Wenn Orang-Utans fremdgehen

Bei Menschenaffen menschelt es mitunter ganz schön. Zum Beispiel bei den Orang-Utans im Zoo von Basel. Dort hat Vendel, ein verwegener Orang-Uran-Mann, kurzerhand bei den Paarungsplänen der Zooleitung dazwischengefunkt. Offenbar hat der 18-jährige Menschenaffe mit den unwiderstehlichen Backenwülsten die Orang-Utan-Dame Maja durch ein Gitter hindurch begattet. Dabei war sie doch als „Braut“ für einen anderen vorgesehen! Anscheinend wurde sie bei Vendel schwach, weil er ein sehr dominantes Orang-Männchen ist. Da die Paarung bei Orang-Utans kaum länger als eine Minute dauert, hat wohl niemand im Zoo die Deckung bemerkt. Der Vaterschaftstest (Foto: dpa) ergab jetzt jedenfalls, dass Vendel der Vater des Orang-Babys ist, das Maja im August vergangenen Jahres zur Welt brachte. Die Zooleitung war davon ausgegangen, ein anderer Zoo-Bewohner sei der glückliche Papa, nämlich der 14-jährige Budi.

Die Welt lacht mit einem Affen

Dieses YouTube-Video geht derzeit im Netz rauf und runter: Über 1,5 Millionen Mal wurde es seit dem Hochladen vor zwei Tagen geklickt. Aufgenommen wurde es im Zoo von Barcelona. Ein „Zaubertrick“, den ein Orang-Utan offenbar zum Kringeln findet. Der Affe bricht – so sieht es zumindest aus – in brüllendes Gelächter aus, als die Kastanie durch Zauberei verschwunden ist. Vorher verfolgt er die „Zauber-Vorstellung“ konzentriert und aufmerksam.

Egal, ob wir als Betrachter die Reaktion des Orang-Utans aus rein menschlicher Sicht interpretieren und sein Brüllen nur für Gelächter halten, weil in diesem Augenblick auch der „Zauberer“ in lautes Gelächter ausbricht, oder ob diese Menschenaffen wirklich so ticken wie wir: Es ist einfach ein köstliches Video, das man sich ganz anschauen sollte. „Buzzfeeed“, der junge Mann, der das Filmchen hochgeladen hat, meint, der Orang würde uns einen „fucking day“ bescheren. Naja, wenn er meint. (Übersetzt wird das in der Erklärung übrigens mit „Sie verdienen diese Freude.“)

Menschenrecht für Affendame Sandra?

SandraTierrechtler feierten es vor einem knappen halben Jahr als riesigen Erfolg: Sie hatten gerichtlich durchgesetzt, dass das alte Orang-Utan-Weibchen Sandra aus dem Zoo von Buenos Aires freigelassen werden müsse. Der Fall machte vor allem deswegen Schlagzeilen, weil in dem Urteil ein Menschenaffe den Menschen rechtlich teilweise gleichgestellt worden war. Doch dann hörte man nichts mehr von Sandra.
Wie sich nun herausstellt, lebt der 29 Jahre Orang-Utan nach wie vor im Zoo der argentinischen Hauptstadt. Die Affendame ist 1986 in Rostock geboren und zog 1994 nach Buenos Aires um. Vor dem spektakulären Gerichtsurteil hatte der Zoo erwogen, sie in einem Reservat für Menschenaffen unterzubringen, davon aber Abstand genommen, weil das zu riskant für das betagte Tier sei.
Jetzt lässt das Gericht von Fachleuten prüfen, ob man Sandra freilassen kann oder ob das praktisch ihr Todesurteil wäre, weil sie schließlich immer in einem Zoo gelebt hat. Auch ihr hohes Alter ist ein Argument dagegen: Sie hat das Höchstalter von in freier Wildbahn lebenden Orang-Utans erreicht, aber in „Gefangenschaft“ können diese Tiere durchaus 40 Jahre alt werden. Weil Sandra im Gegensatz zu den im Nachbargehege des Zoos untergebrachten Schimpansen eher lethargisch wirkt, ist die Argentinische Anwaltsvereinigung für Tierrechte (Afada) der Meinung, sie leide unter einer Depression – vor allem, seit ein Jungtier, mit dem sie sich das Gehege geteilt hatte, nicht mehr im Zoo lebt. Deshalb hatte sich die Afada auf die „Habeas Corpus“- Akte berufen: Sandra befinde sich in „ungerechtfertigter Gefangenschaft“. Weil sie emotional wie ein Mensch reagiere, wäre sie in Freiheit glücklicher.
Die Zooleitung ist dagegen der Aufassung, das Affenweibchen sei eben ein sehr ruhiges Tier, das als Einzelgängerin gelte. Mit männlichen Orang-Utans haben die Weibchen nur zur Paarung Kontakt, mit Jungtieren nur so lange, bis diese geschlechtsreif sind. Deshalb lebt Sandra nun allein.

