Überfahrene Kröten bitte melden!

Nun beginnt bei uns wieder die Zeit der Amphibienwanderungen: Die Zeit, in der Kröten und Frösche von ihrem Winterquartier zum Laichgewässer aufbrechen. Dabei werden jedes Jahr unzählige Tiere beim Überqueren von Straßen getötet – trotz der Bemühungen von Tierschützern,  Straßen und andere Gefahrenstellen zu untertunneln und die Tiere auf sicheren Wegen zu leiten.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (lbv) startet jetzt ein neues Projekt: Er möchte die Anzahl und die Fundorte von überfahrenen Kröten und Fröschen auf  Bayerns Straßen erfassen, um einen besseren Überblick über das Ausmaß der Todesfälle und nicht gesicherte Wanderstrecken zu erhalten. Die Naturschützer rufen alle Kraftfahrer auf, diese Tiere zu melden. Die Registrierung erfolgt online. Außerdem appelliert der lbv an alle Kraftfahrer, auf den entsprechend gekennzeichneten Strecken vorsichtig und langsam zu fahren, damit es zu möglichst wenig Unfällen mit Kröten kommt.

Ich hoffe, dass möglichst wenig Tiere überfahren werden und wünsche dem lbv Erfolg für sein neues Zähl-Projekt. Hier geht es zum Online-Meldeformular für Totfunde des lbV.

Das ist Tierblogger-Schicksal!

Weit ist es mit mir schon gekommen! Schaue mir gestern Abend das „heute-journal“ an und höre, wie mein Lieblingsmoderator Claus Kleber (den ich persönlich nur „CK 2“ nenne) die darauffolgende Sendung ankündigt: In der Reihe „37 Grad“ legt er den Zuschauern die Reportage „Bin mollig – suche Liebe“ ans Herz.

In diesem Moment mache ich nebenbei was anderes und habe die Mattscheibe kurz nicht im Blick. Und was verstehe ich? „Bin Molch – suche Liebe“. Kein Wunder, wenn man dauernd über Krötenwanderungen und ähnliche tierische Themen schreibt!

Lieber ein paar Kröten plattfahren lassen?

Jeder plattgefahrene Frosch ist ein toter Frosch zu viel, sagen Tierschützer. Alle Jahre wieder im Frühling bringen sie deshalb Amphibien in Sicherheit, die den Weg zu ihren Laichplätzen sonst mit dem Leben bezahlen müssten.

Lieber ein paar Kröten überfahren lassen, das kann dem Fortbestand einer Art unter Umständen mehr nützen als gut gemeinte, aber schlecht ausgeführte Rettungsaktionen, sagen Vertreter des Artenschutzes.  

Leider unterlaufen den Tierschützern manchmal Fehler: Sie pflegen z.B. die Kunststoffzäune, die sie an Straßenrändern aufbauen, nicht genügend. So entstehen darin oft Löcher, durch die dann doch Tiere hindurchkommen und letztlich überfahren werden. Oder sie leeren die Eimer, die an den Zäunen in den Boden eingelassen sind und in die Frösche und Kröten hineinrutschen, nicht oft genug – mit der Folge, dass Tiere darin verenden oder sich gegenseitig mit Krankheiten anstecken. Manchmal geraten auch andere Tiere wie Mäuse in die Behälter und sind darin gefangen.

Immer wieder sind außerdem die Abstände zwischen den Eimern oder zwischen Amphibien-Tunneln unter Straßen zu weit voneinander entfernt. Dann haben die Tiere keine Lust mehr und kehren um, nach dem Motto: Diese Menschen können mich mal! Dann wird nichts aus der Fortpflanzung im Laichgewässer – und ganze Generationen bestimmter Arten fallen flach. Das wiederum kann sich zum Problemfür den Gesamtbestand entwickeln.

Tierschützer leisten tolle Arbeit, sie engagieren sich und opfern viel Freizeit. Trotzdem verlieren sie den Artenschutz dabei manchmal aus den Augen.  – Was meint Ihr/sagen Sie dazu? – Ausführlichere Informationen zum Thema im heutigen Lokalteil der „Nürnberger Zeitung“ hier.