Gebt alles für die Schneeleoparden!

Der Anlass ist zwar ein trauriger, aber die Veranstaltung lässt trotzdem hoffen: Heute treffen sich in der Kirgisischen Republik, genauer gesagt in Bischkek, die Vertreter von zwölf Staaten und verschiedenen Naturschutz-Organisationen, um grenzübergreifend und gemeinsam etwas zur Erhaltung der letzten Schneeleoparden auf der Welt und zum Schutz ihres Lebensraums zu unternehmen. Schneeleoparden, von denen es nach Schätzungen nur noch 4000 bis 6000 weltweit gibt, sind bekanntlich vom Aussterben bedroht.

Bei dem Treffen in Bischkek bekommen der kirgisische Präsident und die Regierung Unterstützung von der Global Tiger Initiative, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Naturschutzbundes NABU und anderen Naturschützern, die sich für den Schneeleoparden einsetzen. Experten sprechen angesichts dieser hochkarätigen Teilnehmer von einem Meilenstein in Sachen Schneeleoparden-Schutz. Die Vertreter der zwölf Staaten in Zentral- und Südasien, in denen diese Großkatzen noch leben, und Artenschützer aus aller Welt haben sich zu einer gemeinsamen „Bischkek-Deklaration“ zur Erhaltung der Schneeleoparden durchgerungen.

Die Vereinbarung hat folgende Ziele: die Ökosysteme der Hochgebirgslandschaften, in  denen die Tiere leben, zu erhalten; Wilderern das Handwerk zu legen; gegen die Gefahren des Klimawandels vorzugehen. Der Klimawandel hat in den letzten Jahren die Gletscher in Zentralasien schmelzen lassenund damit die Zukunftsaussichten für die Schneeleoparden deutlich verschlechtert.

Die Bischkek-Deklaration ist hoffentlich ein Anfang zur Rettung dieser herrlichen Tiere, die auch im Nürnberger Tiergarten gehalten werden. An der schön gestalteten Freianlage stehen immer viele Besucher, um vor allem die wunderbare Fell-Zeichnung der Raubkatzen zu bewundern. Die wird Schneeleoparden in freier Wildbahn allerdings oft zum Verhängnis: Das flauschige Fell ist bei Wilderern besonders begehrt.

Vogelfreunde können helfen

Im Sommer vergangenen Jahres erwischte es die Amseln, heuer sterben reihenweise Grünfinken. Der Naturschutzbund Nabu meldet seit Juli vor allem aus Südbayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und dem Raum Berlin auffallend viele tote oder kranke Exemplare dieser Singvögel, die zu den Sperlingen gehören. Sie sind höchstwahrscheinlich Opfer einer Infektionskrankheit, die durch Trichomonaden ausgelöst wird. Bei dem Erreger handelt es sich um einen Einzeller namens Trichomonas gallinae. Die Vögel können sich sowohl durch Kontakt untereinander anstecken als auch durch Trinkwasser an Futterstellen. Denn wenn sich das Wasser im Sommer erwärmt, fühlen sich die Erreger darin pudelwohl.

Das Grünfinken-Sterben 2013 und das Amsel-Sterben 2012 haben also nichts miteinander zu tun, denn bei den Amseln war das Usutu-Virus schuld, das durch Stechmücken übertragen wird. Die Mitarbeiter des Nabu haben 2009 zum ersten Mal das Auftreten der Trichomonaden-Infektion bei den Grünfinken beobachtet; damals starben zwischen 70 000 und 80 000 der Tiere. Derzeit gibt es in Deutschland ungefähr zwei Millionen Grünfinken-Brutpaare; sie gelten auf der Roten Liste bedrohter Tierarten als „nicht gefährdet“. Grünlinge trifft man vor allem in Feldgehölzen, an Waldrändern, auf Weideflächen mit Büschen, in Gärten und Parks an, durchaus häufig auch in der Stadt.