In eigener Sache

Ab und zu muss man so ein Blog auch ein wenig verwalten. Dabei habe  ich gestern plötzlich über 20 als „Spam“ eingestufte Kommentare gefunden. Bei ihrer Durchsicht habe ich festgestellt, dass manche gar keine Spams waren. Also habe ich sie im Nachhinein als Kommentare freigegeben.

Darunter war zum Beispiel der Kommentar von Marlon zu meinem Beitrag über Andreas Kielings Buch „Ein deutscher Wandersommer“, der vor ein paar Tagen abgeschickt wurde. Und gerade vor ein paar Minuten habe ich Timos Kommentar zu den falschen Behauptungen des WDSF über die Delfinlagune im Tiergarten Nürnberg unter der Rubrik „Spam“ gefunden und ebenfalls nachträglich freigegeben.

Tut mir leid – offenbar will unser Verlag sozusagen tausendprozentig sichergehen beim Verdacht auf Spams und hat strengste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ich habe darauf keinen Einfluss. Hoffentllich ist bei meinen Lesern nicht der Eindruck entstanden, ich würde Kommentare unterdrücken!

Da in meinem Blog kein Beitrag erscheinen soll, in dem es nicht um Tiere geht, möchte ich noch ganz kurz eine fast schon bizarre tierische Begebenheit aus Malaysia erzählen: Dort lebte in einem Zoo seit Jahren die rauchende Orang-Utan-Dame Shirley, die sich auf die weggeworfenen Kippen der Zoobesucher stürzte; die fanden das anscheinend sehr komisch. Doch nun haben Pfleger der Sache ein Ende gemacht und Shirley auf Entzug geschickt. Sie musste in den Zoo von Malacca umziehen, wo sie sie sich das Rauchen abgewöhnen soll. Wenn sie das schafft, muss sie vielleicht nie wieder in einem Zoo leben, sondern darf auf der Insel Borneo an einem Auswilderungsprogramm teilnehmen.

Nonja hat Tausende Fans auf Facebook

Sie heißt Nonja, ist 33 Jahre alt, hochintelligent und hat eine eigene Seite auf der Internetplattform Facebook. – Das ist doch nichts Besonderes, meinen Sie? – Doch, ist es schon, denn Nonja ist kein Mensch, sondern eine Orang-Utan-Dame. Sie lebt im  Wiener Tiergarten Schönbrunn. Früher hat sie schon von sich reden gemacht, weil sie Bilder malte. Nonja geht aber mit der Zeit, und so ist sie jetzt eben auch im Internet aktiv.  Und sie schießt tatsächlich selbst die Digitalfotos für das Webportal.

Dafür hat man ihr eine Digitalkamera konstruiert, die durch ein Kunststoffgehäuse geschützt ist, damit Nonja sie nicht kaputt machen kann. Und noch eine Besonderheit besitzt diese Kamera: Jedesmal, wenn Nonja ein Foto macht, gibt der Apparat über einen eingebauten Futterspender eine Rosine frei – als Belohnung für die Affendame und als Anreiz, dass sie weitere Fotos macht.

Auf den Fotos sind zum Beispiel Nonjas Artgenossen zu sehen, die mit ihr in der Anlage leben, die Klettergeräte im Gehege oder auch die neue Freianlage der Orang-Utans. Innerhalb weniger Tage hat Nonja bei Facebook Zigtausende Fans gefunden, und die Zahl steigt ständig weiter an. – Kein schlechter Werbegag für den Tiergarten Schönbrunn und den Kamerahersteller!

Ich will es meinen Blog-Lesern leicht machen: Hier klicken, dann ist man schon auf Nonjas Seite. Viel Spaß!