Die große Wanderung der Gnus

Nach den wenig erfreulichen Beiträgen über Klon-Affen und Tierversuche an Affen heute mal ein beeindruckendes Foto, das ein wunderbares Natur-Phänomen zeigt: Rund eine Million Gnus macht sich jedes Jahr um diese Zeit in Ostafrika auf den Weg in Richtung Nordwesten. Das dpa-Foto vermittelt einen sehr guten Eindruck davon, wie es ist, wenn Abertausende von Gnus losgaloppieren und Staubwolken hinter sich herziehen. Es handelt sich dabei um eine der größten Tierwanderungen der Welt.

Die großen, afrikanischen Antilopen ziehen das ganze Jahr über im Kreis durch Tansania und Kenia, um Gras auf den Weiden zu finden. Dabei folgen die Tiere immer dem Regen, der das Gras wachsen lässt. Im Frühjahr zieht die Gruppe vom Süden der Serengeti in Tansania erst in den Nordwesten und dann in Richtung Norden und erreicht etwa im Juli Kenia. Im Herbst kehren die Gnus nach Tansania zurück. Wenn sie im Januar wieder im Süden ankommen, werden Tausende von Jungtieren geboren. Und dann beginnt die Wanderung wieder von vorne. Woher die Gnus wissen, wann wo der Regen einsetzt, ist bisher nicht erforscht. Ich finde, das kann auch ruhig ihr Geheimnis bleiben.

Igel nicht gleich ins Haus holen!

igelJetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der so mancher Tierfreund meint, schwache oder vermeintlich kranke Igel ins Haus holen zu müssen, um sie noch vor dem Wintereinbruch zu retten und dann über den Winter zu bringen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor Überaktionismus in Sachen Igel: Bevor man ein soloches Tier in Obhut nimmt, sollte man es genau beobachten. Meist sind die Igel nämlich in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Nur wenn sie tatsächlich verletzt, krank oder stark von Parasiten befallen sind, brauchen sie die Hilfe des Menschen. Dann ist es jedoch am besten, sie Fachleuten zu überlassen.

Woran erkennt man nun, ob ein Igel Hilfe braucht? Deutlich zu sehen ist es zum Beispiel, wenn er abgemagert ist. Doch wenn man in diesen Wochen einen Igel bei sich im Garten findet, muss er deshalb noch nicht unbedingt gleich in menschliche Pflege genommen werden. Vielmehr ist es normal, dass Igel zu dieser Jahreszeit in Gärten und Parks auf Nahrungssuche sind, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Wenn der Garten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet, etwa in Form von Kompost- oder Blätterhaufen, kann man der Igel ruhig dort lassen und muss ihn nicht ins Haus holen.

Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark abgemagert sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Unbedingt notwendig ist das, wenn man beobachtet, dass der Igel sich apathisch verhält. Dann sollte man auf jeden Fall Rat beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein einholen. Handelt es sich um einen jungen Igel, kann eine Zufütterung sinnvoll sein, beispielsweise mit Katzenfutter aus der Dose, das man mit Haferflocken oder Weizenkleie mischt. Wichtig ist auch, dem Tier Wasser zum Trinken anzubieten. Achtung: Keinesfalls Milch oder Essensreste geben! Damit kann man den Tieren ernsthaft schaden.

Tote Pottwale in der Nordsee

PottwaltabelleEs ist ein Drama, was sich da seit Wochen in der Nordsee abspielt. Nach den Funden von toten Pottwalen im Januar wurden nun schon wieder neun Pottwalkadaver entdeckt, acht davon rund zwei Kilometer vor Kaiser-Wilhelm-Koog im Wattenmeer der Nordsee. Dabei handelt es sich um Jungbullen, die neun bis zwölf Meter lang sind. Noch nie zuvor gab es so einen gewaltigen grausigen Tier-Fund in Schleswig-Holstein. Ein weiterer toter Meeressäuger wurde auf einer Sandbank nordwestlich von Büsum entdeckt. – Übersichtlich zusammengestellt sind die traurigen Funde auf obiger Grafik, die von der Nachrichtenagentur dpa stammt.

Die Bergung der Tierkadaver hat begonnen, nachdem zunächst das Wetter der Aktion einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte: Durch den böigen Wind bedingt, war der Wasserstand selbst bei Ebbe zu hoch für die Bergungsfahrzeuge. Schiffe konnten aber auch nicht eingesetzt werden, weil der Wasserpegel rund um den Fundort der Tiere auch bei Flut zu flach war.

Noch ist unbekannt, was mit den toten Walen passieren soll. Diesmal interssiert sich offenbar noch kein Museum und auch keine Universität dafür, anders als im Januar bei den Skeletten der vor Schleswig-Holstein gestrandeten Wale.

Eine Kugel, die springt

KugelspringerEs ist mal wieder so weit: Das „Insekt des Jahres“ wurde ausgerufen, wie immer seit 1999 durch das Deutsche Entomologische Institut Senckenberg in Müncheberg und die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig. Diesmal hat man sich für den Dunkelbraunen Kugelspringer entschieden. Das Thema „Insekt des Jahres“ mögen manche jetzt nicht sehr prickelnd finden, aber ich meine, es hat was, wegen seiner Kuriosität. Denn so winzig dieses Tierchen auch ist – man kann es nur durch ein Mikroskop erkennen -, so nützlich ist es für die Natur. Nicht der Kugelspringer allein, sondern auch seine Verwandten, die alle zu den Springschwänzen (Collembola) gehören und von denen es über 8000 verschiedene Arten gibt. Und das fast überall auf der Welt und in jedem Klima;  im Schnee kommen sie  ebenso vor wie in der Wüste.