Tierfreunde können mithelfen, das Infektionsrisiko für die Grünfinken zu minimieren: Bis zum Winter sollte man die Vögel nicht füttern. Auch Vogeltränken entfernt man am besten, zumindest dann, wenn dort mehr als ein kranker oder toter Grünfink aufgetaucht ist. Der Nabu bittet außerdem, kranke oder tote Tiere zu melden, und zwar hier im Internet. Ich sage schon mal: Vielen Dank an alle, die den Nabu auf diese Art und Weise unterstützen!

Biber auf dem Vormarsch

Sie lassen sich nicht mehr aufhalten: Nachdem sie in Deutschland schon einmal als ausgerottet galten, breiten sich Biber hierzulande immer weiter aus – sehr zur Freude von Naturschützern, die in vergangenen Jahrzehnten durch Auswilderungsprojekte den Grundstein für die Wiederansiedlung von Castor fiber (so sein wissenschaftlicher Name) gelegt haben.

Vor ein paar Jahren hatten die Biber bereits unsere Hauptstadt Berlin für sich entdeckt, jetzt machen sie sich in Deutschlands Finanzhauptstadt Frankfurt breit. Vertreter des Naturschutzbundes NABU haben Biber mitten im Stadtgebiet gesichtet. Fachleute gehen davon aus, dass die Biber in ganz Hessen mittlerweile die 300er-Marke geknackt haben. Und sie sind weiter an Flüssen und Bächen auf dem Vormarsch.

Dieser Trend gilt für ganz Deutschland. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF gibt es insgesamt schon wieder 21 000 Biber in Deutschland: 6000 allein an der Elbe, wo die eigene Unterart der Elbebiber ansässig ist. Auch in Süddeutschland fühlen sich die Nager offenbar sehr wohl; hier sind mehrere Unterarten wieder ansässig geworden.

Während Naturschützer diese Entwicklung äußerst positiv beurteilen, weil mit ihr die Renaturierung der Gewässer vorankommt und mit dem Biber auch verschiedene Amphibien- und Vogelarten wieder bei uns heimisch werden, zeigen sich zum Beispiel Vertreter des hessischen Bauernverbands skeptisch: Sie befürchten, dass die Tiere durch ihren Dammbau Felder überfluten.

Die Kraniche fliegen nach Süden

Für dieses Wochenende rechnen Vogelschützer mit dem großen Abflug der Kraniche aus unseren Breiten in Richtung Süden. Denn die Vögel benötigen für den „Reiseantritt“ Frost und Kälte – und beides ist für das Wochenende vorhergesagt.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) will die Flugstrecken der Kraniche genauer erforschen. Diese Vögel fliegen zwar seit Jahrtausenden auf festgelegten Routen, doch mittlerweile haben Ornithologen eine leichte Abweichung nach Westen festgestellt. Dafür gibt es auch einen Grund: Geschätzte 70 000 bis 80 000 Tiere sammeln sich seit einigen Jahren auf einem großen Rastplatz in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Diese Kraniche ziehen auf einer weiter westlich gelegenen Strecke nach Südspanien als diejenigen, die sich im Havelland oder bei Rügen sammeln.

Am vergangenen Wochenende sind schon ungefähr 20 000 Kraniche über Hessen in Richtung Extremadura in Südspanien geflogen. Aber nun stehen wahre Massenflugtage mit 50 000 bis 70 000 Vögeln bevor. Sie fliegen in ihren typischen Keilformationen, wobei die erfahrenen Tiere die Anführer sind, denen Familien mit Eltern und Jungvögeln folgen. Damit sie sich nicht verlieren, stoßen die ausgewachsenen Kraniche trompetenartige Laute aus.

 

 

Um den Fischotter tobt ein Streit

In Niederbayern ist ein Streit entbrannt, der schwer zu lösen sein dürfte. Es geht um den Fischotter. Die Teichwirte im Bayerischen Wald beklagen in diesem Jahr eine wahre Fischotter-Plage. Weil ihnen die Otter die Fische aus ihren Teichen wegfressen würden, fühlen sich manche in ihrer Existenz bedroht.

