Geier als Hilfspolizisten?

Als ich diese Meldung entdeckt habe, dachte ich erst: Soll das womöglich ein verspäteter Aprilscherz sein? Aber nein, es handelt sich um eine ganz seriöse Nachricht. Also: In Niedersachsen will die Polizei künftig mit Geiern zusammenarbeiten. Nicht mit Pleitegeiern, sondern mit Truthahngeiern. Diese Tiere sollen auf menschlichen Aasgeruch abgerichtet werden und in sehr großen Gebieten oder in für Spürhunde und Menschen unzugänglichem Gelände nach Leichen suchen. Bisher ist es das einzige Polizei-Geier-Projekt auf der ganzen Welt.

Truthahngeier haben ein schwarzes Gefieder und werden etwa zwei Kilogramm schwer. Ihr Kopf ähnelt dem eines Truthahns. Sie besitzen nicht nur scharfe Augen, sondern verfügen außerdem über einen außerordentlichen Geruchssinn – ganz im Gegensatz zu fast allen anderen Geierarten.

Im Vogelpark Walsrode übt ein Truthahngeier namens Sherlock schon seit einigen Jahren für seinen künftigen Job als Spürgeier. Im letzten Jahr hat er durch zwei Artgenossen aus einem österreichischen Zoo Verstärkung bekommen: Miss Marple und Columbo sollen praktisch später einmal zusammen mit Sherlock ein Sondereinsatzkommando bilden. Im Vogelpark Walsrode arbeitet ein Spezialtrainer mit den drei Geiern.

Sie üben natürlich nicht mit richtigen Leichen. Ein Stück Leichentuch muss für das Training genügen. Sherlock ist beim Aufspüren dieses Tuchs schon sehr erfolgreich. Das Problem ist nur: Er macht sich bisher lieber zu Fuß auf die Suche, statt in der Luft über dem Gebiet zu kreisen, so, wie man sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Nun hofft man, dass die drei Geier zusammen sich doch noch zum Aufspüren von Leichen im Flug aufraffen. Diese Vögel fliegen nämlich nur in der Gruppe über längere Strecken. Das Training zielt jetzt also auf den gemeinsamen Flug der drei künftigen Polizeigeier ab. Noch steht es aber in den Sternen, ob und wann die Vögel tatsächlich ihren Dienst für die Polizei antreten werden.

Willkommen, Wolf!

urn:newsml:dpa.com:20090101:100824-10-10547Die Wölfe kehren zurück nach Deutschland. In der Lausitz gibt es bereits ein Rudel mit Jungtieren. In westlichen Bundesländern wurden zwar bisher nur selten einzelne umherstreifende Tiere gesichtet. Doch man stellt sich auch hier darauf ein, dass sich in den nächsten Jahren Rudel bilden, bei denen sich Nachwuchs einstellt.

Darauf will man sich nun vor allem in Niedersachsen gut vorbereiten. Es soll nicht wieder dazu kommen, dass ein Wolf abgeschossen wird, wie es dort bereits einmal geschehen ist. Man will die Bevölkerung darüber aufklären, dass Wölfe für Menschen nicht gefährlich sind. Die Jäger in Niedersachsen planen sogar ein Informationszentrum, wo die Besucher alles Wissenswerte über die Lebensgewohnheiten der Wölfe erfahren. Auch ehrenamtliche Wolfsberater sollen mithelfen, dass die Wölfe in Deutschland nicht gefürchtet werden. Der Naturschutzbund NABU schließlich will über das Projekt „Willkommen Wolf“ im Internet ausführlich über die Rückkehr der Wölfe informieren.

Klingt alles gut. Ob es dann auch so reibungslos läuft, wenn die Wölfe sich tatsächlich wieder in ihren ehemaligen Verbreitungsgebieten ansiedeln, bleibt abzuwarten. Ich hoffe es mal – so von Wolf zu Wolf!