Ein echter Siegertyp

Über das vor gut vier Wochen im Tiergarten Nürnberg geborene Panzernashorn-Baby habe ich hier ja schon ausführlich geschrieben. Heute mal ein kurzer Zwischenstand: Der kleine Bulle namens Sanjai wächst und gedeiht prächtig. Mittlerweile bringt er schon 99 Kilogramm auf die Waage und hat damit über die Hälfte seines Geburtsgewichts (60 Kilogramm) zugelegt. Der Kleine macht seinem Namen, den die Tierpfleger ihm gegeben haben,  alle Ehre: Sanjai ist ein in Indien beliebter männlicher Name und bedeutet so viel wie „Der Siegreiche“. Wie ein echter Siegertyp erobert er bei den milden Frühlingstemperaturen derzeit sein Freigehege. Mama Sofie lässt ihn natürlich trotzdem nicht aus den Augen. Für den Zoo am Schmausenbuck ist Sanjai ein Glücksfall: Gerade in dieser Jahreszeit, in der es die Menschen ins Grüne hinauszieht, kann er mit dem Nashorn-Racker eine echte Sensation bieten. Auch bei den Mähnenwölfen hat sich bekanntlich Nachwuchs eingestellt, den man als Besucher keinesfalls versäumen sollte. Na dann: Ich wünsche allseits einen schönen Tag im Tiergarten!

Und das Tiergarten-Jahr geht gut weiter!

In einem Kommentar von „heidi_z“ ist die freudige Botschaft ja schon zu lesen, und ich widme ihr selbstverständlich einen eigenen Blog-Beitrag: Im Nürnberger Tiergarten wurde ein männliches Panzernashornbaby geboren. Diese Tierart ist in freier Wildbahn bedroht – umso wichtiger ist dieser Nachzucht-Erfolg in einem Zoo.

In diesem Fall kann man wirklich sagen, was lange währt, wird endlich gut. Denn die Tragzeit hat immerhin 481 Tage lang gedauert. Dafür ging bei der Geburt alles sehr schnell, und das, obwohl die Mutter Sofie zum ersten Mal ein Jungtier zur Welt brachte. Schon 20 Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase war das 60 Kilogramm schwere Kalb geboren, und nach fünf Stunden hat es zum ersten Mal getrunken. Die Mutter kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs. Der Kleine wurde auf den Namen Sanjai getauft, weil das Hauptverbreitungsgebiet der Panzernashörner in Indien liegt. „Sanjai“ bedeutet „Der Siegreiche“ – ein Name, der in Indien sehr beliebt ist.

Zwischen Sofie (elf Jahre alt), die im September 2015 im Tausch mit Seto Paitala aus dem britischen West Midland Safari Park nach Nürnberg kam, und dem jetzt 28-jährigen Nashornbullen Ropen ging es nach einer kurzen Kennenlern-Phase schnell zur Sache. Gleich die erste Paarung war offenbar erfolgreich. Weil Sofie für eine Erstgebärende erstaunlich ruhig und entspannt ist, können Tiergartenbesucher mit ein wenig Glück Mutter und Kind im Dickhäuterhaus oder, wenn es draußen warm genug ist, auch in der Außenanlage bewundern.

Hoffentlich wird es was mit dem Nashörnchen!

NASHORN-PaarungNa also! Wie von mir hier schon angedeutet, haben wir im Tiergarten Nürnberg ein neues Zuchtpaar, und das bei einer in der Natur äußerst bedrohten Tierart: den Panzernashörnern. Der erfahrene Zuchtbulle Ropen hat Sofie gedeckt, die im vergangenen Herbst aus England an den Schmausenbuck kam. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist Sofie trächtig. (Das Foto, das mir der Tiergarten zur Verfügung gestellt hat, zeigt allerdings nicht Sofie und Ropen, sondern stammt von einer früheren  Paarung.)

