Ein neuer Wahl-Fürther: der Biber

Ich bin Wahl-Fürther. Dazu stehe ich. Seit fast 20 Jahren lebe ich – obwohl in Nürnberg geboren und aufgewachsen – mittlerweile in der Kleeblattstadt. Und bin´s im großen und ganzen zufrieden. Vor allem liebe ich den Fürther Stadtpark, auf den ich von meinem Balkon aus schauen kann.

Und just in diesem Park, genauer gesagt, in der Pegnitz, die ihn begrenzt, lebt neuerdings ein anderer Wahl-Fürther: der Biber. Wenn man am Flussufer entlang spazieren geht, kann man die Spuren von Castor fiber, so sein wissenschaftlicher Name, entdecken: Eine Reihe von Bäumen weisen Biberbisse auf. Dafür wendet der Biber die so genannte Sanduhrtechnik an. Er benagt den Baumstamm so lange in Form einer Sanduhr, bis die Stelle in der Mitte ganz dünn ist, so dass der Baum umfällt.

Wie gesagt, die Spuren des Bibers sind sichtbar – nur der Biber selbst macht sich rar. Leider! Ich würde ihn so gern einmal sehen. Biber in freier Natur habe ich nämlich bisher nur in Neuengland (USA) beobachten können. Dabei handelte es sich natürlich um den Kanadischen Biber, nicht um den bei uns ansässigen Europäischen Biber – übrigens das größte Nagetier in Europa. Den Fürther Biber haben bisher – zumindest, soweit es bekannt wurde – nur Stadtparkwächter zu Gesicht bekommen, die dort schon sehr früh am Morgen ihre Runden drehen.

Wenn es dem Biber in Fürth so gut gefällt wie mir, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er sich vermehrt. Dann könnten voraussichtlich im Mai Biber-Babys zur Welt kommen. Und wenn nach und nach mehr Biber in der Pegnitz leben, lässt sich vielleicht doch irgendwann ein Exemplar blicken – hoffe ich jedenfalls.