Nun steht der Fischotter in Bayern auf der Roten Liste für gefährdete Arten. Eine Zeitlang befürchtete man sogar sein Aussterben. Mittlerweile hat sich der Bestand in manchen Regionen allerdings recht gut erholt. Für manche zu gut. Die Teichwirte jedenfalls und zuständige Fischereifachberater sind der Ansicht, dass die Otter überhandnehmen. Angeblich fangen sie nicht nur die Fischmengen, die sie wirklich benötigen, sondern würden alle Fische umbringen, die ihnen über den Weg schwimmen. Neben einigen Teichen sollen die Otter ihre Beute sogar regelrecht zu Haufen aufgetürmt haben. Inzwischen hat bereits eine Reihe von Teichwirten aufgegeben und den Betrieb eingestellt.

Genaue Zahlen zu den Otterbeständen liegen laut bayerischem Forstministerium zurzeit nicht vor. Man verspricht einen Bestandsbericht für den Bayerischen Wald, der in einigen Wochen erscheinen soll. Geschädigte Teichwirte fordern inzwischen sogar Schadensersatz von der Staatsregierung. Und: Einge Fischereivereine verlangen, das für den Fischotter geltende Jagdverbot wieder aufzuheben.

Dagegen läuft wiederum der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Sturm. Dort hält man die Klagen über die Otter für überzogen. Der NABU ist der Auffassung, Teichwirte und auch einige Politiker machten den Fischotter zum Sündenbock, um von Problemen beim Fließwässerschutz abzulenken. Manche der Schwierigkeiten seien eindeutig vom Menschen verschuldet, nicht vom Otter. Die Naturschützer kritisieren zum Beispiel, in vielen Teichen würden natürliche Versteckmöglichkeiten fehlen und viel zu viele Fische gehalten. Die Otter würden auf die Massentierhaltung dann eben auf ihre Weise reagieren.

Ich glaube kaum, dass das Thema schnell vom Tisch sein wird. Der Streit dürfte noch weiter eskalieren und sich noch eine ganze Zeit lang hinziehen. Hoffentlich suchen die Teichwirte nicht ihr Heil in der Selbstjustiz und schießen einfach Otter ab, wenn es ihnen zu viel wird!

Sensationelles Foto

Nach der unsäglichen Geschmacklosigkeit der Fotos auf Facebook, die grausame Tierquälerei zeigten, heute zu einem erfreulichen Tier-Foto: Es wurde von dem Wildtier-Fotografen Bruno D´Amicis aufgenommen, der für den Naturschutzbund Deutschland (NABU) arbeitet. Auf den ersten Blick mag man das Bild vielleicht nicht so außergewöhnlich finden. Aber wenn man die Zusammenhänge kennt, dann ist es eine echte Sensation.

Denn das Foto zeigt erstmals einen Löwen – beziehungsweie eine Löwin – in einem afrikanischen Regenwald. Bisher ging man immer davon aus, dass Afrikanische Löwen ihren Lebensraum nicht in feuchten Regionen haben, sondern in der trockenen Savanne. Zwar hatten die Bewohner von Kafa, dem Biosphärenreservat in Südäthiopien, wo das Foto entstanden ist, schon früher erzählt, dass sie dort Löwen gesehen hätten. Aber dafür gibt es jetzt durch das Foto zum ersten Mal einen Beweis.

Die Naturschützer nehmen an, dass die Löwen während der Trockenzeit auf ihrer Reise von Ost- nach Zentralafrika durch diesen Regenwald hindurchziehen. Auf jeden Fall hat der NABU angekündigt, das Verhalten der Löwen in dieser Region nun weiter zu erforschen. Könnte ein interessantes Projekt werden, das neue, aufschlussreiche Erkenntnisse über die Afrikanischen Löwen liefert. Diese Tiere gelten als gefährdet; in Äthiopien soll es nur noch 1500 Exemplare geben.

