A „Zar“ is born!

Man könnte meinen, der Fasching hat jetzt sogar schon im Tierreich Einzug gehalten. Dieses Raubkatzenbaby wäre demnach ein Tiger, der sich als Löwe verkleidet hat – oder umgekehrt. Im Ernst: Es handelt sich bei dem Tier um einen sogenannten Liger, eine Kreuzung  zwischen Löwe und Tiger. Er besitzt das beige Fell eines Löwen und hat im Gesicht die Zeichnung eines Tigers. Das seltene Exemplar hat in einem Wanderzoo bei Rostow am Dom (Südrussland) das Licht der Welt erblickt und heißt – typisch russisch – Zar. Das passt, denn seine Tiger-Mama heißt Prinzessin, sein Löwen-Vater Cäsar. Und als ob das ganze Arten-Kuddelmuddel nicht schon genug wäre, auch das noch: Eine Ziege aus dem Wanderzoo ist als Amme für den kleinen Zar eingesprungen und säugt ihn.

Liger gelten als die größten Raubkatzen der Welt. In der Wildnis kommen sie praktisch nicht vor, weil Tiger bekanntlich nur in Asien leben und Löwen in Afrika – abgesehen von den ganz wenigen Persischen oder Indischen Löwen. Solche wiederum kann man immerhin im Nürnberger Tiergarten sehen. Momentan soll es weltweit nur rund 20 Liger geben. Einer davon heißt Herkules und lebt – na klar, dort, woll alles „great“ ist seit Trump – in den USA. Er ist laut Guinness-Buch der Rekorde derzeit die größte Raubkatze der Welt: 418 Kilogramm bringt er auf die Waage und ist 3,33 Meter lang. Mal sehen, ob ihn der vor zweieinhalb Monaten in Russland geborene Zar nicht eines Tages verdrängt, wenn er erst mal erwachsen ist!

Kein Platz mehr für Löwen in Afrika?

In dieser vorweihnachtlichen Zeit möchte man ja eigentlich lieber Besinnliches lesen und hören. Aber unsere Welt ist leider nicht so heil und besinnlich, wie wir sie gerne hätten. Meldungen wie die folgende kann man deshalb nicht einfach ignorieren.

Internationale Wissenschaftler schlagen Alarm: Der Lebensraum für die Löwen in Afrika wird in rasender Geschwindigkeit immer kleiner. Teils, weil ein Großteil der Savanne in Ackerland umgewandelt wurde, teils, weil die Bevölkerungsdichte in Afrika immer stärker zunimmt. Die Savannengebiete, die sich für den König der Tiere, wie er gerne genannt wird, als Lebensraum eignen und ihm genügend Beute zur Ernährung bieten können, sind um 75 (!) Prozent geschrumpft. Es gibt auf dem ganzen afrikanischen Kontinent überhaupt nur noch 67 voneinader isolierte Gebiete mit nennenswerten Löwenpopulationen. Von denen wiederum sind viele zu klein oder zu zerstückelt, so dass Inzucht und andere Probleme drohen.

Ein internationales Forscherteam kam jetzt zu dem erschütternden Ergebnis, dass in Afrika insgesamt nur noch 15 Gebiete übrig geblieben sind, in denen mehr als 500 Löwen leben. Diese Größenordnung gilt als Voraussetzung für eine Population, die auf lange Sicht stabil bleibt. Die einzelnen Löwenpopulationen weisen geringe genetische Unterschiede auf, so dass der Verlust einer Population die genetische Vielfalt der ganzen Art verringert.

Heute gibt es nach den neuesten Zählungen in Afrika insgesamt noch 32 000 Löwen. Aber die Bestände sind nur noch in den großen Naturschutzgebieten im Osten und Süden des Kontinents stabil, in denen 24 000 Löwen leben. Dort investieren die Regierungen in Schutzmaßnahmen, weil Löwen viele Touristen und damit Geld in die Gebiete bringen. In West- und Zentralafrika hat der Rückgang der Löwen dagegen ein dramatisches Ausmaß erreicht, auch, weil man die wirtschaftliche Bedeutung der Großkatzen dort noch nicht erkannt hat. Ohne Schutzmaßnahmen, so warnen die Wissenschaftler, seien die Löwenpopulationen langfristig nicht zu retten.

Na, dann wissen wir doch gleich, was wir uns vom Christkind wünschen: mehr Schutz für Afrikas Löwen und ihre Lebensräume!

 

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