Ölförderung: Riesengefahr für Grauwale

MEXICO-WHALES-SIGHTSEEINGSchon einmal galten die Westpazifischen Grauwale als ausgestorben. Man glaubte lange Zeit, die Art sei durch den Walfang ausgerottet worden. Umso größer war die Freude, als Wissenschaftler in den 1980er Jahren entdeckten, dass vor der Küste der russischen Insel Sachalin noch Grauwale leben.

Doch nun befürchten Tierschützer das Schlimmste für diese bedrohte Walart, von der es derzeit nur noch etwa 130 Tiere gibt. Denn vor der Küste von Sachalin soll offenbar eine dritte Ölplattform eingerichtet werden. Wenn das geschieht, sei der gesamte Grauwal-Bestand stark gefährdet, meinen Vertreter von Tierschutzorganisationen. Durch die geplante Förderanlage würden die Nahrungsgründe der Wale stark eingeschränkt. Für den kommenden Sommer sind dort außerdem seismische Messungen vorgesehen. Der Lärm dieser Bodenuntersuchungen kann dazu führen, dass die Wale aus den Nahrungsgründen vertrieben werden und dann unterernährt sind. Schon letztes Jahr sind Wale wegen des Lärms vor derartigen Tests geflohen.

Unter den 130 Walen sollen sich nur noch 30 fortpflanzungsfähige Weibchen befinden. Wenn nur einige von ihnen wegen Nahrungsmangels sterben, kann das Aussterben der ganzen Art die Folge sein. Gerade die flache Lagune vor der Insel Sachalin spielt eine wichtige Rolle für die Grauwale: Dort bringen die Mütter ihren Kälbern bei, wie man am Meeresboden nach Nahrung sucht.

Wenn die Ölförderung vor Sachalin wie geplant durchgezogen wird, könnte sie also das schaffen, was der Walfang nicht geschafft hat: die Ausrottung der Westpazifischen Grauwale. Meeresbiologen fürchten, dass es schon in 15 Jahren so weit sein könnte.