Weil ein Panzernashornbaby noch immer etwas ganz  Besonderes für Zoologische Gärten ist, dürfen wir uns jetzt schon auf das Frühjahr 2017 freuen. Wegen der langen Tragzeit von 16 Monaten bei diesen Dickhäutern ist vorher nicht  mit der Geburt des Mini-Rhinozeros zu rechnen. Im vergangenen November hat Ropen seine neue Partnerin gedeckt. Für ihren Artgenossen Rap in Bewdley hat sie sich hingegen nie interessiert. Für den reifen Gentleman Ropen dagegen schon. Das lässt sich biologisch belegen: Nashorndamen bekommen nur dann einen Eisprung, wenn sie wirklich zur Paarung bereit sind. Ihre „Hochzeitsnacht“ haben Sofie und Ropen am 6. November 2015 verbracht.

Gegen 1.30 Uhr kam es zur Deckung. Das weiß man deshalb so genau, weil Tierpfleger Oliver Pürkel die Nacht über im Dickhäuterhaus blieb, um im Notfall einschreiten und seine beiden Schützlinge umsperren zu können. Denn die Paarung bei diesen Kolossen – Ropen bringt immerhin rund zweieinhalb Tonnen auf die Waage, Sofie an die 2000 Kilo – ist nicht gerade ein Spaziergang, beim Vorspiel kann es üble Verletzungen geben. Oft fließt dabei Blut. Oberflächliche kleinere Wunden bemerken die Tiere im Eifer des Gefechts aber kaum. Bei Sofie und Ropen verlief die Nacht zwar stürmisch, aber nicht zu brutal.

Zootierärztin Katrin Baumgartner hat einige Zeit später eine Blutprobe von Sofie genommen und ins Labor geschickt. Dort konnte das Schwangerschaftshormon Progesteron nachgewiesen werden. Beim früheren – inzwischen toten – Nürnberger Nashornweibchen Purana wurde der Kot auf das Hormon getestet. Ein insofern (zeit-)aufwendiges Verfahren, als diese spezielle Untersuchung nur in Wien möglich war. Doch damals blieb keine andere Möglichkeit: Die Veterinäre kamen bei Purana nicht an eine Blutprobe heran.

SofieWeil Sofie erstgebärend ist, besteht ein etwas höheres Risiko, dass etwas schiefgehen könnte. Aber meist läuft die Geburt bei dieser Tierart reibungslos. Panzernashörner bringen ein Jungtier zur Welt, das ungefähr 50 Kilogramm wiegt. Selbst wenn die Mutter noch keine Erfahrung hat, wie im Fall von Sofie, ist das nicht so schlimm: Die Kleinen sind in der Regel kräftig und halten es notfalls aus, in den ersten Stunden nicht gesäugt zu werden. Besondere Sicherheitsvorkehrungen wird es also nicht geben, bis auf eine: Die Mutter sollte bei der Geburt allein sein, deshalb wird sie prophylaktisch von Ropen getrennt. Bedingt durch die Figur von Panzernashörnern, wird man Sofie die Trächtigkeit wahrscheinlich kaum vor dem letzten Monat ansehen.

Luxusgehege für Familie Nashorn

Wenn während der letzten Wochen und Monate vom Nürnberger Tiergarten in der Öffentlichkeit die Rede war, dann eigentlich nur wegen eines einzigen Themas: der Delfinlagune. Ich habe mich ja aus diesem Grund auch hier in meinem Blog mehrmals ausführlich damit beschäftigt, und möglicherweise werde ich aus aktuellem Anlass immer mal wieder darauf zurückkommen müssen.

Aber es gibt auch anderes Berichtenswertes aus diesem herrlichen  Landschaftszoo. So zum Beispiel folgendes: Im Tiergarten hat man jetzt die ehemalige Elefantenfreianlage  für die Indischen Panzernashörner umgestaltet – mit zusätzlichen Baumstümpfen, Steinquadern und Ästen, mit sandigem Untergrund und aufgearbeiteten Treppen. Seit gut einer Woche sind die Nashorndame Purana und ihre zweijährige Tochter Seto Paitala (der Name bedeutet auf Deutsch „Die mit dem weißen Fuß“) tagsüber auf der Anlage. Und es ist eine Freude zu sehen, wie die beiden Dickhäuter das neue Gelände erkunden. Ein Bild für Götter ist es, wenn sie in der alten Elefantentränke ein Bad nehmen. Dieses Plantschbecken macht ihnen offensichtlich einen Riesenspaß.

