Umzug bei Familie Seekuh und Seelöwe

Die Eröffnung von Delfinlagune und Manatihaus im Nürnberger Tiergarten rückt unweigerlich näher. Ab 30. Juli ist die neue Anlage für die Besucher zugänglich. Nach und nach ziehen auch die künftigen Bewohner in ihr neues Zuhause um.
Auch für die Mitarbeiter des Zoos am Schmausenbuck ist das eine logistische und organisatorische Herausforderung. Außer den Delfinen selbst müssen sie acht kalifornische Seelöwen und drei Seekühe in die Delfinlagune bzw.ins Manatihaus umsiedeln. Trotzdem gingen die beiden Umzüge jetzt glatt über die Bühne.
Die Seelöwen – neugierig, wie sie nun mal sind – haben nach einem kurzen Aufenthalt im „Kinderbereich“ gleich ihr neues Becken erkundet. Bei den Seelöwen handelt es sich um sechs Weibchen – Ella, Tiffy, Soda, Foster, Hazel, Blue – und zwei junge männliche Seelöwen, nämlich Salomon und Scott. Salomon soll – wenn er nächstes Jahr geschlechtsreif wird – die Rolle des Haremschefs im Aquapark des Tiergartens übernehmen. Er wird also, wenn es klappt, Nachfolger des langjährigen Haremsführers Patrick, der kürzlich gestorben ist, wie meine Kollegin Jule hier berichtet hat.

Die drei Seekühe Mara, Zorro und Herbert haben es – ihrer behäbigen Natur gemäß – in ihrem neuen Zuhause etwas langsamer angehen lassen (auf dem Foto ist der Transport von Mara zu sehen). Ruhig haben sie sich erst einmal in ihrem Becken im neuen Manatihaus umgeschaut. Ob sie die üppige, tropische Pflanzenpracht in ihrer neuen Umgebung wohl wahrnehmen? Oder ist ihnen diese prachtvolle „Inneneinrichtung“ im neuen Quartier schnurzegal – nach dem Motto: Hauptsache, es gibt regelmäßig was zu fressen? – Sei´s drum, jedenfalls haben sich die drei Manatis gleich gut mit ihren neuen Mitbewohnern vertragen, mit denen sie künftig in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben: Perlmutt-Barsche, Schilderwelse und Pacu-Fische.

Seekuh-Baby wohlauf, Giraffe Charly tot

Während das ZDF mit seinen Beiträgen über den Tiergarten in den „Nürnberger Schnauzen“ der Gegenwart wie gesagt  rund ein halbes Jahr hinterherhinkt, kommen aus dem Zoo am Schmausenbuck ständig aktuelle Nachrichten. So erreichte uns Journalisten heute eine traurige und eine schöne Mitteilung aus dem Tiergarten.

Die traurige: Der 13-jährige Giraffenbulle Charly wurde eingeschläfert. Die Zooleitung hat ihn von den unerträglichen Schmerzen erlöst, die ihm seine schon lange entzündeten Gelenke bereitet haben. Zuletzt konnte Charly vor Schmerzen kaum noch aufstehen. Ich werde den mächtigen Giraffenbullen, der im Tiergarten dreimal für Nachwuchs gesorgt hat, nicht so schnell vergessen: Ich durfte ihn nämlich einmal mit Knäckebrot – eine seiner Leibspeisen – füttern. Besonders beeindruckt hat mich die lange und kräftige Zunge von Charly.

Und nun zur schönen Nachricht: Seekuh Mara hat im Tropenhaus ihr zweites Baby zur Welt gebracht. Das Kleine (bei der Geburt war es 1,20 Meter lang und wog rund 25 Kilo) ist gesund und munter. Einziger Wermutstropfen: Es trinkt nicht bei seiner Mutter, sondern bekommt regelmäßig ein Fläschchen mit Spezialmilch von seinen Pflegern. Man hofft aber, dass sich dieses Verhalten noch ändern wird. Denn die Beziehung zwischen Mutter und Kind wird sichtlich immer enger. Obwohl sie schon Erfahrung als Mutter hat, kümmerte sich Mara anfangs nicht um ihr Baby – inzwischen schwimmen die beiden aber Seite an Seite. Die Pfleger hatten auch schon den Eindruck, als würde das Kleine gleich bei Mara „andocken“.

Nachdem schon einmal eine kleine Seekuh im Tropenhaus erst nach über zwei Wochen bei seiner Mutter zu saugen begonnen hat, ist man optimistisch, dass es diesmal auch noch klappt. Um die Stabiliserung der Mutter-Kind-Beziehung nicht von außen zu stören, bleibt das Tropenhaus im Tiergarten vorläufig geschlossen.

Ach ja: Ob das Manati-Baby weiblich oder männlich ist, weiß man noch nicht. Beim Nuckeln am Fläschchen weigert es sich bisher, seine Unterseite zu präsentieren.