch höchstens 100 000 Exemplare.

Deshalb hat die Regierung sich nun entschieden, in einigen Regionen des Kontinents Koalas auf die Liste der gefährdeten Arten setzen zu lassen und unter Schutz zu stellen.  Bedroht sind die Tiere vor allem in dicht besiedelten Gebieten an der Ostküste, in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und auch in Australiens Hauptstadt Canberra. Dort werden überall ihre Lebensräume nach und nach zerstört, hauptsächlich durch Bauprojekte und den Ausbau des Straßennetzes. Immer öfter kommt es außerdem zu Zusammenstößen mit Autos. Auch Angriffe durch wilde Hunde und verschiedene Krankheiten dezimieren den Koala-Bestand immer mehr.

Dann gibt es aber auch Landesteile mit großen, teils sogar wachsenden Koala-Populationen – besonders im Süden Australiens, beispielsweise in Victoria. Dort fressen die Koalabären, die sich überwiegend von Eukalyptusblättern ernähren, in manchen Gegenden sogar ihren ganzen Lebensraum kahl. Deshalb greifen die Behörden dort sogar ein, um die unkontrollierte Ausbreitung der Tierart zu verhindern.