Das Märchen von der Mückenplage

Heute möchte ich mal mit einem Ammenmärchen aufräumen, das in diesem milden Winter häufig die Runde macht: Nämlich, dass uns wegen des zu warmen Winters im nächsten Sommer eine Stechmückenplage erwartet. Das stimmt nämlich so nicht.

Tatsache ist vielmehr: Die Stechmücken-Männchen sterben sowieso schon alle im Herbst. Im Gegensatz zu den Weibchen stechen sie aber auch gar nicht – sie ernähren sich nicht von Menschenblut, sondern von Nektar und Pflanzensäften. Den blutrünstigen Weibchen dagegen macht die Kälte im Winter gar nichts aus. Sie suchen sich erst ein gemütliches Plätzchen zum Überwintern und verfallen dann in eine Art Kältestarre. Dabei haben sie eine – typisch weiblich! – raffinierte Methode: Sie geben überflüssige Körperflüssigkeit ab und lagern in der restlichen Zucker ab. Der funktioniert dann wie ein Frostschutzmittel. Der Mückennachwuchs ist ebenfalls winterfest. Die Weibchen legen die Eier im Herbst im Wasser ab, und dort halten sie es dann zum Beispiel im Schlamm auf dem Grund eines Gewässers auch bei Kälte gut aus.

Ob es zu einer Mückenplage kommt, darüber entscheidet nicht der Winter, sondern der Sommer. Die Mücken lieben es feucht und warm, auf jeden Fall nicht zu trocken.