Wenn Tierfreunde es zu gut meinen

Wenden wir uns von den Pressemitteilungen des Herrn Schrollinger wieder für die (Tier-)Welt wichtigeren Themen zu. Dazu gehört die übertriebene Tierliebe mancher Menschen, die den Tieren letztlich schadet. Viele Tierfreunde meinen es beispielsweise zu gut, wenn sie glauben, jeder auf dem Boden gefundene Jungvogel brauche Hilfe. (Die junge Krähe auf dem Bild hat Rita Köhler für pixelio.de fotografiert.) Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass man solche Vogelkinder auf jeden Fall nicht unter menschlicher Obhut aufpäppeln, sondern in der freien Natur lassen sollte. Denn es handelt sich meist nicht um verletzte oder von ihren Eltern im Stich gelassene Tiere. Vielmehr verlassen einige Vogelarten ihr Nest schon, bevor sie fliegen können. Sie geben aber immer wieder sogenannte Standortlaute von sich, um sich bei ihren Eltern bemerkbar zu machen.

Dazu gehören Nestflüchter wie zum Beispiel Enten, Fasane und Kiebitze, außerdem verschiedene Singvögel wie Amseln. Amseljunge etwa hält es oft schon eine Woche, bevor sie flügge werden, nicht mehr in ihrem Nest, weil es ihnen dort zu eng wird. Sie werden aber trotzdem von ihren Eltern weiterhin gefüttert und betreut.

Erst wenn man ein Vogelkind längere Zeit aus sicherer Entfernung (um die Elternvögel nicht abzuschrecken) beobachtet und feststellt, dass es sich tatsächlich um ein verlassenes oder verletztes Tier handelt, braucht das Vogeljunge wirklich Hilfe. Die Betreuung sollte man aber Fachleuten überlassen.

Reh auf der Vogelinsel, Seehund an der Loire

Immer wieder mal gibt es skurrile Geschichten aus der Welt der Tiere zu erzählen. In dieser Woche haben mich folgende zwei Begebenheiten zum Schmunzeln gebracht:

Auf der Nordseeinsel Trischen, die als Vogelinsel bekannt ist, tauchte plötzlich ein Reh auf. Noch nie zuvor wurde auf dem Eiland mitten im Wattenmeer ein solches Tier gesichtet. Ein Ornithologe des Naturschutzbundes (NABU) hat es entdeckt. Nun fragt sich nicht nur er, wie das Reh die zwölf Kilometer zwischen dem Festland – wo es eindeutig herstammt – und der Insel überwunden hat: Zu Lande (als Ebbe herrschte) oder zu Wasser (während der Flut). Rehe können angeblich sehr gut schwimmen… Da auf der Insel sonst nur Vögel leben, dürfte das Reh sich aber wohl schnell einsam fühlen und wieder aufs Festland zurückkehren.

Unerklärlich bleibt auch, was ein Seehund beim Sonnenbaden am Ufer der Loire in Frankreich zu suchen hat. Dort haben Spaziergänger die Robbe entdeckt: an einer Stelle am Flussufer bei Tours, immerhin 250 Kilometer vom Atlantik entfernt. Der Seehund muss diese Strecke die Loire aufwärts geschwommen sein. Nun wissen wir zwar von Seehunden definitiv, dass sie gut schwimmen können, auch Hunderte von Kilometern. Doch was wollte das Tier in Tours? Man vermutet, dass es einen Schwarm von Meerbarben verfolgt hat. Die Jagd auf diese Fische soll im Fluss einfacher sein als im Meer. Es handelt sich auch mit Sicherheit um keinen verspäteten Aprilscherz, sondern um eine seriöse Meldung. Die wird noch dadurch erhärtet, dass bereits im dritten Jahr in Folge Seehunde in der Loire beobachtet werden. Übrigens: Der Feuerwehr gelang es nicht, den Seehund einzufangen. Die Robbe sprang schnell ins Wasser und verschwand, als die Feuerwehr eintraf.

Mal sehen, was bei uns in der Pegnitz demnächst so alles angeschwommen kommt.

 

 

Gartenvögel füttern? Ja, bitte!

Auch wenn es bei uns in diesen Tagen wieder etwas milder wird: In Gärten, Parks und Grünflächen haben wir fast überall noch eine geschlossene Schneedecke, oft ist auch der Boden seit längerem gefroren. Für alle Vogelarten, die über den Winter nicht in den Süden ziehen, haben damit wieder harte Zeiten begonnen.

