Wenn Kolosse umziehen müssen

NashornUmzug – das ist, glaube ich, für jeden Menschen eine Strapaze. Da muss der Umzug von Nashörnern von einem Nationalpark in einen anderen der reine Wahnsinn sein, oder? Der WWF hat trotzdem die Organisation dieses Unternehmens auf sich genommen. Denn es gilt, ein ehrgeiziges Ziel zu erreichen: In Nepal sollen künftig wieder 800 Nashörner leben – so viele, wie es ursprünglich einmal waren.

Die Zahl dieser Tiere war dort in den letzten Jahrzehnten besorgniserregend zurückgegangen, vor allem wegen der Wilderei. Man muss sich das einmal vorstellen: Nepal verlor pro Jahr 37 Nashörner durch Wilderer! Doch die vielen Aufklärungskampagnen von Kommunen, Naturschützern und auch der Regierung zeigen erste Erfolge. Seit 2011 ist jetzt schon in drei Jahren kein einziges Tier mehr der Wilderei zum Opfer gefallen. Mittlerweile gibt es wieder 645 Nashörner in Nepal.

Doch die Entwicklung läuft nicht überall gleich. So waren im Bardia Nationalpark etwa seit Anfang des neuen Jahrtausends praktisch sämtliche Nashörner durch Wilderei verschwunden. Dagegen ging ihre Zahl im Chitwan Nationalpark im Süden von Nepal wieder nach oben. Nun sollen die tonnenschweren Dickhäuter gleichmäßig in den Parks verteilt werden. Für diese Aktion ist ein Team von 250 Helfern im Einsatz – und über 30 Elefanten. Die sind nämlich das beste „Verkehrsmittel“, um die Nashörner zu entdecken.

Der WWF organisiert dann den Umzug der Tiere. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: per Lkw oder per Helikopter. Bei letzterem werden die Nashörner für den Transport unter Narkose gesetzt und baumeln dann kopfüber – mit verbundenen Augen – an einem Seil, das an ihren  Beinen und am Hubschrauber befestigt ist. Und das ein paar hundert Meter über Boden! Sieht irre aus, wird aber von Tierärzten streng überwacht. Der WWF hat vor einem Jahr auf diese Art und Weise zum Beispiel 19 Spitzmaulnashörner in Südafrika umgesiedelt. Ich finde, diese Naturschutzorganisation macht eine tolle Arbeit, die ich immer wieder gern unterstütze.

Zahn um Zahn

Und nochmal geht es um Zähne. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“: Diese Redensart verwenden wir gerne, wenn es um grausige Rachegelüste geht. Ein solches hat jetzt einen Bauern in Nepal gepackt – und wie!

Der Mann arbeitete friedlich und nichts Böses ahnend auf einem Reisfeld, das sich etwa 200 Kilometer südlich von Kathmandu befindet. Plötzlich wird er von einer giftigen Kobra gebissen. Und was macht der Reisbauer da? Er gerät dermaßen in Rage, dass er das gemeine Vieh einfängt und sich bitterlich an ihm rächt: Er beißt seinerseits zu, und zwar so, dass die Giftschlange tot ist.

Der Mann hat den Biss degegen nach einer Behandlung im Krankenhaus gut überstanden. Gegenüber Zeitungsjournalisten gab er an, er sei nach dem Schlangenbiss blind vor Wut gewesen und habe Rache gewollt. Deshalb habe er die Kobra nicht etwa mit einem Stock erschlagen, sondern mit seinen Zähnen töten müssen.

Verglichen mit dieser Geschichte ist die Meldung „Mann beißt Hund“, die hierzulande in Journalistenkreisen als etwas ganz Besonderes gilt, nicht mehr als eine lahme Ente.

 

 

 

Genau schauen, was hinten rauskommt

Sie gehören zu den stark bedrohten Tierarten: die Schneeleoparden. Und nun stellt sich heraus, dass sie noch stärker bedroht sind als sowieso schon befürchtet. Tja, der Leser merkt schon: Wieder nichts Positives aus der Tierwelt. Oder vielleicht doch? Ach, das soll am Ende jeder selbst entscheiden.

Die Sache ist die: Schneeleoparden leben äußerst zurückgezogen im Himalaya. Man kann sie in den schwer zugänglichen Gebieten kaum beobachten. Und so beruhen die bisher angenommenen Bestandszahlen von 350 bis 500 Tieren auf Schätzungen. Nun aber haben Forscher eine neue Methode entwickelt, die genauere Rückschlüsse auf die Population zulässt: Sie nehmen genetische Analysen von Kotresten vor.

Diese Analysen haben ergeben, dass in der letzten Zeit ein hoher Anteil von Kotproben, die man Schneeleoparden zugeordnet hatte, gar nicht von diesen scheuen Raubkatzen stammen. Damit ist die von der Zahl der Proben abgeleitete Schätzung der in der jeweiligen Gegend lebenden Individuen zu hoch gegriffen. Außerdem war man bislang davon ausgegangen, dass die Proben von mehr verschiedenen Tieren stammen. Die DNA-Analysen zeigten jedoch, dass mehr Proben identisch waren als angenommen. Nun muss man also ganz neue Schätzungen vornehmen – und das verheißt nichts Gutes für diese wunderbaren Tiere.

Die Forscher sehen trotzdem einen Hoffnungsschimmer. Weil sich mit der neuen Methode zum ersten Mal ganz genau nachweisen lässt, wo sich einzelne Schneeleoparden aufhalten, kann man auch besser eingrenzen, welche Gebiete unter einen speziellen Schutz gestellt werden müssen. Über die neuartige Analyse haben die Wissenschaftler neun Individuen eindeutig identifizieren können. Diese neun Tiere wiederum leben in zwei verschiedenen Schutzgebieten in Nepal. Es handelt sich um drei Männchen und sechs Weibchen, und damit besteht die Aussicht, dass die Tierart fortbestehen kann. Nun sollen auch in anderen Schutzgebieten Kotproben gesammelt und analysiert werden. So wird es bald zuverlässigere Zahlen als die bisherigen groben Schätzungen geben.

Wer sich also dem Optimismus der Forscher anschließen möchte – bitteschön! Hoffen wir das Beste, lieber Leser!

 

Elefanten werden zu Top-Models

Es ist schier unglaublich, was sich Menschen an Tierspektakeln so alles ausdenken. In Südnepal findet in diesen Tagen ein Schönheitswettbewerb für Elefanten statt.  Er ist Teil eines dreitägigen Elefanten-Festivals, das vom Tourismusministerium organisiert wird und massenweise Schaulustige anlockt. Zu dem Festival gehört nicht nur der Schönheitswettbewerb. Nein – die Dickhäuter müssen auch in sportlichen Wettkämpfen gegeneinander antreten, beispielsweise bei einem großen Elefantenrennen und einem Elefanten-Fußballturnier.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101227-99-05708In der Region Sauraha werden etwa 100 Elefanten als Tragetiere für Touristen-Safaris gehalten. Aus diesen Tieren hat man die Teilnehmer für den Wettbewerb ausgesucht. Für die Schönheitskonkurrenz putzen die Besitzer ihre Elefanten nach menschlichem Vorbild heraus. Sie bemalen die Haut der Elefanten mit bunten Farben und verpassen ihnen zum Teil ein regelrechtes „Augen-Makeup“. Oder sie lackieren den Tieren sogar die Fußnägel. Komplett verrückt in meinen Augen!

Da kann man schon von Glück reden, dass wenigstens die Gesundheit der Tiere bei der Bewertung auf dem Laufsteg auch eine Rolle spielt.