Wie die ÖDP die Delfin-Lagune schlechtredet

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser an den Juli dieses Jahres, als kurz vor Eröffnung der Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger ankündigte, er werde zu dieser Veranstaltung nicht hingehen. Ich habe hier im Blog darüber geschrieben. Nun beglückte Herr Schrollinger die Nürnberger Journalisten erneut mit einer Pressemitteilung. Dazu folgendes:

„Thomas Schrollinger lässt in Sachen Delfin-Lagune im Tiergarten nicht locker.“ So beginnt der Stadtrat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) eine Pressemitteilung, die er diese Woche verschickt hat. Überschrift: „ÖDP-Stadtrat hakt nach.“
Nun ist es nichts Neues, dass Schrollinger die Lagune ablehnt. Neu ist allerdings, dass er mit falschen Zahlen operiert – genau das aber dem Tiergarten vorwirft. Der Zoo habe Ende September niemals den millionsten Besucher dieses Jahres begrüßen können, weil da noch 126 500 Besucher zu dieser Summe gefehlt hätten, behauptet Schrollinger. Dumm gelaufen: Der ÖDP-Stadtrat hat bei seiner Rechnung den Monat Juli vergessen. Das sagt jedenfalls der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau. Zum Stichtag am 29. September waren es sogar über eine Million – nämlich 1 022 000 Besucher.
Dass die ursprünglich für die Lagune auf 24 Millionen Euro festgelegten Baukosten überschritten werden, wird durch Schrollingers Wiederholung ebenfalls nicht neuer. Und auch wenn der ÖDP-Stadtrat es bezweifelt: Der Tiergarten könne die Mehrausgaben durch Mehreinnahmen schultern, versichert der Zoo.  Entstanden ist die für ein Bauprojekt dieser Größenordnung durchaus übliche Überschreitung beispielsweise durch die Beschleunigung der Baumaßnahmen (damit die Lagune rechtzeitig eröffnet werden konnte), den Einbau einer Hebebühne im Rundbau des Delfinariums und durch die Beckenrandsicherung.
„Die eigentliche Frage ist, mit welchen Mitteln gearbeitet wird, um einen ‚Erfolg‘ des Prestigeobjekts ‚Lagune‘ herbeizureden.“ So beendet Schrollinger seine Pressemitteilung. Gegenfrage: Mit welchen Mitteln arbeitet eigentlich Herr Schrollinger, um das Projekt wieder einmal in Verruf zu bringen?