Hoffnungsschimmer auf Sumatra

In einer Welt, in der immer mehr Tierarten vom Aussterben bedroht sind, macht diese Meldung zumindest ein wenig Hoffnung: In einem Nationalpark auf der Insel Sumatra wurde ein Sumatra-Nashorn geboren. Von diesen Nashörnern gibt es weltweit nur noch ungefähr 200 Exemplare.

Die Nashornart ist in einigen Gebieten, in denen sie früher verbreitet war, bereits ausgestorben: in Indien, Bangladesh, Kambodscha, Bhutan und Thailand, wo ihre Lebensräume nach und nach zerstört wurden. Heute kommt die Art der Roten Liste der Weltnaturschutzorganiostion IUCN zufolge nur noch in Malaysia und Indonesien vor, und zwar nur noch in Schutzgebieten. Dort können Wächter die Tiere schützen, auf die Wilderer sonst wegen ihrer wertvollen Hörner Jagd machen. Das Horn gilt vor allem in der Chinesischen Medizin als Wundermittel und wird zu schwindelerregenden Preisen gehandelt.

Das neugeborene Sumatra-Nashorn erblickte das Licht der Welt in einer Schutzstation des Nationalparks Way Kambas. Die Mutter des Babys (auf dem Foto zu sehen) war zum dritten Mal trächtig – aber die ersten beiden Schwangerschaften hatten schon nach wenigen Monaten geendet. Der Vater des Babys wurde zur Paarung eigens aus den USA in den Nationalpark gebracht. Nun hoffen die Mitarbeiter der Einrichtung, dass er auch mit zwei anderen im Reservat lebenden Nashorndamen für Nachwuchs sorgen wird. – Ob sich mit solchen einzelnen Erfolgen die Art wirklich retten lässt? Ich fürchte, da sind Zweifel angebracht. Aber man sollte zumindest den Versuch nicht aufgeben.

Stoppt die Nashorn-Jagd!

Tierschützer schlagen Alarm: Die Nashorn-Bestände in Südafrika sind so gefährdet wie schon lange nicht mehr. Wilderer töten diese gefährdeten Tiere derzeit in beängstigendem Tempo.

Der Grund dafür ist nach Informationen der Wildtierschutzorganisation TRAFFIC der Ansturm der Vietnamesen auf  Nashornpulver. Neureiche Vietnamesen sind derzeit ganz wild darauf. Dieses Wundermittelchen soll ja gegen alles Mögliche helfen. In China wurde ihm sogar Heilkraft gegen Krebs zugeschrieben. Einen Beweis für solche Wunderkräfte gibt es bisher nicht. In den letzten Jahren ist das Horn für viele Neureiche in Vietnam zum Luxusobjekt der Extraklasse geworden. Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die Wilderei ein nie gekanntes Ausmaß angenommen hat.

In den 1970er Jahren befürchtete man bereits die Ausrottung der Nashörner in Südafrika. Verschiedene Rettungskampagnen waren aber erfolgreich, so dass sich der Bestand langsam wieder erholte. Heute geht man weltweit von 28 000 Tieren aus, wobei Südafrika das Hauptverbreitungsgebiet ist. Doch dort nimmt die Wilderei in erschreckendem Maße zu: Im Jahr 2009 wurden dort 122 Nashörner getötet, 2010 waren es 333 und im vergangenen Jahr 448. Heuer ist man in den ersten Monaten schon bei 150 getöteten Tieren angelangt. Südafrika hat Vietnam nun aufgerufen, gemeinsam gegen Wilderei und Schmuggel vorzugehen.

Übrigens: Die in Vietnam heimischen Java-Nashörner gelten bereits als ausgerottet. Das letzte Tier dieser Art wurde 2010 in einem Nationalpark tot gefunden, mit abgehacktem Horn und einer Schusswunde im Bein.

 

Luxusgehege für Familie Nashorn

Wenn während der letzten Wochen und Monate vom Nürnberger Tiergarten in der Öffentlichkeit die Rede war, dann eigentlich nur wegen eines einzigen Themas: der Delfinlagune. Ich habe mich ja aus diesem Grund auch hier in meinem Blog mehrmals ausführlich damit beschäftigt, und möglicherweise werde ich aus aktuellem Anlass immer mal wieder darauf zurückkommen müssen.

