Droht Polizeihunden die Arbeitslosigkeit?

Die Niederlande sind ja in manchen Dingen äußerst fortschrittlich: Man denke etwa an ihr gut ausgebautes Radwegenetz, an Mitbestimmungsrechte von Studenten, als diese hierzulande dafür noch auf die Straße gehen mussten, oder an die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen, die in Holland als erstem Land der Welt schon seit 2001 möglich ist.

Nun tun sich unsere Nachbarn in einem weiteren Gebiet hervor: Als erste richtet die Polizei dort Ratten für ihre Ermittlungsarbeit ab. Die Nagetiere werden darauf trainiert, zum Beispiel Drogen oder Rückstände von Schießpulver zu erschnüffeln. Auf diese innovative Idee kam man durch eine Hilfsorganisation, die Ratten in Tansania bei der Suche von Landminen einsetzt.

Gegenüber Spürhunden haben die Nager entscheidende Vorteile, vor allem sind sie weitaus billiger. Kostet die Anschaffung und Ausbildung eines Polizeihundes Zehntausende von Euro, so sind es bei den Ratten nur zehn Euro. Und sie lernen sehr fix – in nur zehn bis 15 Tagen können sie Gerüche voneinander unterscheiden. Trainiert werden die Tiere nach dem Belohnungssystem, ähnlich wie Delfine: Absolvieren sie eine Trainingseinheit richtig, ertönt ein Klick, und sie bekommen einen Sonnenblumenkern (auch viel kostengünstiger als Leckerlis für Hunde!).

Noch laufen die Tests mit den Nagetieren, doch schon im nächsten Jahr sollen sie ernsthaft zum Einsatz kommen, wenn alles nach Plan läuft. Es gibt nur ein Problem: Im Gegensatz zu den Hunden haben Ratten eine gewisse Scheu vor einer ungewohnten Umgebung. Aber dafür hat man bereits eine Lösung gefunden. Man bringt die Geruchsproben eben zu ihnen, statt die Tiere an den Tatort zu schaffen. Auf diesem Gebiet haben Hunde den Nagern einiges voraus, denn sie begleiten die Polizisten ohne Zögern zu jedem Ort, an dem sich Verbrechen ereignen. Deshalb werden Ratten trotz des Spareffekts die Polizeihunde auch nicht ganz ablösen – trotzdem dürften künftig weniger Hunde als „Polizisten“ arbeiten als bisher. – Und wenn die Niederlande wieder einmal die Vorreiterrolle übernehmen, dann wird es europaweit weniger „Arbeitsplätze“ für Hunde bei der Polizei geben als bisher, denn gespart werden muss schließlich überall.

Warum Rudolf eine so rote Nase hat

Wissenschaftler gelten ja gemeinhin als eher langweilig – Humor scheint zumindest nicht ihre hervorstechendste Eigenschaft zu sein. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nun Forscher aus Norwegen und den Niederlanden in einem Artikel in der britischen medizinischen Fachzeitschrift „British Medical Journal“ mit der Frage beschäftigt haben, warum Rudolf, das Rentier des Weihnachtsmanns, eine so intensiv rot leuchtende Nase hat.

Das Geheimnis des berühmten roten Riechorgans wurde darin endlich gelüftet. Dafür haben die Wissenschaftler die Blutäderchen an Nasen von fünf gesunden Menschen, einem Patienten mit einem gutartigen Geschwür an der Nase und die Nasen von zwei Rentieren mit Hilfe eines Mikroskops verglichen. Das Ergebnis: Die Nasen von Rentieren weisen ein Viertel mehr Blutäderchen auf als die von Menschen. Das heißt aber auch, dass die Rentier-Nasen sehr viel mehr rote Blutkörperchen besitzen; daher die rote Färbung. Die Forscher haben diese Aussage sogar belegt: durch Infrarot-Aufnahmen von einem Rentier, das sich vorher körperlich verausgabt hatte – ähnlich wie Rudolf, wenn er besonders viele Geschenke für den Weihnachtsmann auf dem Schlitten durch die Lüfte ziehen muss.

Auch die weite Flugstrecke, die Rudolf vor Weihnachten zurückzulegen hat, wurde für den Beitrag untersucht. Dabei kamen Physiker zu dem Ergebnis, dass Rudolf Geschenke in hundert Millionen von Haushalten bringen muss. Dafür müsste er ganz schön schnell unterwegs sein, nämlich mit einer Geschwindigkeit von 1000 Kilometern pro Sekunde!

Spätestens an dieser Stelle dürfte jeder gemerkt haben, dass der Beitrag in der Weihnachtsausgabe der Zeitschrift nicht ganz ernst gemeint ist, denn bei diesem rasanten Tempo würde der Schlitten samt Geschenken, Weihnachtsmann und Rudolf durch die Luftreibung pulverisiert. Ich finde es aber trotzdem amüsant und sympathisch, dass eine so renommierte Zeitschrift zu Weihnachten auch einmal einen Bericht veröffentlicht, der mit einem kleinen Augenzwinkern verfasst wurde.

In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern fröhliche Weihnachten!

Elefanten zu verschenken!

