Warum die ganze Aufregung?

ZooOdenseVor allem auf Facebook schlugen die Protestwellen hoch, als die Ankündigung des dänischen Zoos in Odense bekannt wurde, dass man vor den Augen der Zoobesucher einen Löwen sezieren wolle.
Eine Online-Petition gegen die Sezierung hatte rund
130 000 Unterstützer gefunden. Das Tier wurde bereits vor neun Monaten gekeult, der Kadaver seitdem in einem Kühlfach aufbewahrt. Hintergrund für die Tötung der Raubkatze war, dass kein Platz mehr für junge Löwen in anderen Zoos vorhanden war und das Tier deshalb nicht abgegeben werden konnte. Im eigenen Zoo hätte die Gefahr von Inzucht bestanden.

Kinder und Erwachsene konnten nun heute zusehen, wie zwei Biologen den Kadaver aufschnitt und Herz, Lunge und andere Organe herausnahm, sie den Zoobesuchern zeigte und beschrieb. Der Zoo in Odense seziert seit 20 Jahren regelmäßig Tiere in den Schulferien. Für dänische Kinder ist das also nichts Besonderes – für sie sind solche Biologiestunden der besonderen Art normal. Auch die Europäische Vereinigung für Zoos und Aquarien unterstützt dieses Vorgehen.

Im Ausland dagegen gab es jede Menge Empörung – eine Aufregung, die man in Dänemark wiederum nicht versteht. Mir geht es genauso: Was soll schlimm daran sein, wenn Kinder anschaulich lernen, wie es im Inneren von Tierkörpern aussieht? Auf diese Art und Weise wird auch deutlich, dass es sich bei Zootieren keineswegs um Kuscheltiere handelt – ein Eindruck, der mancherorts durchaus entstehen könnte. Schließlich wird ja auch niemand gezwungen hinzugehen und sich die Sektion anzuschauen.

Dänische Zoos geraten immer wieder mit Aktivitäten in die Schlagzeilen, die anderswo als zu grausam empfunden werden. Wir erinnern uns:  Im vergangenen Jahr hatten der Tod und das öffentliche Zerlegen der Giraffe Marius im Zoo von Kopenhagen auf der ganzen Welt wahre Entrüstungsstürme ausgelöst. Das ging so weit, dass der Zoodirektor sogar Morddrohungen bekam.