Ein Traum soll wahr werden

Wenn derzeit von Afrika die Rede ist, dann haben wir die hungernden Menschen vor Augen, die unter der anhaltenden Dürre am Horn von Afrika leiden. Manche sprechen schon von einer Jahrhundertkatastrophe. Wenig hört man bei uns dagegen von einem Jahrhundertprojekt, das im Süden des afrikanischen Kontinents verwirklicht werden soll: ein Naturschutzgebiet von der Größe Schwedens, „Kaza“ genannt. Das Wort setzt sich aus den beiden Flussnamen Kavango und Sambesi zusammen. Deutschland leistet einen Anteil von 20 Millionen Euro, um diesen afrikanischen Traum wahr werden zu lassen.

Worum geht es? Der fünf Länder umfassende Naturpark soll ein Paradies für Elefant, Flusspferd, Giraffe, Antilope, Zebra & Co. werden. Aber nicht nur Tiere sollen davon profitieren, sondern auch die Menschen in Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und Angola. Zwar ist in diesen Ländern – vor allem in den beiden letztgenannten – noch längst nicht alles in trockenen Tüchern, wie man so schön sagt, um das Projekt zu realisieren. Doch Mitarbeiter des WWF zeigen sich optimistisch. Eine tragende Säule des Projekts soll die lokale Bevölkerung sein. Die Menschen in den Dörfern und die in dem Gebiet lebenden Stämme erhalten neue Gebietsrechte und werden am Tourismus beteiligt – so will man ihr Interesse am Tier- und Naturschutz sowie an der Aufrechterhaltung des Tierbestands wecken. Das deutsche Entwicklungsministerium investiert ebenso wie die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau in das Projekt. Das „Kaza-Abkommen“ wurde beim Gipfeltreffen der südafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft SADC in Luanda unterzeichnet.

In den Medien hat man kaum etwas über die Kaza-Pläne gehört. Macht sich auch nicht so gut wie Berichte über Katastrophen und bringt vielleicht nicht so viel Quote. Schade – das größte Naturschutzgebiet, das es jemals in Afrika gegeben hat, hätte meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verdient.