Auf der Suche nach unglaublichen Tiergeschichten bin ich diesmal auf die folgende gestoßen: Der Noorder Animal Park, ein Zoo in Emmen (Niederlande), möchte so schnell wie möglich vier seiner Elefanten verschenken. Grund dafür ist ein heftiger Machtkampf zwischen den  Tieren. Beispielsweise stoßen sie sich gegenseitig, trompeten dabei laut und schlagen mit den Ohren – alles Zeichen für eine aggressive Haltung gegenüber Artgenossen. Zu dem Gerangel zwischen den Dickhäutern kommt es, seit die Anführerin der Herde, eine 31 Jahre alte Elefantenkuh, gestorben ist. (Nebenstehendes  Foto stammt aus dem Jahr 2008, als die Welt in dem Zoo noch in Ordnung war und die erwachsenen Elefanten dort übermütig mit einem neugeborenen Elefantenbaby spielten.)

Nach dem Tod der Elefantin sah es erst so aus, als würde deren Tochter neue Chefin der Gruppe. Doch die hatte die Rechnung ohne die nach der verstorbenen Elefantendame nächstälteste Elefantenkuh gemacht, die ihrerseits ihren Anspruch auf die Führung geltend machte. So spaltete sich die zwölfköpfige Herde in zwei Lager, die sich feindlich gesinnt sind. Damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen, muss nun immer eine der beiden Gruppen im Stall gehalten werden, während die andere in die Freianlage darf. Das aber bekommt den Elefanten gesundheitlich überhaupt nicht – sie müssten alle den ganzen Tag über ins Freigehege, sagen die Tierpfleger.

Deshalb hat sich der Zoo zu dem außergewöhnlichen Schritt entschlossen, vier Elefanten kostenlos abzugeben. Angesichts der strengen Vorschriften für die Haltung von Elefanten in Zoos dürfte das allerdings gar nicht so einfach sein.

Schaf-Mafia schlägt zu

Es gibt Meldungen, über die man sich nur wundern kann. Dazu gehört auch diese: Bei unseren Nachbarn, den Niederländern, scheint eine regelrechte Schaf-Mafia im Entstehen zu sein. Ja, richtig gelesen! Die niederländische Polizei spricht tatsächlich von einer Mafia, nachdem in den letzten Monaten Hunderte von Schafen gestohlen worden sind.
Dass Schafe geklaut werden, kam in der Vergangenheit in den Niederlanden immer wieder vor. Aber jetzt erfolgen die Diebstähle in wesentlich größerem Stil. Die Behörden melden ein alarmierendes Niveau von Schaf-Diebstählen. Wie die Diebe genau vorgehen, ist offenbar unklar; es wurde auch noch keiner festgenommen.

Die Diebstähle sind wahrscheinlich auf die stark gestiegenen Preise für Hammel- und Lammfleisch zurückzuführen. Dieser Anstieg wiederum hängt damit zusammen, dass Länder, in denen die Schafzucht traditionell eine große Rolle spielt – etwa Neuseeland oder Australien -, die Produktion von Schaffleisch reduziert haben. Vertreter von niederländischen Landwirtschaftsorganisationen nehmen an, dass die geklauten Tiere geschlachtet werden und ihr Fleisch in holländischen Metzgereien verkauft wird. Vielleicht werden die Schafe auch illegal exportiert.

Nun heißt es, die Polizei sei der Schaf-Mafia auf der Spur. Sie hat außerdem in der Nähe von Nijmegen, unweit der Grenze zu Deutschland, vor kurzem 309 vermisste Schafe auf einen Schlag wiedergefunden. – Ich bin gespannt, ob man in nächster Zeit etwas darüber hört, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt.

Wahl-Werbung und Forschung mit Kuh

Ich finde ja die Niederländer in manchen Bereichen (natürlich nicht im Fußball!!!) sehr fortschrittlich. Dabei denke ich etwa an ihre Haltung gegenüber Homosexuellen, Drogen oder auch Abtreibung.

Nun beweisen unsere Nachbarn im Westen wieder einmal, dass sie uns oft einen Schritt voraus sind. Nicht nur, dass es in den Niederlanden eine „Partei für die Tiere“ gibt, die sich für einen respektvollen Umgang mit Tieren und der Natur stark macht – nein, die lässt sich auch noch eine originelle Werbung für die Parlamentswahl am 9. Juni einfallen: In der Nähe des Amsterdamer Flughafens wurde auf einem Kornfeld der schon von weitem erkennbare Kopf einer Kuh gesät, nebst dem Slogan: „Wähl´ jetzt die Partei für die Tiere“. Und das auf einer Fläche von 35 000 Quadratmetern, womit die Partei auch gleich einen Weltrekord im Guinness-Buch anstrebt.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100528-10-11833Das passt ganz gut zu einer zweiten Nachricht zum Thema Kuh: Ein Forscher aus Niedersachsen hat jetzt ein Computerprogramm zur Entschlüsselung der Kuh-Sprache entwickelt. Die ungefähr 700 „Muh“-Laute, die er in Kuhställen aufgenommen hat, lassen sich seiner Ansicht nach auf  zehn verschiedene Bedeutungen reduzieren. Die hat der Forscher gespeichert, und Bauern können das Blöken ihrer Kühe nun damit vergleichen und ihnen ihre Bedürfnisse leichter erfüllen – etwa Hunger, Durst, zu pralles Euter etc.

Also, wenn ich einer Partei für Tiere angehören würde, wäre mein nächster Schritt klar: Eine Beschwerde bei diesem Forscher, weil er Kühe für dumm verkauft und ihnen nicht mehr als zehn verschiedene Signale zutraut.