Das Märchen von der Mückenplage

Heute möchte ich mal mit einem Ammenmärchen aufräumen, das in diesem milden Winter häufig die Runde macht: Nämlich, dass uns wegen des zu warmen Winters im nächsten Sommer eine Stechmückenplage erwartet. Das stimmt nämlich so nicht.

Tatsache ist vielmehr: Die Stechmücken-Männchen sterben sowieso schon alle im Herbst. Im Gegensatz zu den Weibchen stechen sie aber auch gar nicht – sie ernähren sich nicht von Menschenblut, sondern von Nektar und Pflanzensäften. Den blutrünstigen Weibchen dagegen macht die Kälte im Winter gar nichts aus. Sie suchen sich erst ein gemütliches Plätzchen zum Überwintern und verfallen dann in eine Art Kältestarre. Dabei haben sie eine – typisch weiblich! – raffinierte Methode: Sie geben überflüssige Körperflüssigkeit ab und lagern in der restlichen Zucker ab. Der funktioniert dann wie ein Frostschutzmittel. Der Mückennachwuchs ist ebenfalls winterfest. Die Weibchen legen die Eier im Herbst im Wasser ab, und dort halten sie es dann zum Beispiel im Schlamm auf dem Grund eines Gewässers auch bei Kälte gut aus.

Ob es zu einer Mückenplage kommt, darüber entscheidet nicht der Winter, sondern der Sommer. Die Mücken lieben es feucht und warm, auf jeden Fall nicht zu trocken.

 

 

Globale Moskito-Plage

Die Globalisierung hat manchmal Folgen, auf die man zunächst gar nicht kommen würde. Zum Beispiel diese:  Schädlinge und Plagegeister aus fernen Regionen machen uns mittlerweile auch in Deutschland zu schaffen.

Jüngstes Beispiel sind exotische Stechmücken, die am Oberrhein eingefallen sind. Es handelt sich dabei um japanische Buschmoskitos. Nun müssen Schnakenbekämpfer sich damit herumplagen, wie sie der Tierchen Herr werden. In der Gegend um Lörrach ist übrigens auch schon der asiatische Tigermoskito aufgetreten – nachweislich.

Eine Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage geht davon aus, dass die Tiere über die Schweiz nach Deutschland gelangen, und zwar in importierten Waren, zum Beispiel in Topfpflanzen oder auch in gebrauchten Reifen.

Wer weiß, mit welchem Ungeziefer wir uns künftig noch herumärgern müssen. Jetzt kann man nur noch auf einen schnellen und heftigen Wintereinbruch hoffen, der den lästigen Viechern den Garaus macht.