Oft wissen Tierfreunde nicht, ob es sinnvoll ist, Vögel im Garten zu füttern oder nicht. Grundsätzlich empfehlen Tierschutzorganisationen, bei dieser Wetterlage Gartenvögel zu füttern. Denn die Piepmätze benötigen bei Kälte ganz besonders viel Energie, damit ihre Körpertemperatur nicht absinkt. Sie brauchen also mehr Futter als üblich – finden aber gleichzeitig weniger als sonst.

futterspenderWichtig ist aber, das richtige Futter zu verwenden. Auf keinen Fall darf man den Tieren Speisereste geben oder altes Brot. Denn wenn Brot feucht wird, wird es schnell schlecht. Außerdem enthält es oft zu viel Salz. Wer den Vögeln etwas Gutes tun will, sollte das überall erhältliche Vogelfutter kaufen. Für die Fütterung sind allerdings viele Vogelhäuschen nicht geeignet. Gerade die wegen ihres schönen Aussehens beliebten Vogelhäuschen aus Holz sollte man nicht verwenden: Darin laufen die Vögel nämlich im Futter herum und lassen ihren Kot hineinfallen. Wenn die Tiere dann Kot von anderen zusammen mit dem Futter aufnehmen, kann das zu Krankheiten führen, die sich schnell weiterverbreiten. Tierschützer raten deshalb zu Futterspendern wie dem hier abgebildeten. Die sehen zwar nicht so nett aus wie Vogelhäuschen, sind dafür aber umso praktischer: Das Futter bleibt darin trocken und kann weder einfrieren noch verschmutzt werden. So ein Futterspender lässt sich außerdem gut reinigen.

Auch Meisenknödel werden von Fachleuten empfohlen, ebenso wie Futterglocken für Meisen. Beides kann man auch selber basteln. Wer sich dafür interessiert, findet hier Tipps und Anleitungen des Naturschutzbundes Deutschland, NABU.

Kann der Wolf bei uns überleben?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101103-99-10229In Deutschland gibt es etwa 150 Jahre nach ihrer Ausrottung wieder Wölfe. Das ist natürlich erst mal eine positive Meldung, über die sich Tier- und Naturfreunde freuen. Ich habe selbst hier auch schon darüber geschrieben. Allerdings habe ich damals auch schon meine Zweifel angemeldet, ob die Rückkehr dieser wunderbaren Tiere in ein Land wie unseres so reibungslos ablaufen kann, wie manche sich das erträumen.

Denn die Voraussetzungen sind für wild lebende Tiere wie Wölfe in einem derart dicht besiedelten Land alles andere als ideal. Das hat sich jetzt wieder gezeigt: In Brandenburg ist ausgerechnet der Leitwolf des einzigen dort lebenden Rudels überfahren worden. Dieses Tier konnten Naturschützer eindeutig identifizieren, denn es hatte nur noch drei Beine. Trotz eines fehlenden Vorderbeins war es aber noch in der Lage, seine Familie zu ernähren.

Mit dem Tod des Leitwolfs ist nun das ganze Rudel gefährdet. Dieser Meinung sind jedenfalls Wolfsexperten des Naturschutzbundes Deutschland, NABU. Es besteht aber noch eine Hoffnung: In unmittelbarer Nähe in der sächsischen Lausitz leben fünf Wolfsrudel. Möglicherweise nehmen die Tiere Kontakt auf, und eines der Jungtiere aus der Lausitz springt bei der Aufzucht des Nachwuchses in Brandenburg ein.

Der jetzt durch ein Auto getötete Leitwolf war im übrigen nicht der erste Wolf, der auf Deutschlands Straßen dem Verkehr zum Opfer gefallen ist. Laut NABU sind seit dem Jahr 2000 schon zehn Wölfe überfahren worden – bisher allerdings immer Jungtiere, so dass man nicht gleich um die Existenz der ganzen jeweiligen Familie fürchten musste.

Die Gefahren des Straßenverkehrs werden auch in Zukunft nicht kleiner, sondern eher größer werden. Es muss sich zeigen, ob sich Wölfe an solche Bedingungen gewöhnen können. Einfach dürfte es für die scheuen Tiere nicht werden.