Aber es gibt auch anderes Berichtenswertes aus diesem herrlichen  Landschaftszoo. So zum Beispiel folgendes: Im Tiergarten hat man jetzt die ehemalige Elefantenfreianlage  für die Indischen Panzernashörner umgestaltet – mit zusätzlichen Baumstümpfen, Steinquadern und Ästen, mit sandigem Untergrund und aufgearbeiteten Treppen. Seit gut einer Woche sind die Nashorndame Purana und ihre zweijährige Tochter Seto Paitala (der Name bedeutet auf Deutsch „Die mit dem weißen Fuß“) tagsüber auf der Anlage. Und es ist eine Freude zu sehen, wie die beiden Dickhäuter das neue Gelände erkunden. Ein Bild für Götter ist es, wenn sie in der alten Elefantentränke ein Bad nehmen. Dieses Plantschbecken macht ihnen offensichtlich einen Riesenspaß.

Nashornmann Ropen hat jetzt die beiden Freigehege neben dem Elefantenhaus für sich allein und damit auch mehr Platz als vorher. Die Tierpfleger wollen wechselweise auch mal Ropen auf die neue Anlage lassen – er soll ebenfalls ab und zu  in den Genuss dieses schön gestalteten Außengeheges kommen. Purana und Seto Paitala werden dann in den beiden Abteilen neben dem Elefantenhaus untergebracht. Leider ist es nicht möglich, dass sich alle drei Tiere gemeinsam in einer Anlage aufhalten: Ropen würde seine Tochter angreifen, solange die in einer engen Beziehung mit ihrer Mutter lebt. Rhonozerosse können nämlich ganz schön eifersüchtig werden. In freier Natur sind Panzernashörner übrigens Einzelgänger; Mütter mit Kindern halten sich von den männlichen Tieren fern.

Auch Seto Paitala muss möglicherweise in etwa einem halben Jahr von ihrer Mutter getrennt werden: Purana ist mit großer Wahscheinlichekit wieder trächtig. Ropen hat sie jedenfalls Ende März gedeckt, und die Tierpfleger gehen davon aus, dass er erfolgreich war. Das würde bedeuten, dass Purana im nächsten Sommer ihr viertes Junges zur Welt bringt. Bisher hat die Nachzucht mit Purana hervorragend geklappt, was umso wichtiger ist, als Panzernashörner in freier Natur zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten gehören. Indische Nashörner kommen praktisch nur noch in Nationalparks in Indien und Nepal vor. Puranas  Söhne Albrecht und Hans leben heute in anderen Zoos – Albrecht ist übrigens inzwischen in Lisieux (Normandie) selbst stolzer Vater -, Seto Paitala lebt bei ihrer Mutter. Die „Weißfüßige“ hätte den Tiergarten ebenfalls verlassen müssen, wenn auf der ehemaligen Elefantenfreianlage kein zusätzliches Gehege für Rhinozerosse geschaffen worden wäre. Denn diese Anlage ermöglicht es dem Tiergarten, Purana, Seto Paitala und Ropen voneinander getrennt zu halten, was vorher nicht der Fall war.

Potenzmittel: Scherz oder Ernst?

Der Tiergarten Nürnberg nimmt durch den Verkauf eines Potenzmittels aus dem Horn seiner Nashörner Millionen ein – irgendwie wäre das zu schön gewesen, um wahr zu sein! Dabei könnte er das Geld doch so gut brauchen.

Bestimmt haben meine Leser erkannt, dass es sich bei dieser Meldung lediglich um einen Aprilscherz handelte. Besonders habe ich mich über den Kommentar von „Wolferl“ gefreut; wirklich witzig! In der NZ-Redaktion haben einige meiner Kollegen zugegeben, dass sie die Geschichte erst für bare Münze genommen haben und dann nach und nach darauf gekommen sind, dass da etwas faul sein muss.

Aber warum eigentlich? Der Tiergarten hat Ausgaben zu bewältigen, die er mit seinem Etat kaum noch bewältigen kann. Immer wieder werden Projekte auf den berühmten Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. So müssen der Zoo und seine Besucher zum Beispiel über Jahre hinaus auf Elefanten verzichten, weil das Geld für eine neue, artgerechte Anlage nicht da ist.

Es müssen also ungewöhnliche Ideen her, um Geldquellen zum Sprudeln zu bringen. Mein Vorschlag mit dem Potenzmittel ist, wie ich gehört habe, im Tiergarten belustigt aufgenommen worden. Doch vielleicht war er gar nicht so lustig gemeint? – Heute ist übrigens nicht mehr der 1. April!