Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Es war eine Autoimmunerkrankung

Jetzt steht es fest, woran Seekuh Luna im Tiergarten Nürnberg gestorben ist. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, das die Sektionen der Kadaver von Tiergartentieren vornimmt, hat „ein komplexes Krankheitsbild“ zum Tod von Luna geführt. Zu den schon von den Zootierärzten festgestellten Befunden einer leichten Anämie und einer auffälligen Hauttveränderung wurde eine autoimmune Dermatopathie (Hauterkrankung) festgestellt. Das heißt, das Immunsystem von Luna hat gegen körpereigenes Gewebe überreagiert. Das Gewebe wurde als ein zu bekämpfender Fremdkörper gesehen, mit der Folge schwerer Schäden des betroffenen Organs. Solche Phänomene kennen wir ja auch beim Menschen. Und Humanmediziner stehen dabei meist ebenso vor einem Rätsel wie Veterinäre.

Die Tierpathologen haben bei der Untersuchung von Luna außerdem in Kombination mit der Autoimmunerkrankung eine bakterielle und eine Pilzinfektion der Haut nachgewiesen. Die Haut konnte sich nicht mehr gegen Pilze und Bakterien schützen. Weil so viele verschiedene Faktoren bei der Manati-Dame zusammenkamen, starb sie schließlich an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.

Ich habe mich noch einmal bei den Tierärzten am Schmausenbuck erkundigt, ob sich denn die drei übrigen Seekühe im Manatihaus bei Luna angesteckt haben könnten. Darauf weist bisher nichts hin, man hält eine Ansteckung auch für unwahrscheinlich. Denn es gebe überall Bakterien und Pilze, die aber bei einer gesunden Haut nicht gesundheitsschädigend sind.