Mexiko: Illegaler Handel mit Kakteen blüht!

Der illegale Handel mit Kakteen in MexikoWer von uns hat nicht zumindest ein Exemplar zu Hause auf dem Fensterbrett stehen? Kakteen in allen Variationen. Sie sind stachelig, unkompliziert und genügsam. In keinem anderen Land der Welt wachsen so viele verschiedene Kakteensorten wie in Mexiko, selbst auf der Staatsflagge ist ein Kaktus abgebildet. Die Artenrvielfalt weckt allerdings auch Begehrlichkeiten. Internationale Banden führen seltene Pflanzen illegal aus Mexiko aus und verkaufen sie teuer an Sammler in Europa und Asien. Der schwungvollen Handel mit den geschützten Pflanzen blüht .

Zum Schutz der Sukkulenten richten die Behörden nördlich von Mexiko-Stadt auf 800 Hektar nun ein Naturreservat ein. Im Cañón del Infiernillo (Höllenschlucht) nahe der Ortschaft Cadereyta de Montes im Bundesstaat Querétaro sollen Kakteen der Art Echinocactus grusonii – auch Schwiegermutterstuhl genannt (Foto) – künftig ungestört gedeihen. „Es ist das erste Mal, dass wir ein Gebiet exklusiv für den Schutz und die Reproduktion eines Kakteengewächs in seinem angestammten Lebensraum ausweisen“, sagt Sergio Tapia vom örtlichen Ministerium für nachhaltige Entwicklung. Neben dem mittlerweile auf der ganzen Welt verbreiteten Schwiegermutterstuhl sollen in dem Reservat «Däxpe» auch über 50 endemische Arten geschützt werden. «Es ist unglaublich, dass in so einem kleinen Gebiet so viele verschiedene Pflanzen zusammentreffen, die es nur dort gibt», sagt Tapia.

Etwa 50 Prozent der Fläche Mexikos wird von Halbwüsten oder Trockengebieten bedeckt. Über die Hälfte der fast 2000 bei der Weltkulturbehörde Unesco registrierten Kakteen und Sukkulenten kommt in Mexiko vor. Zwar ist die Ausfuhr und die Vermarktung endemischer Pflanzenarten verboten, trotzdem betreiben internationale Banden einen schwungvollen Handel mit seltenen Kakteen.

Im vergangenen Jahres entdeckte der Wissenschaftler Mario Valdez Marroquín in der Wüste von Nuevo León im Nordosten des Landes die Kakteenart Aztekium valdezii. Noch bevor er seinen Fund bekanntgeben konnte, wurde eine Pflanze samt fünf Samen auf einer tschechischen Internetplattform zur Versteigerung angeboten. Die rumänische Fachzeitschrift «Xerophilia» veröffentlichte einen Artikel mit Fotos über den Fund. Aus Naturschutzgründen verzichtete das Magazin auf genaue Ortsangaben. Dennoch tauchten wenig später auch auf professionellen Händlerseiten Bilder der neu entdeckten Art auf. „Es gibt auch Einheimische, die Kakteen stehlen, aber das haben wir unter Kontrolle. Das Problem sind Händler aus anderen Ländern», sagt der Präsident des Verbands für Kakteen und Sukkulenten, Arturo Tonatiuh Arenas Jiménez. „Jede neue Art taucht zuerst öffentlich in Europa auf und erst viel später in Mexiko. Wir wissen oft gar nicht, was wir hier alles haben. Und was man nicht kennt, kann man auch nicht wertschätzen.“ Die große Biodiversität lockt offenbar Banden und Händler aus der ganzen Welt an. Am meisten – so der Kakteen-Experte Francisco Valente Rabell – haben es die Händler auf neu entdeckte Arten abgesehen.

Kampf gegen Straßenhunde

In Mexiko-Stadt sind die Behörden ratlos: Dort machen verwilderte Straßenhunde Riesenprobleme. In einem Park hat man in den letzten Tagen vier grausam zugerichtete Leichen gefunden, die angeblich von einer Hundemeute zerfleischt wurden. Wobei in dieser Frage die Meinungen auseinandergehen: Tierschützer bezweifeln, dass Hunde diese Taten angerichtet haben können, während es von tierärztlicher Seite heißt, Hunde wären sehr wohl dazu fähig – sie würden nämlich wie Löwen ihr Opfer in der Gruppe jagen.

Tatsache ist: In Mexiko Stadt leben 1,2 Millionen Hunde. Zehn Prozent davon sind herrenlos und verwildert und müssen selbst zusehen, wie sie an Futter herankommen, um zu überleben. Und ihre Zahl wird immer größer. Im vergangenen Jahr wurden rund 11 500 Hundebisse registriert; die Opfer waren zum Teil so schwer verletzt, dass sie plastische Operationen brauchten.

Unabhängig davon, ob die Hunde Menschen jetzt tatsächlich getötet haben, haben die Behörden eine Kampagne gestartet: Sie appellieren an Hundehalter, ihre Haustiere kastrieren bzw. sterilisieren zu lassen, um die Flut von Hundebabys, die nach einiger Zeit meist auf der Straße landen, einzudämmen. Die Aktion wurde nun verstärkt und auf arme Stadtteile ausgeweitet. Dort arbeiten Tierärzte zum Beispiel auf Fußballplätzen an mehreren Dutzend Operationstischen, um den Eingriff bei den Tieren vorzunehmen. Und Hunderte von Besitzern stehen stundenlang Schlange, bis ihr Tier drankommt. Die Operation wird in diesen Vierteln kostenlos durchgeführt, weil sie für die Hundehalter zu teuer wäre.

Die Gesundheitsbehörde will mit diesem Angebot nun von einem Armenviertel ins nächste gehen, um zu verhindern, dass sich die Hunde dort weiter unkontrolliert vermehren und dann ausgesetzt oder misshandelt werden. Das dürfte eine Mammutaufgabe werden, für die organisatorisch und finanziell ein Riesenaufwand nötig ist – hoffentlich keine Sisyphusarbeit!