Nashornmann Ropen hat jetzt die beiden Freigehege neben dem Elefantenhaus für sich allein und damit auch mehr Platz als vorher. Die Tierpfleger wollen wechselweise auch mal Ropen auf die neue Anlage lassen – er soll ebenfalls ab und zu  in den Genuss dieses schön gestalteten Außengeheges kommen. Purana und Seto Paitala werden dann in den beiden Abteilen neben dem Elefantenhaus untergebracht. Leider ist es nicht möglich, dass sich alle drei Tiere gemeinsam in einer Anlage aufhalten: Ropen würde seine Tochter angreifen, solange die in einer engen Beziehung mit ihrer Mutter lebt. Rhonozerosse können nämlich ganz schön eifersüchtig werden. In freier Natur sind Panzernashörner übrigens Einzelgänger; Mütter mit Kindern halten sich von den männlichen Tieren fern.

Auch Seto Paitala muss möglicherweise in etwa einem halben Jahr von ihrer Mutter getrennt werden: Purana ist mit großer Wahscheinlichekit wieder trächtig. Ropen hat sie jedenfalls Ende März gedeckt, und die Tierpfleger gehen davon aus, dass er erfolgreich war. Das würde bedeuten, dass Purana im nächsten Sommer ihr viertes Junges zur Welt bringt. Bisher hat die Nachzucht mit Purana hervorragend geklappt, was umso wichtiger ist, als Panzernashörner in freier Natur zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten gehören. Indische Nashörner kommen praktisch nur noch in Nationalparks in Indien und Nepal vor. Puranas  Söhne Albrecht und Hans leben heute in anderen Zoos – Albrecht ist übrigens inzwischen in Lisieux (Normandie) selbst stolzer Vater -, Seto Paitala lebt bei ihrer Mutter. Die „Weißfüßige“ hätte den Tiergarten ebenfalls verlassen müssen, wenn auf der ehemaligen Elefantenfreianlage kein zusätzliches Gehege für Rhinozerosse geschaffen worden wäre. Denn diese Anlage ermöglicht es dem Tiergarten, Purana, Seto Paitala und Ropen voneinander getrennt zu halten, was vorher nicht der Fall war.

Potenzmittel: Scherz oder Ernst?

Der Tiergarten Nürnberg nimmt durch den Verkauf eines Potenzmittels aus dem Horn seiner Nashörner Millionen ein – irgendwie wäre das zu schön gewesen, um wahr zu sein! Dabei könnte er das Geld doch so gut brauchen.

Bestimmt haben meine Leser erkannt, dass es sich bei dieser Meldung lediglich um einen Aprilscherz handelte. Besonders habe ich mich über den Kommentar von „Wolferl“ gefreut; wirklich witzig! In der NZ-Redaktion haben einige meiner Kollegen zugegeben, dass sie die Geschichte erst für bare Münze genommen haben und dann nach und nach darauf gekommen sind, dass da etwas faul sein muss.

Aber warum eigentlich? Der Tiergarten hat Ausgaben zu bewältigen, die er mit seinem Etat kaum noch bewältigen kann. Immer wieder werden Projekte auf den berühmten Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. So müssen der Zoo und seine Besucher zum Beispiel über Jahre hinaus auf Elefanten verzichten, weil das Geld für eine neue, artgerechte Anlage nicht da ist.

Es müssen also ungewöhnliche Ideen her, um Geldquellen zum Sprudeln zu bringen. Mein Vorschlag mit dem Potenzmittel ist, wie ich gehört habe, im Tiergarten belustigt aufgenommen worden. Doch vielleicht war er gar nicht so lustig gemeint? – Heute ist übrigens nicht mehr der 1. April!