Lieber roh oder gekocht?

schimpansenBleiben wir doch gleich bei den Menschenaffen – nach Orang-Utan Sandra sind heute die Schimpansen an der Reihe. Amerikanische Wissenschaftler führten mit den Primaten Experimente durch, bei denen es um Fragen ging wie diese: Haben Schimpansen Geduld genug, um rohe Speisen nicht sofort zu verzehren, sondern um abzuwarten, bis sie gar sind? Dazu ist eine Portion Selbstbeherrschung nötig, die sonst nur der Mensch besitzt. Und: Beherrschen die Menschenaffen kognitive Fähigkeiten, die zum Kochen von Nahrungsmitteln benötigt werden? Der Vorteil von Gekochtem besteht vor allem darin, dass es im Vergleich zu Früchten, Blättern oder rohem Fleisch mehr Energie liefert. Forscher gehen davon aus, dass im Laufe der Evolution der Wechsel zu dieser neuen Art von zubereiteter Nahrung die Voraussetzung dafür war, ein größeres Gehirn zu entwickeln, weil dazu mehr Energie nötig ist.

Die Wissenschaftler ließen Schimpansen – mit die engsten Verwandten des Menschen –  neun Tests absolvieren, um die Frage zu klären, ob schon die letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Affen über die notwendigsten Fähigkeiten für das Kochen von Nahrung verfügten. Die Affen mussten bei den Versuchen nicht mitmachen; ihre Teilnahme war freiwillig. Die Tiere saßen bei den Versuchen an einem Tisch gegenüber dem Versuchsleiter und trafen ihre Entscheidung jeweils durch Zeigen auf einen Herd und eine „Black Box“ oder, indem sie diese Geräte berührten.

Und das kam bei den Experimenten heraus: Schimpansen ziehen gekochte Nahrung roher vor, selbst wenn sie längere Zeit darauf warten müssen. Die Menschenaffen besitzen außerdem viele menschliche Fähigkeiten, die man zum Kochen braucht. Die Tiere schafften es in kurzer Zeit, die für sie neue Art und Weise der Essens-Verarbeitung zu erlernen. Für die Wissenschaftler zeigt das, dass das Garen von Nahrung in der menschlichen Evolution schon früh auftrat.