Reh auf der Vogelinsel, Seehund an der Loire

Immer wieder mal gibt es skurrile Geschichten aus der Welt der Tiere zu erzählen. In dieser Woche haben mich folgende zwei Begebenheiten zum Schmunzeln gebracht:

Auf der Nordseeinsel Trischen, die als Vogelinsel bekannt ist, tauchte plötzlich ein Reh auf. Noch nie zuvor wurde auf dem Eiland mitten im Wattenmeer ein solches Tier gesichtet. Ein Ornithologe des Naturschutzbundes (NABU) hat es entdeckt. Nun fragt sich nicht nur er, wie das Reh die zwölf Kilometer zwischen dem Festland – wo es eindeutig herstammt – und der Insel überwunden hat: Zu Lande (als Ebbe herrschte) oder zu Wasser (während der Flut). Rehe können angeblich sehr gut schwimmen… Da auf der Insel sonst nur Vögel leben, dürfte das Reh sich aber wohl schnell einsam fühlen und wieder aufs Festland zurückkehren.

Unerklärlich bleibt auch, was ein Seehund beim Sonnenbaden am Ufer der Loire in Frankreich zu suchen hat. Dort haben Spaziergänger die Robbe entdeckt: an einer Stelle am Flussufer bei Tours, immerhin 250 Kilometer vom Atlantik entfernt. Der Seehund muss diese Strecke die Loire aufwärts geschwommen sein. Nun wissen wir zwar von Seehunden definitiv, dass sie gut schwimmen können, auch Hunderte von Kilometern. Doch was wollte das Tier in Tours? Man vermutet, dass es einen Schwarm von Meerbarben verfolgt hat. Die Jagd auf diese Fische soll im Fluss einfacher sein als im Meer. Es handelt sich auch mit Sicherheit um keinen verspäteten Aprilscherz, sondern um eine seriöse Meldung. Die wird noch dadurch erhärtet, dass bereits im dritten Jahr in Folge Seehunde in der Loire beobachtet werden. Übrigens: Der Feuerwehr gelang es nicht, den Seehund einzufangen. Die Robbe sprang schnell ins Wasser und verschwand, als die Feuerwehr eintraf.

Mal sehen, was bei uns in der Pegnitz demnächst so alles angeschwommen kommt.