Die Springschwänze sind ein wichtiges Indiz für die Gesundheit des Bodens. Je mehr von ihnen dort leben, desto besser geht es dem Boden: Weil die winzigen  Kugelspringer ihr Futter (zum Beispiel abgestorbene Pflanzen-Reste oder Algen) in noch winzigere Einzelteile zersetzen, entsteht Humus. Der wiederum enthält die Stoffe, die Pflanzen für ihr Wachstum brauchen.

Warum heißt der Kugelspringer nun „Kugelspringer“? Die kugelige Gestalt ist ja auf dem Foto (Andreas Stark/Ampyx-Verlag, über dpa) zu sehen. Der andere Bestandteil des Namens kommt daher, weil er ein begnadeter Springer ist. Das schafft er durch eine Sprung-Gabel an der Unterseite des Körpers, die mit Hilfe eines Muskels herausspringt, wenn Gefahr droht. Sie schleudert den Kugelspringer weg, so dass der eine Art Salto vorwärts oder rückwärts macht.

Auf dem Foto sind auch die Borsten des Tierchens gut zu erkennen: Rezeptoren, mit denen es seine Umwelt wahrnimmt. Beobachten kann man diese Insekten am besten auf Baumstümpfen, besonders nach Regen, wenn die Luft feucht ist.

Wer hat ein Herz für „Bufo bufo“?

KINA - Die Kröten sind losSie machen sich wieder auf den Weg: Erdkröten, Grasfrösche und Molche ziehen los, um ihre Laichplätze zu erreichen. Ende Februar/Anfang März starten sie – jetzt geht es also los. Die Laichsaison ist Ende April beendet. Die Wochen bis dahin bedeuten für die Amphibien höchste Lebensgefahr: immer dann, wenn sie Straßen überqueren.

Zum Schutz von „Bufo bufo“ – so der lateinische Name der Erdkröte – wurden zum Beispiel mobile Krötenzäune erfunden, auch fest installierte Betonplatten gibt es, die den Wanderweg an den Straßen unterbrechen. Auch wenn die Kröten eigens für sie angelegte Krötentunnel benutzen, gelangen sie ungefährdet auf die andere Straßenseite.

Um solche Schutzmaßnahmen bemühen sich seit Jahren verschiedenste Initiativen, auch städtische Einrichtungen sind aktiv. In Nürnberg beispielsweise engagieren sich Umweltamt, Naturschutzwacht und Privatleute für den Amphibienschutz. Natürlich trifft man die Kröten nicht im gesamten Stadtgebiet. Zwei Stadtteile, in denen es amphibienmäßig so richtig rundgeht, sind Brunn und Fischbach. Deshalb sucht das Umweltamt dort noch Naturfreunde, die den Tieren helfen, heil an den Laichgewässern anzukommen. Diese Leute haben die Aufgabe, Krötenzäune zu überwachen. Dafür müssen sie nur eine leistungsstarke Taschenlampe und wasserdichte Kleidung mitbringen – bei Regen sind die Amphibien nämlich besonders wanderlustig. Die Helfer sollten sich vor allem um Krötenpaare und Krötenweibchen kümmern; letztere sind daran zu erkennen, dass sie um einiges größer sind als die Männchen.

Wer mitmacht, muss bis zu zweimal pro Woche mit einem Einsatz rechnen. Der dauert in der Regel eine oder zwei Stunden und beginnt jeweils mit Einsetzen der Dämmerung. Bei Interesse wendet man sich an Reinhard und Ingrid Figel, Telefon 09 11/83 05 13, oder schickt eine E-Mail an das Umweltamt, und zwar an folgende Adresse: uwa3@stadt.nuernberg.de

Wale in Münster "gestrandet"

Wer in diesen Herbsttagen noch ein paar Urlaubstage nehmen kann und sich für Meerestiere interessiert, dem sei eine Ausstellung in Münster empfohlen: „Wale – Riesen der Meere“ heißt sie und ist im Museum für Naturkunde zu sehen. An 900 Ausstellungsstücken sind Evolution, Anatomie, Lebensraum und Fortpflanzung der Meeressäuger für den Besucher nachzuvollziehen.

Die Ausstellungsmacher haben zwei Jahre Zeit in die Vorarbeiten zu der gigantischen Schau investiert – und eine Menge Geld: Eine Million Euro hat die Ausstellung laut Veranstalter gekostet. Präsentiert werden zum Beispiel lebensechte Walmodelle, Abgüsse von Urwal-Skeletten oder das Modell eines Blauwal-Herzens. Außerdem gibt es jede Menge Fotos und Grafiken, und die Beucher bekommen seltenes Videomaterial zu sehen. Gezeigt werden auch Filmaufnahmen der National Geographic Society von tauchenden Pottwalen oder kämpfenden Buckelwalen. Eine spezielle Lichtinstallation vermittelt den Eindruck, wie die Wale in den Tiefen der Ozeane leben. Das Modell des Wal-Herzens ist für die Besucher begehbar, und man kann im Innern den „Herzschlag“ des Wals hören.

Die Ausstellung im Museum für Naturkunde in Münster, Sentruper Straße 285, dauert bis zum 3. November. Sie hat täglich außer Montag geöffnet, und zwar jeweils von 9 bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene: 5,50 Euro.