Glückliche bayerische Kühe!

Na toll: Deutsche Kühe produzieren so viel Milch wie nie zuvor, vermeldet der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 lieferte eine Kuh im Schnitt 8237 Kilogramm Milch, das sind 64 Kilo mehr als im Jahr davor und sogar 400 Kilo mehr, als  die Jahresleistung noch vor fünf Jahren betrug. Diese Leistung wird tatsächlich in Kilogramm gemessen, wobei ein Kilogramm Milch fast genau einem Liter entspricht.

Übrigens schneiden die ostdeutschen Kühe dabei besser ab als die westdeutschen. An der Spitze liegen die Kühe in Thüringen, die durchschnittlich 9180 Kilo Milch pro Jahr geben, während die bayerischen Kühe mit 7349 Kilo die schwächsten Milchlieferanten sind.

So weit die Zahlen aus Sicht des Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Der führt diese Entwicklung darauf zurück, dass in Deutschland immer größere Kuhherden gehalten werden und damit eine professionellere Betreuung der Tiere möglich sei. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen haben im Schnitt 279 Kühe im Stall stehen, während es bei den Bauern in Bayern im Schnitt nur 38 Tiere sind.

Gegen diese Sichtweise läuft – meiner Meinung nach zu Recht – der Tierschutzbund seit Jahren Sturm. Er kritisiert, dass die meisten der auf Höchstleistung gezüchteten Kühe das ganze Jahr über im Stall gahalten werden. Denn unter natürlichen Bedingungen auf der Weide können die Tiere gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen, wie es für solche Milchmengen nötig wäre. Außerdem bekommen die Kühe mit der größten Leistung öfter Erkrankungen am Euter und leiden häufiger unter Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Vom Tierschutzgedanken her am schärfsten zu verurteilen ist die Tatsache, dass Kühe, die am meisten Milch geben, am frühesten geschlachtet werden: Die Milchleistung sinkt nämlich ganz schnell mit dem Alter. So haben laut Tierschutzbund Kühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag liefern, nur eine Lebenserwartung von vier Jahren.

Man kann den Milchbericht also auch anders als nur auf Leistung bezogen lesen. Dann käme man zu dem Ergebnis: In Bayern leben die glücklichsten Kühe.

 

 

Schwangerschaftsgymnastik für Kühe?!

KüheEs gibt Meldungen über Tiere, die würde man glatt für einen Aprilscherz halten – wenn es nicht kurz vor Weihnachten wäre und wenn sie nicht aus absolut seriösen Quellen kämen wie etwa der Deutschen Presseagentur. Die vermeldete jetzt folgendes: Gymnastik in der Schwangerschaft soll holländischen Kühen künftig zu einer leichteren Geburt und gesünderen Kälbern verhelfen. Trächtige Kühe sollten täglich zweimal 15 Minuten lang aufs Laufband oder in die Tretmühle, das würde ihre Muskulatur stärken und ihr Allgemeinbefinden verbessern.

Der Vorschlag stammt von einer Tierforscherin der Universität Wageningen; ein Versuch mit 15 Kühen sei erfolgreich verlaufen. Für das Experiment wurden Trainingsgeräte für Rennpferde verwendet.

Ich weiß zwar nicht, was ich mir unter dem Fitness-Gerät „Tretmühle“ genau vorzustellen habe. Was ich mir aber auf keinen Fall vorstellen kann: Dass sich eine Kuh – noch dazu eine trächtige – in der Tretmühle wohlfühlt!!!

Was ich mir dagegen sehr gut vorstellen kann: Trächtige Kühe, die nicht in einem tristen Stall auf engstem Raum mit ihren Artgenossen stehen müssen, sondern auf einer Wiese so viel Auslauf haben, dass ihre Muskeln durch die dauernde, regelmäßige Bewegung ganz automatisch trainiert werden. Diese Kühe wären rundum zufrieden und würden im Normalfall  gesunde Kälber zur Welt bringen – ganz ohne Schwangerschaftsgymnastik!