Alpaka-Wanderungen – ein sinnvoller Trend?

Alpakas und Lamas haben sich hierzulande, fernab ihrer Heimat, zu regelrechten Modetieren entwickelt. Überall in Deutschland trifft man auf Weiden mit diesen aus Lateinamerika stammenden Neuweltkamelen (Foto: dpa). Etwa 15.000 Lamas und Alpakas leben nach Schätzungen des Tierschutzbundes in Deutschland. Und Lama-Wanderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Ich stehe solchen Trends eher kritisch gegenüber und frage mich, ob diese Tiere bei uns von der Mehrzahl der Privatbesitzer tatsächlich artgerecht gehalten werden. Meiner Meinung nach können Zoos das einfach besser. Mit meinen Zweifeln bin ich übrigens nicht allein – auch der Deutsche Tierschutzbund ist in dieser Hinsicht skeptisch. Er warnt davor, dass die Tiere bei falscher Haltung und Behandlung schnell eine Fehlgeprägung entwickeln können. Wenn das passiert, betrachten die Tiere Menschen als Artgenossen und spucken sie an, und es kann zu Rangkämpfen kommen. Ein solches Verhalten kann laut Tierschutzbund später nicht mehr korrigiert werden. Am Ende droht solchen Tieren die Einschläferung.

Es mag ja ganz nett sein, mit einem Lama oder Alpaka durch eine schöne Gegend zu wandern. Aber ich frage mich, ob das wirklich unbedingt notwendig ist, wenn man mal „runterkommen“ möchte. Das geben die meisten Leute, die schon einmal eine Lama-Wanderung gemacht haben, als hauptsächlichen Grund an, warum sie sich dafür entschieden haben. Ich finde, es ist ein Armutszeugnis, wenn man das nicht mehr aus eigener Kraft schafft!